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Full text: Die Sammlung antiker Vasen und Terracotten im K. K. Oesterreich. Museum

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I. Gefässe: C) Mit rothen Figuren. 
c) Mit Vergoldung und weisser Farbe. Der 
Fusswulst mit Rille. Sämmtlich aus der 
späteren Zeit des schönen Stiles. 
Nr. 368. Aryballos. Ueber umlaufendem sog. 
Eierstab: Aphrodite auf den Schultern 
des Eros einer sich schmückenden Frau 
erscheinend; unter dem Henkel zwei 
Palmetten übereinander mit abzweigen 
den Volutenranken und langgestielten 
ßlüthen. Auf der Schulter aneinander 
gereihte dreiblättrige Blüthen mit Punkten 
dazwischen, auf der unteren Halshälfte 
Stabkyma. Unwesentliches ergänzt. Aus 
Korinth. H. o - i5. (1870.) 
Eros mit vergoldeten Flügeln und goldenem 
Band im aufgelösten Haare, von den Knien auf 
wärts aus dem Boden emportauchend, Aphro 
dite, die auf seiner 1. Schulter sitzt, an der r. 
Hand und beim 1. Beine haltend. Die Göttin, 
nackt, mit Blätterstephane, Netzhaube um das 
Hinterhaupt, Ohr-, Hals- und Armschmuck, 
fasst mit der L. ein nach rückwärts flatterndes, 
ehemals bemaltes Gewand, auf dem sie sitzt, zu 
sammen und blickt herab auf ein vor ihr kauern 
des und zu ihr emporschauendes nacktes Weib 
mit goldenem Ohr-, Hals- und Armschmuck, 
das mit der R. ihr Haar ordnet und mit der 
L. einen Spiegel vor sich hält. Die Zipfel in 
ihrem Rücken deuten wohl einen Mantel an. 
Die Körper weiss, die Innenzeichnung mit bis 
zu goldgelbem Tone verdünntem Firniss. Die 
Umrisse der Figuren nicht genügend sorgfältig 
mit Firniss gedeckt; übersehen auch ein thon 
grundiger Fleck rechts oberhalb der knieenden 
Frau. 
Abgeb. Benndorf, Griech. und Sicil. Vasen 
bilder Taf. XXXVIII (in Chromolithographie); 
Dumont-Chaplain, Les ceramiques de la Grece 
propre pl. XXII, i, p. 385. 
Nr. 369. Aryballos. Eros und ein kauerndes 
Mädchen Kränze auf eine Erderhöhung 
(Grab?) legend; unter dem Henkel steife 
Palmette ohne Voluten zwischen auf 
steigenden Ranken. Abgeschlossen durch 
sog. Eierstab, der unten herumläuft, oben 
nur Bildbreite hat; an dem unteren 
Theile des Halses Stabkyma. Sehr fein. 
Aus Korinth, ehemals in Samml. Rendis 
in Korinth. H. o'ogq. (1868.) 
Mädchen, nackt bis auf einen ehemals be 
malten Mantel, nach r. kauernd, ihr gegenüber 
Eros in Vorderansicht; beide halten über eine 
niedrige thongrundige Erderhöhung Kränze 
(goldene Fäden mit Kugeln, der in der 1. Hand 
des Mädchens von dreieckiger Form), das 
Mädchen mit ausgestreckten, Eros mit gesenk 
ten Armen und herabblickend. Weiss die 
Körper, vergoldet Hals- und Armbänder des 
Mädchens, Stirnband und ein Flügel des Eros. 
Abgeb. Benndorf, Griech. und Sicil. Vasen 
bilder Taf. XXXI, 3. 
Nr. 370. Aryballos (Fig. 32). Die Form 
schon mehr der des unterital. Aryballos 
entsprechend: Der Hals zu dünn, das 
Mündungsstück lang und ausgeschwun 
gen. Der Fusswulst gefirnisst. Vorne 
zwischen sog. Eierstab in schlecht er 
haltener polychromer Malerei zwei 
Frauen, dem Eros, der durch die Luft 
herabfährt oder einen Purzelbaum schlägt, 
Federn ausrupfend; unter dem Henkel 
das Palmettenornament von Nr. 368 in 
verwilderter Gestalt, an dem unteren 
M 
Mir* 
Fig. 32, Nr. 370. 
Halstheile Stabkyma. Details in aufge 
höhtem (ehemals vergoldetem?) Thon. 
Jünger als die beiden vorhergehenden 
Gefässe und wenig sorgfältig. Aus-Athen, 
in Wiener Privatbesitz erworben. H. o-ig. 
(9108.) 
Die Frau zur L. hält in der L. eine grosse, ** 
in der diagonal nach vorne ausgestreckten R. 
eine kleine in Thon aufgehöhte Feder (wie die 
abstehende am Flügel des Eros); die Frau zur 
R. zieht im Fortschreiten nach rechts mit der 
R. eine grosse Feder aus dem Flügel, ihre L. 
ist gegen den Kopf gebogen. Die Körper weiss, 
die Gewänder der Frauen jetzt thongrundig, 
bei der zur L. mit Resten blauer, bei der zur 
R. von rosarother Farbe. In aufgesetztem Thone,
	        

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