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Full text: Die Sammlung antiker Vasen und Terracotten im K. K. Oesterreich. Museum

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III. Terracot'ten : .4) Figurale. 
tunt;, das r. Bein aus zwei Stücken; der r. Arm 
nicht zugehörig, auf demselben liest das vorne 
abgebrochene Stück eines Mantels statt des vom 
Rücken herkommenden Chlamyszipfels, fraglich 
auch die Zugehörigkeit des I. Unterarmes.) In 
Vorderansicht nach r. eilend, mit Vorgesetztem 
1. Beine; der r. Arm war nach rückwärts aus 
gestreckt, der 1. Unterarm trat frei heraus und 
war durchgesteckt unter der auf der r. Schulter 
zusammengehaltenen Chlamys, wie bei dem 
Pädagogen der Florentiner Marmorgruppe (Stark, 
XVI, q), dem die Terracottatigur im Gegensinne 
ziemlich genau entspricht, auch in der Haltung 
des seitwärts nach oben gewendeten kahlen 
Kopfes; ein barbarischer Bart durch dicke auf 
gesetzte Wülste angedeutet. Der Chiton mit ge 
gürtetem Ueberfall; ob mit Aermel, lässt sich 
nicht entscheiden. Hohe Stiefel. Im Hintergründe 
drei Löcher. H. o’22. (8727.) 
Nr. 872. Gruppe eines bärtigen Sklaven und eines 
todten Jünglings. (Auf der Rückseite stark ver 
schmiert, so dass sich der Grad der Zusammen 
setzung nicht genau bestimmen lässt, doch scheint 
dieselbe in allen Stücken richtig; der Rumpf 
des Mannes aus zwei Stücken, angesetzt sein 
Kopf und die Arme des Jünglings; die Basis 
fehlt.l Der Mann, der vorne kahlhäuptig ist und 
kurzen Chiton mit Aermelansätzen, sowie Stiefel 
trägt, hebt, in Vorderansicht mit vorgebeugtem 
Oberkörper stehend, einen todten Jüngling mit 
um die Mitte des Leibes gelegten Armen in die 
Höhe. Kopf und Arme desselben hängen nach 
vorne herab, seine Beine sind in Profilstellung 
nach 1. eingeknickt, die Zehen berühren den 
Boden. Er trägt kurzen Chiton mit Aermel 
ansätzen und Stiefel. Ein Loch im Hintergründe 
sowie ein senkrechtes auf dem Scheitel des 
Sklaven. H. o - 2. (8714.) 
Nr. 873 Hirsch. (Schweif fehlt; r. Vorderbein und 
Geweih angesetzt. Mit erhobenen Vorderbeinen . 
nach r. laufend. Vom Wagen der Artemis. In 
der Basis drei Löcher. H 0M7. (8720.) 
Erwähnt im Bullett. Nap. p. 49. 
Die Zugehörigkeit zur Niobiden- 
gruppe fraglich: 
Nr. 874. Weibliche Figur, i Der Kopf angesetzt, der r. 
gegen die Brust gebogene Arm nicht zugehörig, 
von einer grösseren Figur.) Nach r. auf das r. 
Knie niedergelassen, vor ihr ein runder Behälter, 
dessen Deckel die ausgestreckte L. fasst. Ihr 
Kopf in Vorderansicht geradeaus gerichtet. Sie ist 
bekleidet mit hochgegürtetem Chiton und Mantel, 
der von der Schulter herabgleitend vor dem r. 
Knie liegt. Das Haar nur wenig angedeutet. 
H. o-17. (8729.) 
Abgeb. Bullett. Nap. tav. III, 5 (= Stark, j 
VIII, 5). Wahrscheinlich eine blumenpflückende ] 
Kora, wie schon Stark p. 209 vermuthete. Vgl. | 
die Darstellungen des Koraraubes auf Sarko 
phagen bei Overbeck, Atlas der Kunstmytho 
logie, Taf. XVII, 4, 7, 8, 23. 
Nr. 875. Jugendlich männliche Figur. (Oberarme, 
Nacken, 1. Fuss, Hintergrund bis auf wenige 
Reste zwischen den Beinen und Basis fehlen.) 
In Seitenansicht nach 1. auf das r. Knie nieder 
gelassen, das 1. aufgestützt; der I. Oberarm ist 
wagrecht erhoben, der Kopf sinkt hinter dem- [ 
selben so herab, dass Nase und Mund den 1. 
Oberschenkel berühren. Der 1. Unterarm war 
wahrscheinlich nach oben erhoben. Die Rich 
tung des r. Armes unbestimmbar, da die Figur 
oben eine ganz wagrechte Bruchfläche zeigt. 
Sie trägt kurzen gegürteten Chiton, ohne dass 
an der Schulter ein Aermelabsalz angedeutet 
wäre. Die Figur macht den Eindruck, als ob 
sie sich vor einer von oben kommenden Gefahr 
ducke, in ihren Grössenverhältnissen und mit 
der geringen Relieferhebung weicht sie aber 
von den übrigen Niobiden zu sehr ab. H. o’n. 
(8726.) 
Nr. 876. Artemis.' (Kopf, r. Arm, 1. Hand, 1. Bein 
von der Wade abwärts und Hintergrund zwi 
schen den Beinen fehlen; angesetzt, aber un 
zweifelhaft ganz richtig, 1. und r. Bein.) Be 
kleidet mit kurzem, unter der Brust gegürtetem 
Chiton, auf der r. Schulter durch einen Knopf 
zusammengehaltener Chlamys und hohen Stiefeln. 
Sie eilt in sehr lebhafter Bewegung nach rechts, 
mit dem 1. Beine ausschreitend, das r. lang ge 
streckt und in Vorderansicht, der Oberkörper 
voran und von vorne gesehen, in die Höhe 
gewendet. Die Füsse setzten in einer geraden 
Linie auf, der 1. war nicht erhoben, wie Miner- 
vini 1. c. p. 104 annimmt, um auf den Wagen 
zu steigen. Die ganze Stellung der Figur ist 
die einer fliehenden, nicht einer bogenschiessen 
den, zumal da die etwas nach abwärts gebogene 
Linke, wenigstens soweit sie erhalten ist, von 
der Chlamys bedeckt war. Der r. Arm war nach 
den Falten an der Schulter zu schfiessen, er 
hoben, der Kopf wahrscheinlich zurückgewendet. 
Ein Pädagog ist deshalb weniger anzunehmen, 
weil die Figur für eine männliche zu schlank, 
in ihrer Bewegung zu jugendlich ist. Vielleicht 
Artemis beim Raube der Korar Vgl. die Sarko 
phag-Darstellungen bei Overbeck, Atlas der 
Kunstmythologie, Taf. XII, Nr. 8, 17, 18 u. 23. 
H. 018. (8716.) 
Erwähnt im Bullett. Nap. p. 49, beschrie 
ben p. 105. 
Nr. 877. Klagefrau in Chiton mit Ueberschlag; 
beide Arme mit offenen Händen in 
Brusthöhe erhoben, der Kopf zur Seite 
geneigt, das Haar aufgelöst auf die Schul 
tern fallend. An dem Gewände Reste 
von rosarother Farbe; braunroth Haare, 
Augen, Mund und Wangen. Hinten vier 
eckiger Ausschnitt, unten drei Löcher 
behufs Befestigung der Figur. Basis 
nicht erhalten. Aus Canosa, ehemals 
bei Raff. Barone. H. o't). (8713.) 
Unbestimmte griechische Fabricationsorte. 
Nr. 878. Der egyptische Gott Bees, sitzend, 
die Arme auf den Leib gelegt. Massiv. 
H. o - o8. (Samml. Przibram. 592?' m.) 
Nr. 879. Thronende Göttin wie Nr. 782, 
jedoch weniger plump, auf dem Haupte 
keine Stephane, der Thron ohne Arm 
stümpfe. Hinten und unten geschlossen. 
Böotisch t H. o - 17. Samml. Blum-Blanken 
egg. (7927.)
	        

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