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Volltext: Das Porzellanzimmer aus dem Brünner Palais Dubsky im Österreichischen Museum

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kaum anzunehmen, daß er in der Lage war, 
dieses Zimmer zu bestellen. Die Czobor haben 
allerdings seit alters her hohe Stellungen 
bekleidet. Ein Nachkomme des ersten be 
kannten Ahnen Johann Chubor (um 1360), 
Michael Czobor, war in der Mitte des XV. Jahr 
hunderts Burghauptmann der Festung Ofen; 
Emmerich (1488—1500) Burghauptmann von 
Preßburg. Der Obergespan des Komitats 
Bodrog, Emmerich Czobor (1492—1515), hatte 
einen Sohn Caspar (1505—-1540), der zu den 
Getreuen des Königs Ferdinand zählte. Ein 
j _ j H ^9f&h*Jfl anderer Emmerich (1572) ist Vizepalatin, 
wieder ein Emmerich 1625 Reichtagsablegat 
und 1630 Oberstmundschenk. 1652 wird Baron 
Valentin in den Grafenstand erhoben. Der 
1692 verstorbene Adam Czobor war General, 
Markus — der Gemahl der Fürstin Maria 
Antonia Liechtenstein und Vater des eben 
erwähnten Josef Czobor — war Obersttür 
steher. Mit Josef starb die Familie aus. 
Durch seine und seines Vaters Bezie 
hungen zum Hofe kann sonach als wahr 
scheinlicher angenommen werden, daß der 
seltsame Plattenbelag, der ja auf die früheste 
Zeit der Wiener Manufaktur zurückgeht, vor 
her schon andernorts in anderem, vielleicht 
kaiserlichem Besitze war, womit die schon 
vor elf Jahren von mir mitgeteilte Dubskysche 
Familienüberlieferung übereinstimmen würde. 
Für eine solche Wanderung, die bei 
dem häufigen Umbau und wiederholter Ver 
änderung der Inneneinrichtungen in dem bau 
lustigsten aller Jahrhunderte nichts Auffälliges 
wäre, sprechen auch das Brünner Haus und 
die in Holz geschnitzten, reich vergoldeten 
Fassungen des Zimmers, die mit ihrem kost 
baren Porzellanschmuck zu der Einfachheit 
des Gebäudes in keinem rechten Verhältnisse 
stehen. 
Das Gebäude selbst (Abb. 3), nur aus 
einem siebenfenstrigen Hauptgeschoß und 
einem viel niedrigeren Obergeschoß bestehend, zeigt in seiner gegen die 
Rudolfsgasse gelegenen Stirnseite den Übergang vom Barock- zum Rokoko- 
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Abb. 5. Türverkleidung
	        

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