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Volltext: Die Glassammlung des K.K. Österreich. Museums

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gemacht, in Formen gegossen und gepresst, durch Blasen oder Ziehen zu 
ausserordentlicher Dünne ausgedehnt, mit anderen Stücken desselben 
Stoffes durch Anschmelzen ohne Anwendung eines Lothes verbunden 
werden kann, so dass an Bildsamkeit ihm kein anderer dauerhafter Stoff 
gleichkommt, welches farblos bis zur vollen Wasserhelle, aber auch 
in allen erdenklichen Farben, einfarbig oder mehrfarbig, in verschiedenen 
Schichten übereinander, durchsichtig, durchscheinend und undurchsichtig, 
glänzend oder matt, den Lichtstrahl brechend oder spiegelnd herzustellen 
ist, — einen schönen Klang gibt, — durch Schleifen, Poliren, Graviren, 
Aetzen, Bemalen und Vergolden seine Oberfläche verändern und ver 
schönern lässt. 
Von Haus aus farbig (grün oder braun) in Folge der Anwesenheit 
\on Lisen, Kohle u. a. m. in den Rohstoffen, dient die Glasmasse zur 
Herstellung von Flaschen und ähnlichen Vorrathsgefässen; durch den 
Zusatz von Glasmacherseifen, Chemikalien, welche jene färbenden 
Bestandtheile neutralisiren, entfärbt, wird sie zu sogenanntem weissem, 
richtiger farblosem, Glase für Fensterscheiben, Spiegeltafeln, Gebrauchs- und 
Luxusgegenstände aller Art; diese farblose Glasmasse kann nun wieder 
künstlich gefärbt und in der Gefässbildnerei, dann als Glasfluss zur Nach 
ahmung von Edelsteinen, zur Glasmalerei, zur Herstellung von Mosaik 
würfeln, zur Schmelzmalerei auf Glas oder Metall, zum Glasiren und 
Decoriren on fl honwaaren u. a. m. benützt werden. 
Die Verschiedenartigkeit der Technik und des Zweckes nöthigt nun, 
die Glasarbeit in Gruppen zu sondern, Email, Mosaik, Glasmalerei — 
d. h. die Anfertigung von bemalten Glastafeln, welche bei durchfallendem 
Lichte zu betrachten sind, im Gegensatz zu der für auffallendes Licht 
beiechneten Malerei aut Glasgefässen etc. — als eigene Kunstzweige zu 
behandeln und die Malerei auf Thon der Keramik zuzuweisen, so dass 
unter Glas im engeren Sinne nur die Gefässbildnerei nebst den mannig 
fachen Arten der Ausschmückung von Glasgefässen, die Anfertigung von 
Schmucksachen und die Spiegelfabrication verstanden werden. 
Aut dieses Gebiet beschränkt sich die nachfolgende Darstellung. 
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