MAK

Volltext: Das k. k. Österreichische Museum für Kunst und Industrie

22 £*- 
aufgenommen von Baron Raimund Stillfried, eine andere desgleichen vom 
Marinearzt Dr. Heinrich v. Wawra, eine Ausstellung architektonischer Zeich 
nungen und Entwürfe der Architekten Ferstel und Hansen, von denen jener, der 
Erbauer unseres Hauses, damals allzufrüh aus dem Leben schied, während der 
andere seinen siebzigsten Geburtstag festlich beging. 
Den grössten augenblicklichen Erfolg hatte wohl die Specialausstellung älterer 
und neuer Bucheinbände, welche im Jahre 1880 die beiden unteren Säle VI und VII 
des Museums füllte. Mit Hilfe der Privatbibliotheken, z. B. der Liechtenstein’schen, 
der Sammlungen von Nathan Freiherrn v. Rothschild, des Herrn D. Spitzer in 
Paris u. A. bot sie eine vollständige Entwicklung dieses Kunstgewerbes vom 
Mittelalter her bis zur Neuzeit in ausgezeichneten, nach der Art mannigfachen 
Exemplaren, an welche sich die massgebenden Arbeiten der heutigen Leipziger 
grossen Buchbinderfirmen anreihten. Die Anregung, welche sie gewährte, machte 
sich sofort in der Wiener Buchbinderei bemerklich und diese Besserune, welche 
ganz insbesondere den eigentlichen Bibliotheksband betrifft, hat angehalten neben 
den Prachtwerken der Diplom- und Adressenhüllen, worin sich die Wiener 
Fabrication schon länger hervorgethan hatte. Auch diese Arbeiten waren in jenen 
Jahren mehrfach zur Ausstellung gelangt, insbesondere nach der Feier der 
silbernen Hochzeit des Kaisers Franz Joseph, welche eine reiche Fülle solcher 
Kunstwerke hervorgerufen hatte. 
Diesen Ausstellungen innerhalb der Räume des Museums, deren Auf 
zählung keineswegs auf Vollständigkeit Anspruch erhebt, ging die Theilnahme an 
fremden nebenher, sei es, dass das Museum die Leitung selbst in Händen hatte, 
sei es, dass es dieselben mit Gegenständen aus seinen Sammlungen beschickte. 
Eine ganz selbständige Ausstellung der Wiener Kunstindustrie — es waren die 
besten Namen vertreten — verbunden mit dem Wenigen, was Ort und Umgebung 
zu bieten hatten, besorgte das Museum im Jahre 1879 in Ischl, eine zweite 
ähnliche in Eger im Vereine mit der dortigen Handelskammer. Zu Paris im 
Jahre 1878 betheiligte sich das Museum an der dortigen Weltausstellung sowohl 
als Leiter wie als Aussteller, und ebenso geschah es 1876 auf der allgemeinen 
deutschen Kunstindustrieausstellung in München, wo die wohlgeordnete öster 
reichische Abtheilung die reichste Anerkennung fand. In den Provinzstädten 
Oesterreichs, sei es an den Sitzen der Statthaltereien, sei es an kleineren Orten, 
wurde fast keine Ausstellung gemacht, ohne dass sich das Museum mit einer
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.