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Volltext: Das k. k. Österreichische Museum für Kunst und Industrie

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faltiger auszubilden. Die somit veränderte »Vorbereitungsschule« erhielt den neuen 
Namen der »Allgemeinen Abtheilung«. 
Von grosser Bedeutung ist auch die Erweiterung des Unterrichts in der 
»Stillehre«, auf welche bis dahin zu wenig Nachdruck gelegt worden. Sie erhält 
vom Herbste dieses Jahres einen zweiten Lehrer, wodurch es möglich sein wird, 
jeden einzelnen Zweig des Kunstgewerbes nach seinem Material und seiner Eigenart 
in Betracht zu ziehen. Von Bedeutung ist auch die Ernennung eines ständigen 
Directors statt des Wechsels nach je zwei Jahren, welche nunmehr eine consequente 
und methodische Leitung in erfahrener Hand verbürgt. Endlich sei auch der Ver 
änderungen gedacht, welche mit der »che misch- technischen Versuchs 
anstalt« vorgenommen worden. 
Diese Anstalt hatte den doppelten Zweck gehabt, wie oben schon berichtet 
worden, einerseits der Industrie mit Versuchen, Analysen, auch wohl Erfindungen 
zu dienen, andererseits aber auch der Schule mit Anweisung und dem Materiale 
zu helfen, insbesondere auf dem Gebiete der Keramik und des Emails. Um dieerstere 
Aufgabe zu erfüllen, hätten ihre Mittel und Einrichtungen weitaus grösser sein 
müssen; es wurde daher dieses Ziel nur unvollkommen erreicht. Als dienlich in 
ausgezeichneter Weise erwies sie sich dagegen der Schule, und diesen engen 
räumlichen wie täglichen Beziehungen ist es zu verdanken, dass aus dem Schul 
atelier von Professor Macht eine neue Emailkunst erwuchs, welche in ihrer .Art 
heute einzig dasteht. Diese ursprünglich secundäre Seite der Anstalt war ent 
schieden zur Hauptsache geworden, und es kam nur darauf an, dies auch gesetz 
lich festzustellen. Der Tod des in mannigfacher Weise so sehr verdienten Leiters 
der Anstalt Franz Ko sch, welcher nach längerer Kränklichkeit im Sommer 1887 
erfolgte, erleichterte den Uebergang. Die Berathungen über die Veränderung 
fanden unter massgebender Mitwirkung des Curators Professor Alexander Bauer 
gleichzeitig und in Verbindung mit den Schulberathungen statt und führten zu 
dem Resultat, dass nunmehr die Versuchsanstalt als integrirender Theil zur Schule 
trat und ihr Leiter Mitglied des Lehrkörpers wurde; ihre Beziehungen zur Schule 
bildeten ihre erste Aufgabe, diejenigen aber nach aussen hin kamen in die zweite 
Linie. Die Leitung übernahm (zunächst in provisorischer Eigenschaft) ihr bis 
heriger Assistent Dr. Linke. 
Zu dem, was ferner in diesen Jahren verändert wurde, gehören auch die 
Publicationen des Museums. Die Zeitschrift »Mittheilungen des k. k. Oester-
	        

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