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Volltext: Katalog der Wiener-Congress-Ausstellung 1896

Die Kunst und Cultur zur Zeit des Wiener 
Congresses. 
Von Gustos Dr. Eduard Leiscliing. 
Die Ausstellung, welche das k. k. österreichische Mu 
seum für Kunst und Industrie hiemit eröffnet, legt es 
nahe, die Kunst und Cultur im ersten Viertel unseres Jahr- 
hundertes einer Betrachtung zu unterziehen. 
Den Ausstellungsgedanken zu rechtfertigen, dürfte nicht 
vonnöthen sein; soll das Unternehmen doch der Erinnerung an 
eine Epoche gelten, innerhalb deren unsere Stadt, wenn auch 
nur für einige Monate, der Mittelpunkt von ganz Europa 
gewesen ist. 
Die Napoleonische Hegemonie war vernichtet, der Corse auf 
Elba internirt, die Wiederherstellung der beraubten Staaten sollte 
beginnen, den langen, gräuelvollen Kriegen ein dauernder Frieden 
folgen. Alles athmete auf; Fürsten und Völker, durch den gemein 
samen Kampf gegen einen gemeinsamen Feind aufs innigste 
verbunden, vereinigen sich in freudigen Wünschen und Hoffnun 
gen für eine neue Ordnung der Dinge; die besten Kräfte werden 
rege, nun, da die blutigen Waffen niedergelegt weiden können, 
die edelste Friedensmission zu erfüllen. Die Regenten und Staats 
männer versammeln sich in Wien, dieses Werk vorzubereiten. 
Ernste Arbeit wechselt mit prächtigen Festen. Die Augen der 
Welt sind auf Wien gerichtet. 
Aber nicht dem Congresse allein gilt die Ausstellung; er 
war nur ein flüchtiger, allerdings ein glanzvoller Moment in ent 
wicklungsreicher, schaffensfreudiger Zeit. Es soll die ganze Epoche 
von 1800 bis 1825 charakterisirt werden, und nicht nur Wien und
	        

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