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Volltext: Die Ausstellung oesterreichischer Kunstgewerbe 4. November 1871 - 4. Februar 1872

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namen nicht genannt haben, ist es bekannt, dass sie mit hervorragenden 
Künstlern in lebhaftem Geschäftsverkehre stehen. 
Unter den Künstlern, die genannt werden, sind einige, welche selbst 
ständige Zeichnungen und Entwürfe zur Ausstellung gebracht haben, wie 
der Bildhauer Benk, der Historienmaler Mader in Innsbruck. 
Als Zeichner für kunstgewerbliche Zwecke im engeren und eigent 
lichen Sinne des Wortes sind, ausser den Professoren an der Kunstge 
werbeschule, aufgetreten die Herren Hatzinger, Rödlj Drahan 
Brunner, Castamagna, Lieb (Zeichenlehrer an der Gumpendorfer 
Webereischule), der Architekt Groner (in Verbindung mit seinem Bruder 
dem Hofbuchbinder Groner), -Isella, Sodoma sen., Sodoma jun. 
(Lehrer an der Zeichenschule des Frauenerwerbvereines), Wol a n ek (Pro 
fessor an der Wiedener Ober-Realschule), Rigler, Boo & Morchen- 
stern, Wachsmann (in Prag), Fischb.ach (jetzt in Hanau), F. Jobst, 
Albert, A. Mögele, denen sich die Modelleure Melnitzky, Hutterer, 
Kuschmann, Kühne , Josef und Minna Weitmann, Koch, Sagmei 
ster, die Maler Macht, Schmidt (Maler bei Haas & Gzizek in Schlaggen 
wald), Hubl, und die Ciseleure Mayer und Schwarz anschliessen. Von 
auswärtigen Zeichnern stehen die Herren Fischbach (Lehrer an der Ha 
nauer Kunstschule) und Prof. Herdtle in Stuttgart mit unseren Indu 
striellen, so weit es auf der Ausstellung klar wird, in Verbindung. 
Am meisten werden Zeichner für Weberei, Glasindustrie und Tisch 
lerei gebraucht; auf ersterem Gebiete werden die meisten Namen auch 
ausdrücklich genannt, von der Firma Phil. Haas & Söhne allein sechs. 
Dazu kömmt noch , dass mehrere Zeichner, Bildhauer und Architekten 
nicht genannt werden, von denen es aber notorisch ist, dass sie sich 
mit Aufgaben der Kunstindustrie beschäftigen. 
Erwägt man nun, dass es vor einem Jahre in Wien noch keine Kunst 
gewerbeschule gegeben hat, dass man erst seit dem Bestehen dieser Schule 
dem Zeichenunterricht eine besondere Aufmerksamkeit widmet, dass die 
Malereischule reformirt, in den Kronländern zu Hallein, Gablonz, Haida, 
Specialschulen errichtet, andere Specialschulen, wie in St. Ulrich im • 
Grödnerthale, in Ellbogen in Errichtung begriffen sind, dass ausserdem 
einzelne Vereine, wie im Frauenerwerbvereine in ^Wien und Prag, einzelne 
Genossenschaften, wie die der Posamentierer, dem Zeichenunterrichte eine 
ganz besondere Aufmerksamkeit widmen, erwägt man endlich, dass durch 
Zeichen- und Modellvorlagen in allen Schulen Sorge getragen wird , so 
wird man nicht verkennen, dass das, was früher ausgesprochen wurde, 
eine volle Wahrheit ist: das bedeutsame Hervortreten der Zeichner sei 
auf der Ausstellung des Museums eine der erfreulichsten Erscheinungen 
in der kunstgewerblichen Bewegung der Gegenwart für Oesterreich. 
E.
	        

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