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Volltext: Die Ausstellung oesterreichischer Kunstgewerbe 4. November 1871 - 4. Februar 1872

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dass auch sogenannte Gürtler aus den Kronländern und aus Wien, Fr. 
Födinger aus Gmunden, Biendl aus Innsbruck, F. Adler aus Wien 
Bronzeobjecte zur Ausstellung gebracht haben. Ausserdem aber gibt es in 
Wien noch Bronzefabrikanten, die nicht ausgestellt haben. 
Brix & Anders, Carl Haas und Turbain haben nur wenige 
Bronzegegenstände ausgestellt, von denen jeder für sich besondere Ver 
dienste in Anspruch nehmen darf. Auf stylvolle Durchbildnng legen 
Brix und Anders und C. Haas ein besonderes Gewicht. Turbain’s 
»Venus und Amor« nach dem Modelle des Prof. König gegossen, ist mit 
besonderer Sorgfalt ciselirt. Eine specielle Aufmerksamkeit verdienen die 
aus freier Hand geschnittenen Bronzeornamente in den Galanteriearbeiten 
von A. Klein, und die geistvoll erfundenen und virtuos durchgeführten 
Ornamente auf den Kunst-Buchbinderarbeiten von Groner. 
Eine Specialität auf dem Gebiete der Metallplastik ist Carl Haas. 
Bekannt als eminenter Galvanoplastiker und wissenschaftlich gebildeter 
Techniker, ist Carl Haas diesmal zum ersten Male als Bronzegiesser 
aufgetreten mit der Reproduction des bekannten pompejanischen Silen als 
Lampenträger und mit Kirchengefässen im romanischen Style. Wir kommen 
in der Abtheilung über kirchliche Kunst noch auf diese Ausstellung zu 
rück, hoffend, Herrn Haas noch öfters als Metalltechniker im Museum zu 
begegnen. Er gehört in die Reihe jener bescheidenen Oesterreicher, die, 
ihr Licht unter den Scheffel stellend, seltener in der Oeffentlichkeit er 
scheinen, als es in ihrem eigenen Interesse • läge. 
Auch wenn man die Bronzedecoration bei den Lüsters und Tafelauf 
sätzen von A. Lobmeyr, so wie die von Koch effectvoll componirten 
Figuren an einem Tafelaufsätze von Ulrich in Betracht zieht, nimmt 
man wahr, dass diesem Fabricationszweige eine ganz besondere Aufmerk 
samkeit von jenen Industriezweigen zugewendet wird, welche Bronze nur 
gewissermassen als Beiwerk benützen. 
Bei der Pianofortefabrication und der Kunsttischlerei, allerdings weniger 
als es in Frankreich der Fall ist, kommt gleichfalls Bronze bei uns viel 
fach in Anwendung. 
Als Bronzefabrikanten im grossen Style treten diesmal Hollen- 
bach’s Erben, Hanusch, J. Grüllemayer und F. Hagemayer auf; 
Hollenbach’s Erben mit einer grossen Anzahl von vorzüglich gearbei 
teten, meist für den besseren Hausbedarf berechneten Gegenständen: Can- 
delaber, Steh-, Wand- und Hängeleuchter, Rosetten u. s. f. So gross die 
Anzahl dieser Gegenstände ist, so geben sie ebenso wenig ein vollstän 
diges Bild von dem Umfange der Fabrication von Hollenbach’s Erben, 
als die Gegenstände, welche Hanusch ausgestellt hat. 
Bei Hollenbach muss speciell die Aufmerksamkeit auf die mattver- 
goldeten Figuren an den grossen von Th. Hansen gezeichneten Bronze 
candelabern gelenkt werden — es ist das erste Mal, dass diese, sonst
	        

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