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Auch dessen Vater war bereits Weber und auf dem 
»Grunde« dieser Industrie in Wien, in der Vorstadt Gumpen- 
dorf ansässig, in welcher wir ebenso das Stammhaus des 
jetzigen Haas’schen Geschäftes finden; und wahrscheinlich 
hatten auch dessen Voreltern schon denselben Lebenserwerb 
gehabt. Wenigstens scheint er sein Gewerbe unverändert nach 
alter Art betrieben zu haben, da er es gar nicht gebilligt 
haben soll, dass sein — 1791 geborener — Sohn Philipp sich 
neben den praktischen Handgriffen theoretische Kenntnisse 
aneignete und das Manufacturzeichnen erlernte. Wie sehr dem 
Letzteren zu Statten kommen sollte, dass er etwas von Physik 
und Chemie und Mechanik verstand, mochte der Vater nicht 
ahnen; von der Nützlichkeit des Zeichnens aber sollte er bald 
überzeugt werden. Im Jahre 1810 wurde dem jungen Philipp 
Haas in der Manufactur-Zeichenschule ein Preis von 60 Gulden 
zuerkannt, und mit diesem Capital richtete er sich eine eigene 
Werkstätte ein. Damals beherrschte England mit seinen Fabri- 
caten so vollständig den Weltmarkt, dass es beinahe vermessen 
erschien, ihm ein Terrain streitig machen zu wollen. Der 
unternehmende junge Mann schrak jedoch davor nicht zurück. 
Er sagte sich, dass auch die englische Industrie nicht immer 
obenan gewesen, und dass der Weg, der sie zur Höhe geführt 
hatte, Anderen nicht versperrt sei. Zunächst galt es, von den 
Engländern zu lernen, wie sie es gemacht hatten; es ihnen 
pfleichzuthun, das österreichische Publicum allmählich an die 
Vorstellung zu gewöhnen, dass es ebenso solide Waare für 
billigere Preise im Lande selbst erhalten könne. Weiter hinaus 
dürfte Philipp Haas wohl lange nicht gedacht haben. Aber so
	        

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