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Volltext: Wettbewerb-Ausschreibungen der K.K. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien im Jahre 1915

WETTBEWERB 
ZUR GEWINNUNG VON ENTWÜRFEN FÜR EINE 
„ÖSTERREICHISCHE VÖLKER-und RUHMESHALLE“. 
AUSGESCHRIEBEN AM 25. MAI 1915. 
EINZUREICHEN AM 31. JULI 1915. 
FÜNF GLEICHE PREISE VON JE K 1500. 
N och fehlt in der Fülle von Denkmalen aller Art, welche Oesterreichs Gaue und Städte 
schmücken, eines, das in der Absicht geschaffen worden wäre, mit den Mitteln edelster 
Kunst die Erinnerung an das ruhmreiche Werden und Wachsen unseres Vaterlandes von seinen 
sagenhaften Anfängen an bis zum heutigen Tage, in Krieg und Frieden, immer wieder zu wecken 
und lebendig zu erhalten; noch trägt der an Geschicken überreiche Boden Wiens kein ragendes, 
zum eigenen Volke wie zum fremden in gleich zwingender Weise redendes Wahrzeichen in Stein 
oder Erz, das der weltgeschichtlichen Bedeutung dieser uralten Völkersiedlung und seiner Kultur 
sendung wirklich gerecht würde. 
In den Tagen unserer eisernen Zeit ist mit neu belebter Kraft der Gedanke der Volks 
zusammengehörigkeit, der Reichseinheit wieder erblüht; j'ener Gedanke, der sich seit altershei in 
den glänzenden Taten unserer Heere und in zahllosen Werken des Friedens bewährt hat und 
immer wieder bewähren wird. Aus diesem Bewusstsein ist der Plan entstanden, dem Wirken 
unserer Vorfahren zum Gedächtnis, unseren Nachkommen zur ernsten Mahnung ein alle Zeiten 
überdauerndes Zeichen an denkwürdiger Stätte aufzurichten. 
Es soll also im Weichbilde Wiens ein mächtiges Baudenkmal geschaffen werden, der grossen 
Vergangenheit unseres Vaterlandes und den glorreichen Geschehnissen in Oesterreichs Geschichte 
zum Gedächtnis: 
„Eine österreichische Völker- und Ruhmes halle“. 
Auf den Vorbergen des Kahlengebirges, welches die Römerherrschaft, die Völkerwanderung, 
den Zug der Nibelungen sah, an dessen Fuss der Sieg der abendländischen Kultur über die 
Völkerheere des Ostens vollendet wurde, soll sie errichtet werden, weithin ausschauend in die 
Ebenen der Donauauen und des Marchfeldes. Zugleich ein gewaltiges Denkmal zeitgenössischer 
Kunst, soll sie der vaterländischen Gesinnung unserer Tage zur Ehre gereichen. 
Die Gemeinde Wien wird bestrebt sein, den Plan der Errichtung einer Völker- und 
Ruhmeshalle nach Kräften zu fördern. Von dieser Absicht geleitet, veranstaltet sie einen Wett 
bewerb, um Anregungen über die Art und Ausgestaltung einer solchen Denkmalsanlage zu 
gewinnen. Alle Wiener Baukünstler sind eingeladen, ihr Können in den Dienst der Sache zu stellen. 
Für diesen Wettbewerb werden nachfolgende Bestimmungen getroffen: 
I. An der Preisbewerbung können im Sinne des am 8. Jänner d. J. gefassten Stadtrats 
beschlusses alle in Wien ansässigen selbständigen Baukünstler deutscher Volkszugehörigkeit 
teilnehmen. 
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