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Volltext: Die historische Ausstellung von Wand- und Plafond-Decorationen im Sommerhalbjahr 1885

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Unsere Ausstellung versucht allen diesen Gesichtspunkten gerecht 
zu werden. Sie zeigt das Ornament wie das großartige Wandgemälde; 
sie schließt das letztere (in der Regel) nur dann aus, wenn es von jeder 
Umgebung, von jeder umrahmenden Decoration losgelöst wiedergegeben 
ist. Sie zeigt ihren Gegenstand in historischer Folge, geordnet nach den 
großen geschichtlichen oder nationalen Kunststylen, wie sie einer nach 
dem andern aufgetreten sind. Wir lassen sie auch so räumlich in der 
Aufstellung einander folgen, indem wir (rechts vom Aufgang der Stiege) 
mit den Aegyptern in den oberen Arkaden beginnen, und umwandelnd 
unter den Arkaden noch die griechische und römische Decoration, die 
Malerei der Katakomben, die byzantinische Decoration und die Glasmosaik 
und die des Mittelalters nordwärts der Alpen passiren. Im Saal IX, den 
wir sodann betreten, gelangen wir durch die frühe italienische Decoration 
zur Renaissance, die wir allseitig kennen lernen. Der Vorlesesaal führt 
uns dann durch die Barockzeit bis an den Anfang des 19. Jahrhunderts, 
als an unseren Grenzpunkt. Hier hat auch noch die orientalische Deco 
ration, obwohl im System die vierte Gruppe, ihren Platz gefunden, weil 
sie, Mittelalterliches und Modernes umfassend, sich in den Gang der histo 
rischen Entwickelung schwer einfügen ließ. 
Das Material, das an Abbildungen jeglicher Art zu Gebote stand, 
war mehr als der verfügbare Raum fassen konnte. Schon der gegen 
wärtige Bestand der Bibliothek und der Vorbildersammlung des Museums 
hätte zum großen Theil hingereicht; wo w T ir aber Originalzeichnungen 
von auswärts hatten, zogen wir es vor, diese vor Allem zu verwenden 
und etwaige zweite Darstellungen desselben Gegenstandes aus dem Museum 
zurückstehen zu lassen. Und originale Aufnahmen sind uns reichlich zur 
Verfügung gestellt. Zuerst sei hier mit dem Ausdruck ergebensten Dankes 
die k. k. C e n t r a 1-C o m m i s s i o n für Kunst- und historische 
Denkmale genannt, deren Präsident, Se. Exc. Freiherr A. von Helfert, 
die Mappen ihrer Sammlungen zu unserer freien Auswahl öffnete. Wir 
verdanken ihnen die Hauptstücke unserer mittelalterlichen Abtheilung, 
insbesondere die Copien der Wandmalereien anf Runkelstein von Adolf 
Becker und E. Nor di o. Zum Zweiten war es die k. k. Akademie der 
bildenden Künste, welche uns eine Auswahl aus ihren Sammlungen 
gestattete. Von Schulaufnahmen stellten die S t a a t s g e w e r b e s c h u 1 e in 
Innsbruck wie die in Graz durch die Herren Director Deininger 
und Professor Lacher erfreuliche Beiträge, desgleichen die Kunst 
gewerbeschule des Oester r. Museums, deren im Jahre 
1874 im Tiroler Schlosse Velthurns gemachte Aufnahmen und Copien 
wir wieder zur Ausstellung bringen konnten. Sodann fühlen wir uns 
einer Reihe Architekten für ihre werthvollen, mit Liberalität zur Verfü 
gung gestellten Beiträge zum Danke verpflichtet, den Herren: Professor 
Hermann Herdtle in Wien, Leop. Theyer in Bozen, Ad. Ginzel 
in Pilsen, ,T. Wastler in Graz, K. Mayreder, C. Sitte in Wien
	        

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