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Volltext: Special-Ausstellung weiblicher Handarbeiten im k. k. österr. Museum für Kunst und Industrie

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cation, "vielfältige Knüpfarbeiten und ganz besonders ein in feinster 
Flachstickerei ausgeführter Rococo-Fächer, zeigen, dass diese Anstalt 
unter der Leitung der Lehrerin Emma Felgel ausschliesslich die 
neue, gute Richtung eingeschlagen hat. Auf der gleichen Bahn schreitet 
die Mädchen-Arbeitsschule in Klagenfurt vorwärts. Hier sind hübsche 
Goldstickereien, Filets, farbige Spitzen etc. wie auch ein Fächer in 
spanischer Goldspitze zu sehen, welcher Eigenthum der Frau Kron 
prinzessin Stephanie ist. Die Stickercischulc des Isiaelitischen Mädchen - 
Unterstützungsvereines, deren Arbeiten in demselben Kasten untei- 
gebracht sind, hat Proben der meisten jetzt üblichen Stickereitechniken 
vorgelegt, als deren beste ein Kissen in italienischem lavoro ä maglia 
hervorzuheben ist. Die Collection von Arbeiten des Frauenvereines für 
Arbeitsschulen, unter dem Protectorate der Frau Erzherzogin Marie 
Rainer stehend (Präsidentin Frau Fürstin Henriette Liechtenstein)» 
weist durchwegs tüchtige, fieissige Leistungen auf. Man sieht hier alle 
Arten von Näharten, sowie feine Häkeleien, Strickereien, Weisssticke 
reien u. dgl. m. 
Die Schularbeiten aus dem Kloster der Tertianerinnen in Botzen, 
zu welchen man sodann gelangt, dienen hauptsächlich kirchlichen 
Zwecken. In Tülldurchzug (eine Arbeitsart, die in neuester Zeit wieder 
vielfach geübt wird) sind breite Altarspitzen mit entspiechendei stilisiiter 
Zeichnung gearbeitet. Vielerlei stellt ferner die Privatanstalt des 
Frl. Charlotte Hofer aus; wir finden da einige gute, zu decorativen 
Zwecken bestimmte Arbeiten, namentlich einen schönen Behang in 
Applications- und Flachstickerei. Reichhaltig ist die Collection von 
zumeist farbig verzierter Wäsche, welche Marie v. Mayeiberg, 
Lehrerin für Handarbeiten in Krakau, eingesendet hat. Als in empfehlcns- 
werther Weise vertreten zeigt sich auch die conccssionirte Lehranstalt für 
Kunststickerei der Frau Antonia Schönberger, welche nebst ver 
schiedenen Arbeiten einfacherer Art einen Ofenschirm in Flachstickerei, 
sowie einen reizenden Fächer in Point d’Espagne von mustergiltiger 
Ausführung bringt. Weiter sind von Schulen zu erwähnen: Das Institut 
Simonson, die Privatlehranstalt Hildebrand und Therese Rotter. 
Neben den Arbeiten der Letzteren liegt ein von H. Egghard 
in persischer durchbrochener Stickerei ausgeführtes Sachet aus creme 
farbiger Seide. Diese reizvolle, der Phantasie der Stickerin den 
freiesten Spielraum gönnende Technik, womit die Perser prachtvolle 
Decken herstellen und ihre Frauen die Schleier schmücken, durfte in 
Folge ihrer vielseitigen Verwendbarkeit und der verhältmssmassig 
geringen Herstellungskosten, wenn die Industrie sich ihrer bemächtigt, 
bald zur Modearbeit werden. . .... 
Den übrigen Raum der freistehenden Schränke im Saale VII 
nehmen die von Berufsstickerinnen eingeschickten Objecte und Damen 
arbeiten ein. Wir heben hier zunächst hervor die von A. Studnicka
	        

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