MAK

Volltext: Ausstellung von älteren japanischen Kunstwerken

weit gehendes Kopieren der Natur; auch sind 
europäische Einflüsse, die vielleicht schon etwas 
früher hie und da sich geltend gemacht haben, 
nicht selten zu bemerken. 
Die großen Wandlungen der Fünfziger- und 
Sechzigerjahre des XIX. Jahrhundertes scheinen 
der Kunstentwicklung zunächst nicht günstig 
gewesen zu sein. 
In den letzten Jahren, besonders auf der 
Weltausstellung vom Jahre 1900 konnte man 
bemerken, daß der Japaner jetzt vielfach sein 
Auge an das plastische Sehen des Europäers 
zu gewöhnen sucht, während er bis dahin — 
in gewissem Sinne selbst in der Plastik — 
flächenhafte Erinnerungsbilder wiedergegeben hat, 
ähnlich wie der Europäer des Mittelalters. 
HOLZSCHNITT UND 
FARBENDRUCK. 
In Japan verwendete man zum Holztafel 
druck in der Regel Platten aus Kirschholz. Auf 
die Platte wurde die auf durchsichtigem Papier 
ausgeführte Zeichnung mit der Bildseite nach 
unten befestigt, worauf der Holzschneider das 
leere Papier zwischen den Linien der Zeichnung 
entfernte und das überflüssige Holz mittels kleiner 
Meißel wegschnitt, so daß schließlich nur die
	        

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