MAK

Volltext: Katalog der Internationalen photographischen Ausstellung im Oesterr. Museum für Kunst und Industrie 1881

IV 
Photographische Verfahren. 
verfall reu) oder in dem Collodion die empfindlichen Silberverbindungen 
zu einer milchigen Flüssigkeit fein vertheilt erzeugt (Emulsion), die man 
im Augenblicke des Bedarfes auf die Platte giesst (Collodion- 
Emulsionsverfahren). An die Stelle des Collodions wurde in neuerer 
Zeit die Gelatine gesetzt und hiemit ein neues, meist durch gesteigerte 
Empfindlichkeit sich auszeichnendes Verfahren geschaffen (Gelatine- 
Emulsionsverfahren). 
Das Bade verfahren beruht darauf, dass man nach der Sen- 
sibilisirung die Platte so lange sorgfältig wäscht, bis das ablaufende 
Wasser nicht eine Spur von gelöstem Silbersalz enthält, wodurch die 
Platte ihre Empfindlichkeit am Lichte verliert, die man in begrenztem 
Masse wieder ertheilt, indem man sie mit Lösungen oder Auszügen ver 
schiedener Substanzen übergiesst, die man auftrocknen lässt. Je nach 
der angewandten Substanz (Präservativ) werden mannigfache Trocken 
verfahren unterschieden, so z. B. Tannin-, Kaffee-, Thee-, Bier- 
Honig-, Ko s in en-, Morphin-Verfahren u. a. m. — Die so her 
gestellten Platten können vor der Exposition in dunklen und trocknen 
Räumen lange und auch meistens nach der Exposition durch einige Zeit 
aufbewahrt werden, ohne dass im ersteren Falle die Empfindlichkeit der 
Schicht, im letzteren Falle der Lichteindruck alterirt wird. Das Hervor 
rufen, Fixiren und Verstärken dieser Negative stimmt in der Hauptsache 
mit den Operationen beim nassen Verfahren überein. Die auf dem an 
gedeuteten Wege erhaltenen Trockenplatten bieten bei Reisen und wissen 
schaftlichen Excursionen den Vortheil, dass das photographische Labora 
torium entbehrlich ist und die exponirten Platten erst bei der Rückkunft 
entwickelt werden können, zeigen aber in der Regel den Nachtheil, dass 
die Exposition viel länger dauert als bei nassen Platten. 
Das C ollo dio n - Emulsi ons verfahr en verdankt seine Ent 
stehung dem Bestreben, die empfindliche Substanz in dem Medium, mittelst 
dessen sie auf der Platte befestigt ist, zu vertheilen und die lästige Operation 
des Waschens jeder einzelnen Platte zu umgehen, ausserdem die Empfind 
lichkeit durch gewisse Silberverbindungen und deren Molecularzustände 
zu erhöhen. Zu diesem Zwecke wird im Collodion, welches Bromsalze 
gelöst hat, durch Einträgen von salpetersaurem Silber ein Niederschlag 
von Bromsilber erzeugt und der Ueberschuss der ursprünglich genommenen 
Chemikalien sowie der durch die Reaction derselben aufeinander ge 
bildeten Salze dadurch entfernt, dass man das Pyroxylin sammt dem 
vertbeilten Bromsilber mittelst Wasser ausfällt. Die ausgeschiedene Masse 
wird nach sorgfältigem Waschen mit Wasser wieder in Aether und 
Alkohol aufgelöst, eventuell diese Lösung mit sogenannten Sensibilisatoren 
(so z. B. Morphin) versetzt und schliesslich auf Glasplatten aufgegossen 
und getrocknet, was bei der Flüchtigkeit der Lösungsmittel sehr rasch 
erfolgt. Die anderen Operationen des Emulsionsprocesses stimmen mit 
denen der früher skizzirten Methoden überein. 
Das Gelatine-Emulsionsverfahren wird ganz dem Collodion- 
Emulsionsprocess analog durchgeführt. Bromsilber wird nämlich in einer 
Lösung von Gelatine in warmem Wasser durch heftiges Schütteln zu 
einer Emulsion vertheilt und damit werden Glasplatten überzogen und 
getrocknet. Da die Gelatine in kaltem Wasser nur aufquillt, aber
	        

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