MAK

Volltext: Katalog der Internationalen photographischen Ausstellung im Oesterr. Museum für Kunst und Industrie 1881

Photographische Verfahren. 
VII 
(Sensibilisiren) bildet sich neben dem Chlorsilber auch Silher- 
albuminat, welches im Copirprocess schönere und wärmere Farbtöne 
liefert 1 ). 
Pigmentdruck. 
Der Pigmentdruck, oft auch Kohledruck genaunt (weil der 
Kohlenstoff in seinen verschiedenenModificationen, als: Buss, Graphit, fein 
gepulverte Holzkohle der häutigst benutzte Farbestoff ist), beruht darauf, 
dass Leim oder Gelatine mit Kaliumbichromat (rothem chromsauren Kali) 
gemischt, durch die Einwirkung des Lichtes im warmen Wasser unlöslich 
wird und demnach ein beigemischtes Farbenpulver zurückhält. — Zum 
Pigmentdruck wird ein Blatt Papier mit einem Gemisch von Gelatine, 
Zucker oder Seife und fein gepulverter Farbe überzogen und nachdem 
die gebildete Schicht erstarrt ist. getrocknet. Dieses Papier lässt man 
vor dem Copiren auf einer Lösung von Bichromat schwimmen und 
hierauf im Dunkelraum trocknen. Exponirt man solches Papier unter 
einem Negativ, so wird, je nachdem das Licht von letzterem durch 
gelassen wird, eine mehr oder weniger starke Lage der Gelatine 
schicht unlöslich, und wird, wenn statt des Kohlenstoffs eine weisse 
Farbe beigemischt wurde, auch die positive Zeichnung braun auf dem 
durch das chromsaure Kali gelb gefärbten Grunde erscheinen, was jedoch 
bei dunklen Farbetönen nicht möglich ist. — Bei einer linearen Zeichnung 
und einer dünnen Gelatineschicht kann, da an den vom Lichte getroffenen 
Stellen die Gelatine gleichmässig bis auf die Papierfläche unlöslich wird, 
durch Behandlung mit warmem Wasser die lösliche Masse beseitigt und eifle 
vollständige Copie erhalten werden. Im Falle das Negativ jedoch Halbtöne 
hat, werden beim Lösen die nur an der Oberfläche des Pigmentpapieres 
befindlichen und nicht bis auf die Papierfläche unlöslich gemachten Partien 
der Zeichnung allmälig abgeschwemmt und dadurch eine unvollständige 
positive Copie erhalten. Um diesem Uebelstande zu begegnen, wird das 
Pigmentpapier, unmittelbar nachdem es aus dem Copirrahmen kommt, 
auf einer Unterlage, wie z. B. auf einer Glasplatte oder auf besonders 
präparirtem Papier durch Adhäsion befestigt, indem man das Papier 
mit der Bildfläche unter Wasser an die genannte Unterlage presst 
und hierauf das Wasser aus dem Zwischenräume durch Streichen mit 
einem elastischen Lineal vollkommen beseitigt. Durch Behandeln mit 
Wasser von allmälig steigender Temperatur wird nun das ursprünglich 
als Träger der Gelatine- und Farbmasse dienende Papier und die durch 
das Licht unveränderte Gelatine sammt der überschüssigen Farbmasse 
beseitigt, d. h. das Bild entwickelt, und letzteres schliesslich durch 
Behandeln mit einer verdünnten Lösung von gewöhnlichem Alaun oder 
Chromalaun gegerbt, um die Unlöslichkeit zu erhöhen. Bei dem eben 
beschriebenen Vorgang (einfache Uebertragung) erscheinen, wenn 
nicht das Negativ umgekehrt wurde, unsymmetrische Objecte hinsichtlich 
der Stellung verkehrt und muss man daher für gewisse Beproductionen, 
um das Bild in richtiger Stellung erscheinen zu lassen, dasselbe von 
') Neben dem Silberdruck kommt auch in neuester Zeit vereinzelt das 
Copiren mit Platinsalzen (P1 atinotypie) zur Anwendung. Bezüglich der Ver 
fahrens genügt es, hier auf die Ausstellung der Platinotype-Company C 23 und 
die beigegebene Notiz zu verweisen.
	        

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