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Objekt: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe III (1867 / 27)

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(England), Most d: Schröder (Dänemark), Cousin (Frankreich) ha- 
ben in diesem Fache besonders gelungene Arbeiten geliefert. Lafon de 
Camersac hat die Porträte von 18 Mitgliedern der „Societe francaise de 
Photographie" in der Grüsse von 7 + 9 C. Mtr. in vorzüglicher Aus- 
führung und viele andere Aufnahmen. sowohl Porträts als LandschaRen 
und andere Gegenstände zu 14 + 18 C. Mtn, ja bis zu 30 C. Mtr. Höhe 
ausgestellt. Die feinen Uebergänge in den Halbschatten, die Plastik in 
den Köpfen zeichnet diese Email-Photographien besonders aus. 
Leth, welcher auf Porcellan-Gefassen eingebrennte Bilder ausstellte, 
hat hierin eine hohe Stufe der Kunstfertigkeit erreicht, und es muss hier 
wohl erwähnt werden, dass seine Preise um das Dreifache von den Preisen 
des Herrn L. de Camersac überstiegen werden. Es verdient speciell 
bei diesem Gegenstande die billige und gleichzeitig gediegene Herstellung 
eine besondere Berücksichtigung. 
Bei summarischer Betrachtung zeigt wohl die diesjährige Ausstel- 
lung, dass die Photographie immer mehr und mehr und in allen Schich- 
ten des praktischen Lebens zur Verwendung gelangt. Bei den hetero- 
genstem Dingen erscheint sie als Hilfsmittel, und dennoch hat sie sich weit- 
aus noch nicht in allen einzelnen Fächern, in welchen sie wirken könnte, 
die Geltung verschstft, die ihr wohl mit der Zeit noch werden muss. 
Und dies - nämlich sich all' der Thätigkeiten zu bemächtigen, deren sie 
fähig wäre, alle Rir sie noch unhenützten Quellen zu erschliessen, jede 
mögliche Gattung ihrer Verwendbarkeit zu] verwerthen, sollte in aller- 
erster Linie Aufgabe der Photographie sein. Hierin liegt der Schwer- 
punkt ihrer Vervollkommnung, weil hier einerseits ihre Existenzmittel zu 
suchen sind, und anderseits dadurch auch wieder der Bedarf gesteigert 
wird. Nur jene Zweige des menschlichen Schaffens, die zum allgemeinen 
Bedürfnisse werden, sind grosser, stetiger Verbesserung und Ausbildung 
fahig. Und diese Auifassung scheint auch eine allgemeine Würdigung 
gefunden zu haben. Das Bestreben sich auszubreiten, dem älteren 
Stamme stets neue Reiser einzupropfen, ist im wohlverstandenen Inter- 
esse der Photographie ellenthalben sichtbar gewesen. 
Eine epochemachende, das bisherige Wesen, der Photographie in 
ihren Hauptbedingungen umändernde Neuerung, eine Verbesserung oder 
Eründung, durch welche bereits jetzt für die Photographie eine neue Aera 
beginnen würde, ist von keiner Seite bekannt geworden. 
Was speciell die Leistung der österreichichen Photographie hehim, 
so muss - und zwar ohne alle patriotische Rücksichtnahme- 
gesagt werden, dass sie sich in vollkommen würdiger Weise jener der 
Franzosen anschloss, und trotzdem. dass mancher Name von gutem Klange 
fehlte, trotzdem, dass in räumlicher Beziehung die österreichische Photo- 
graphie auf der Ausstellung viele Hindernisse erfuhr, war sie doch so 
tüchtig repräsentirt, dass sie von den Leistungen keiner andern Nation
	        

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