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Objekt: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 96)

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Walther Maria Neuwirth 
GEORG PEVETZ - 
LEBEN UND WERK 
Die künstlerischen Manifestationen der Wiener 
zwanziger Jahre sind bereits ein interessantes 
Kapitel der österreichischen Kunstgeschichte. lm 
Gewirr starker geistiger Kraftlinien, einer funda- 
mentalen, barocken Gesinnung, klassizistischer 
Tendenzen, einer traditionellen. überwelken Aka- 
demik. des Jugendslils und der damals im Aufbruch 
befindlichen Expression steigt nun neben Ko- 
koschka, Wiegele. Kolig, Faistauer und Boeckl 
die dynamische Künstlerpersönlichkeit des Gra- 
phikers und Malers Georg Pevetz immer deutlicher 
empor. Kein anderer hat so wie er die verzweigte 
Problematik seines Dezenniums prägnanter der 
Nachwelt überliefert. 
Seine bis zur Monumentalitüt gesteigerte Aus- 
druckskunst und seine technische Vielseitigkeit 
legen es nahe. ihn als den „Vollender der maleri- 
schen Graphik des Wiener Expressionismus der 
zwanziger Jahre" zu werten. 
Einer aus dem Elsaß emigrierten Handwerker- 
familie entstammend, im Jahre 1893 als Sohn eines 
k. k. Staatsbeamten im südsteirischen Städtchen 
Pettau. dem heutigen jugoslawischen Ptuj geboren. 
tritt der akademische Maler. Graphiker und 
Doktor der Kunstgeschichte Georg Pevetz 1920 in 
die vorn Zusammenbruch der Monarchie schok- 
kierte und zur stärksten künstlerischen Reaktion 
aufgestachelte Kunst-Arena der ehemaligen Koi- 
serstadt Wien. 
Die ästhetischen Probleme lauteten Freiheit der 
Kunst, Auflösung der Formen als Protest gegen 
das Gestern, Suchen nach neuen Stilprinzipien 
mit dem Bekenntnis einer möglichst kraftvollen 
und vollkommen unakademischen Aussage.
	        

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