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Volltext: Der gute billige Gegenstand

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sind Vorbilder, die eimiial gut waren )iiid es darum auch heute sind, an 
diesen Beispielen kann man das Publikum als Gruppe der Konsumenten 
und ebenso den Erzeuger und den Händler belehren und von der ewigen 
Gültigkeit guter Formen überzeugen, l^in Museum des guten billigen 
Gegenstandes ist heute vom volkserzieherischen Standpunkt ebenso 
wichtig, wie unsere Museen der Unikate. 
So w’cit geht die registrierende und erhaltende .4rbeit, viel schwieriger 
ist der nächste Schritt zur Beeinflussung der neuen Erzeugung. Es kommt 
dabei nicht allein auf die Beschaffung neuer Entwürfe an! 
Der beste Entwurf nmf:) zu einem Mißerfolg führen, wenn er mit untaug 
lichen Mitteln zur Ausführung kommt, wenn er teurer ist als ein schon 
bestehender Gegenstand, der seinen Zweck ebenso oder gar besser erfüllt. 
Gegenstände des ITaushaltes und des Gebrauches überhaupt unterliegen 
der Abnützung und ihr Gestehungspreis muß sich daher aus ihrer 
Leistung in Beziehung gesetzt zu ihrer Lebensdauer ergeben. So wie 
Arbeit mal Zeit den physikalischen Begriff des Effektes ergibt, so entsteht 
hier aus Leistung mal Lebensdauer der Gebrauchswert eines Gegenstandes, 
der auch den höheren Gestehungspreis rechtfertigen kann. (Ein Koch 
geschirr kann aus verschiedenen Materialien hergestellt werden, die eine 
wesentlich verschiedene Lebensdauer verbürgen, wodurch der Begriff 
,,billig“ eine Bedeutung nur unter Bedachtnahme auf den Verschleiß 
haben kan7i.) Mit den techni.schen Fortschritten und neuen Möglichkeiten 
erhöhen sich naturgemäß die Anforderungen, die an einen Gegenstand 
gestellt werden. Nichtrostender Stahl, unzerbrechliches Glas, feuerfestes 
Email sind Qualitätsverbesserungen, die auf den Konsum nicht ohne 
Wirkung bleiben und andere Materialien und Erzeugnisse in ihrem 
Gebrauchswert als minder erscheinen lassen. Ebenso kann eine neue 
Erfindung, eine patentfähige Verbesserung eines Gegenstandes diesem 
deji Markt mit einem Schlage eröffnen und alle früheren Erzeugnisse 
außer Kurs setzen. Schon daraus ergibt sich, daß der Entwurf allein nicht 
mehr den .\usschlag geben kann. 
Der Gebrauchsw'ert rechtfertigt den Preis. Der Preis muß aber noch 
auf andere Weise auf ein Minimum gebracht werden, wenn die Kon 
kurrenzfähigkeit erreicht werden soll. (Massenorzeugung ist billiger als 
kleinere Serien, diese billiger als Einzelanfertigung. Die billigere Er 
zeugung bewirkt erhöhten Konsum, der wiederum durch die nun mög 
liche Beduktion des Gewinnanteiles bei jedem Stück auf den Verkaufs 
preis wirkt. Ein rationell eingerichteter Betrieb arbeitet billiger als eine 
schlecht organi.sierte Werkstatt usw,).
	        

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