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Volltext: Das Biegen des Holzes, ein für Möbelfabrikanten, Wagen- und Schiffbauer wichtiges Verfahren

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Möbeltheil, welcher, auf eiue Tischplatte gelegt, diese nur 
mehr in zwei oder höchstens einigen Punkten berühren konnte. 
Dieser Versuch gelang nun zwar nach manchem Bemühen, er 
liess aber an Komplicirtheit nichts zu wünschen übrig. Die 
Möbel waren dauerhaft, gestatteten in der Konception der 
Form eine freiere Bewegung, aber sie waren zu theuer, um 
sich einzubürgern. Diese zweite Stufe in der Entwickelung 
des „gebogenen Holzes“ war inzwischen ein nützliches Ueber- 
gangsglied. 
Der Einfall lag nahe, die bandförmigen Fourniere sogleich, 
also vor dem Leimen in so viele Streifen zu zerschneiden, dass 
ein Theil gleiche Breite und Dicke hatte, so dass also lauter 
Stäbchen von durchaus quadratischem Querschnitte entstanden. 
Wenn nun nach dem früheren Beispiele acht Fournierbänder 
durch sieben senkrecht auf die Breite geführte Schnitte in 
64 Stäbchen von quadratischem Querschnitte zertheilt wur 
den, so konnte man auch direkt aus einem parallelepipedisclien 
Stabe von 2 1 /a Centim. Dicke und gleich grosser Breite durch 
sieben Schnitte nach einer und sieben Schnitte von auf die 
frühere senkrechter Lage 64 Stäbchen von einer Achtelseite 
des Profiles erhalten und jetzt dieses Paquet von 64 Stäb 
chen in die Leimpfanne legen, kochen und nach dem Heraus 
nehmen in jeder beliebigen, keiner Beschränkung unterworfe 
nen Weise biegen und „schweifen“. Man erkennt, dass 
diese Methode gegenüber der zweiten Stufe eine wesentliche 
Vereinfachung des Verfahrens erzielte. Dieser dritten Stufe 
der Entwickelung gehören aber auch weit bessere, unbefange 
ner erfundene Formen von Möbeln an. 
Jedoch die Komplicirtheit auch dieser Technik stand einer 
Verbilligung und damit einer weiteren Verbreitung der Pro 
dukte im Wege. 
Thonet griff auf seine erste Methode des Biegens von 
Schienenpaqueten zurück, überlegend, ob nicht auch mit die 
ser andere Krümmungen, als die nach ebenen Kurven, erzielt 
werden könnten. Er fand, dass bei schraubenförmigem Drehen 
oder bohrerartigen Windungen von Lamellen, also auch Lamel- 
lenpaqueten allerlei Formen von Kurven im Raume erreicht 
werden konnten.
	        

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