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Volltext: Das Biegen des Holzes, ein für Möbelfabrikanten, Wagen- und Schiffbauer wichtiges Verfahren

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ihre Rollen in unmittelbarer Nähe von b‘ aufdrückenden Rah 
men b werden jetzt mittelst Winden oder Flaschenzügen, der 
eine links, der andere rechts um seine Drehachse bewegt, bis 
sie die punktirten Stellungen einnehmen. Dabei bleiben die 
Rollen d entweder in gleicher relativer Lage zum Drehpunkte 
der Rahmen, wenn es sich um eine nahezu kreisbogenförmige 
Krümmung handelt, oder man verstellt sie je nach Bedarf, 
um das Holz an die beliebig gestaltete Form anzudrncken. 
An mehreren Stellen, namentlich an den Enden, wird das Holz 
durch Klammern mit der Form fest verbunden. Gewisse Tlieile 
des Holzes widerstreben mitunter der Anschmiegung an die 
gewünschte Form. Dort wird nochmals mit g, e und cl rnani- 
pulirt und eine Klammer angelegt. Die Maschine bleibt nun 
bis zur völligen Trocknung in dem Zustande nach der Bieg 
arbeit und wird erst, wenn diese vollkommen zu Ende ist, 
demoutirt. Das polytechnische Centralblatt publicirte eine 
Beschreibung dieser Anordnung von Riclion, Lenoii und 
Petitjean nach Ablauf des Privilegiums im Jahre 1848 und 
plaidirte damit für die Anwendung der Maschine. 
Das Biegen von Schiffbauholz, das durch die oben be 
schriebene französische Einrichtung gefördert wurde, trat um 
so mehr in den Vordergrund, je seltener und theurer die 
krumm gewachsenen Bauhölzer wurden, und je mehr man sich 
von der superioren Qualität der gebogenen überzeugte. Im 
mer mehr tauchen in technischen Journalen (namentlich im 
Scientefic American 1856, im Artizan 1857) Nachrichten über 
Erfolge in diesem Verfahren des Holzbiegens für Marinezwecke 
auf. Bei der Pariser Ausstellung i. J. 1855 machte das Modell 
der Biegmaschine von Thomas Blanchard in Boston Auf 
sehen. (Siehe Deutscher amtlicher Bericht von Dr. v. Vie- 
bahn und Dr. Schubarth, Berlin 1856.) Eichenhölzer von 
5 — 10 Centim. Quadratquerschnitt zu biegen, war keine 
Schwierigkeit mehr, ja es gelang, Balken von 30 Centim. Höhe 
in 20 Minuten zu biegen. Durch diese Erfolge erklärt sich 
die Gründung einer Timber bending Company in London und 
einer Anzahl von Werken in Amerika, welche sich mit der 
Erzeugung von gebogenen Hölzern für allerlei Zwecke be 
fassen. 
Av
	        

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