MAK

Volltext: Jahrgang 1 (1909) (1.1909,4)

Hummer 4, 
]nternationa 1 e Sammler-Zeitung. 
Seite 55. 
in durchaus nicht regelmäßigen Abständen, so daß sich die ITlarken- 
bilder nur selten gegenüberstehen, sondern meist etruas seitlich 
oerschoben sind. 
Obroohl die Verordnung die Ausgabe gummierter marken 
angekündigt hatte, tourde die Gummierung nicht immer durch 
geführt und häufig ungummierte marken an das Publikum abgegeben. 
Grst im Jahre 1860 rourde die Gummierung der finnischen marken 
stets nan amfsroegen besorgt, man findet daher bei den unge 
brauchten marken dieser Ausgabe di? größten Verschiedenheiten 
in der Art des Gummi und die Gummierung kann nicht als ITleikmal 
der Echtheit herangezogen werden. Auch die Anordnung bezüglich 
der Entwertung mit dem Ortsstempel rourde nicht strenge gehand- 
habt, im Gegenteil, die meisten marken wurden durch Tintenstrich 
entwertet; am häufigsten kommen marken oor, die Tintenstrich- 
und Stempelentroertung gleichzeitig tragen, marken, welche nur mit 
Poststempel entwertet sind, haben einen wesentlich höheren Wert. 
Der pranisorischen Ausgabe oon 1856 folgte im April 1858 
eine definitiue Ausgabe, die sich nur bei der 5 Kopeken-marke 
merklich uon der früheren unterscheidet und zwar dadurch, daß 
die Perle in den Schallöchern größer gemacht rourde. Bezüglich 
des Papiers wäre zu bemerken, daß hier außer dem gewöhnlichen 
Papier auch dünneres oerroendet rourde und endlich ein hartes 
grauweißes Papier, das senkrechte Verge-Streifen hat. Von den 
marken dieser Ausgabe wurden folgende mengen gedruckt: 
5 Kopeken kleine Perle 70.000, große Perle 145.000, 10 Kopeken 
567.000. Die Restbestände wurden in den Jahren 1860 und 1862 
o erb rannt und zroar nach Angabe des Helsingforser Brief marken- 
Sammleruereines 45.500 Stück uon den 5 Kopeken und 54.654 Stück 
uon den 10 Kapeken-lTlarken, eine Angabe, die sich mit den ITlit- 
teilungen ttanciaus nicht deckt, welcher folgende Zahlen angibt: 
51.090 für 5 Kopeken- und 107.250 für 10 Kopeken-lTlarken. 
Jm Jahre 1860 erfolgte eine neue Emission; es wurden 
wieder nur zwei Werte aufgelegt zu 5 und 10 Kopeken in den 
selben Farben. Auflagehöhe: 5 Kopeken 480.000 Stück, 10 Kopeken 
1,080.000 Stück. Die marken erschienen als Hochrechtecke und 
enthalten als Bild das Wappenschild und die Krone, wie bei der 
ersten Emission, in einem aufrechten Oual. Jn den uier Ecken sind 
Sterne; der sie uerbindende Rahmen wird durch ITläanderlinien 
hergestellt, welche oben und unten durch die Worfschrift unter 
brochen werden, die oben russisch und unten finnisch ist. Der 
Raum zwischen Rahmen und Oual ist durch uerfikal laufende 
Wolkenlinien ausgefüllt. Alle marken sind gummiert und auf in 
den Farben der marken getöntem Papier hergestellf. Die einzelnen 
marken sind uon einander durch einen eigenartigen Durchstich 
getrennt, dergestalt, daß das einzelne Exemplar breite abgerundete 
Zähne zeigt Der Durchstich rourde in sehr primitincr Weise da 
durch hergestellt, daß ein Serpentinenrädchen unter der Teifung 
eines eisernen Tineais zwischen den markenreihen durchgeführt 
rourde. Van solchen Rädchen waren zwei uerschiedene im Gebrauch, 
uon denen das eine acht Zähne uon der Tange T5 mm, das andere 
7 ‘/ 2 Zähne uon der Tange 1 75 mm erzeugte. Wir unterscheiden 
daher zwei Durchsticharten, die außer durch die früher angegebenen 
ITlerkmale auch dadurch leicht auseinandergehaken werden können, 
daß der Durchstich a) halbkreisförmige, der Durchstich b) zungen 
förmige Zähne aufroeist. in der färbe gibt es zahlreiche Tluancen. 
Der Wert uon 10 Kopeken kommt auch auf einem Papier oor, das 
ein Wasserzeichen uon drei horizontalen Tinien hat, ferner auf 
dickem weißen Papier, marken auf dünnem roeißen Papier wurden 
nicht ausgegeben; solche im Handel norkommende Stücke sind 
durch Husbleichung zufällig entstanden oder absichtlich hergestellt 
worden. 
Im Jahre 1866 kam die dritte Emission heraus, welche der 
Hauptsache nach dasselbe Bild, wie die zweite trägt, nur ist das 
Wappen etwas größer und den Töwen umgeben anstatt sieben 
acht Sterne. Die Währung ist geändert, wir finden statt der 
Kopeken Penni in der Abkürzung Pen, oben finnisch, unten russisch. 
Von dieser Emission sind zunächst uier Werte erschienen, zu 5, 
10, 20 und 40 Penni. Die fünfer und Zehner zeigen eine Type, 
die Zwanziger und Vierziger eine zweite. Der Hauptunterschied 
der beiden Typen besteht in der Zahl der Wellenlinien und der 
Vertikallinien im Wappenschild. Ulan zählt bei der ersten Type 
17 Tinien im Schilde, bei der zweiten Type 14; ferner ist das 
Wappenschild bei der ersten Type größer und berührt unten fast 
das Oual, bei der zweiten merklich kleiner. Bezüglich des Durch 
stiches ist zu bemerken, daß bei dieser marke noch eine dritte Art 
dazu kommt, welche durch 7 l , Zähne uon 2'25 mm Tänge 
charakterisiert wird. Die marken kommen auf dünnem und auf 
dickem Papier oor, die Werte uon 5 und 10 außerdem auf uertikal 
gestreiftem Papier. Die marken mit dem ersten Durchstich kommen 
in den Jahren 1866 und 1875 - 74 uor, mit dem zweiten 1866—72 
und mit dem dritten 1867—74. Außerdem gibt es noch eine 
Durchstichstype 4, die oon der ersten wenig zu unterscheiden ist. 
Die interessantesten marken dieser Ausgabe sind die beiden 
fehldrucke 5 Penni schwarz auf gelbbraun statt rotbraun auf 
lila und 10 Penni rotbraun auf lila statt schwarz auf gelbbraun. 
Sic kamen dadurch zustande, daß aus Versehen in die Platten der 
5 Pennimarken zwei Zehnerklischee eingeseßt wurden und umge 
kehrt. Ihre Entstehung fällt in die Jahre 1867 und 1868 und be 
zieht sich beim fehl druck 10 Penni auf zwei Auflagen oon je 
50.000 marken, so daß 2000 fehldrucke dieser Art entstanden; 
der andere kommt nur bei einer Auflage uon 50 000 Stück im 
Jahre 1867 uor; es existierten daher nur 1000 solcher Exemplare. 
Das Versehen der Druckerei rourde weder dort noch bei der Post, 
sondern durch einen Prioaten namens Goldner entdeckt, der sich 
uergebens bemühte, durch die Postbehörde solche marken zu er 
halten. Jm Gegenteile ordnete die Post an, daß alle fehldrucke 
aus den Bogen entfernt und uernichtet werden sollten. Angeblich 
erfolgte auch die Verbrennung dieser 3000 fehldrucke in drei Raten 
am 11. Jänner 1868, am 4. JTlärz 1869 und am 2. JTlai 1870. Tat 
sache ist, daß troß dieser offizie'len ITlitteilung eine Anzahl der 
fehldrucke an das Publikum oerkauft und postalisch oerwendet 
wurden. Diese fehldrucke sind begreiflicherweise sehr selten und 
jener der 5 Pennimarken schwarz auf gelbbraun weitaus mert- 
uoller als der andere. Geheimzeichen wurden bei dieser Emission 
nicht angeordnet, doch finden sich gewisse Kennzeichen, welche 
wenigstens als llJerkmal für die Echtheit gut herangezogen werden 
können. T. Hanciau hat in seiner interessanten Arbeit über finn- 
land (Berliner Briefmarkenzeitung 1908 Seife 75 folgende Be 
schreibung dieser marken gegeben : 
5 Penni. Der Stern in der Ecke rechts oben hat unten 
links einen schrägen Strahl, der sich in die Ecke des kleinen Recht 
ecks erstreckt; bei der untern rechten Ecke berührt ein wagrechter 
Strahl auf der linken Seite den Rand des Rechtecks. 
10 Penni. Bei den Sternen in der Ecke oben rechts und 
unten links berührt je ein roagrechfer Strahl auf der linken, bei 
dem Stern oben links einer auf der rechten Seite den Rand des 
Rechtecks 
20 Penni. Bei dem Stern rechts unten fließen zwei Strahlen 
oben rechts in einen zusammen. Bei diesem Wert sind die Sterne 
in den Ecken herzlich schlecht gezeichnet. 
40 Penni. Die Sterne sind in Ordnung, aber bei sämt 
lichen marken geht der rechte untere Harizantalstrich des „H“ im 
untern Rand zu weif nach rechts, so daß er die Klammer trifft. 
Der rechte Vertikalstrich ist oben zu lang und berührt die obere 
Randlinie. Bei diesen beiden Werten ist auch die ooale Einfassungs 
linie, zwischen der oierten und fünften Wellenlinie oon rechts oben 
an gerechnet, gebrochen; dagegen sind hier die andern Unregel 
mäßigkeiten des Goals oerbessert. 
Ende des Jahres 1866 rourde diese Emmission durch die 
Hinzufügung eines Wertes oon 8 Penni und im märz 1867 durch 
eine uon 1 mark ergänzt, für den 1 markwert rourde eine ganz 
neue Zeichnung in Stahl gestochen. Die 8 Pennimarke unterscheidet 
sich blos durch die Wertangabe uon der 5 Kopekenmarke des 
Jahres 1860 und hat mit ihr auch ein Kennzeichen gemein: nämlich 
die erste Wellenlinie links zeigt unten mehrfache Unterbrechungen. 
Die 8 Pennimarken erschienen im schwarzen Druck auf gelbgrün 
bis dunkelblaugrünem Papier, den 1 ITlarkroert in gelbbraun bis 
rotbraun auf weißem Papier. Über die Höhe der Auflagen dieser
	        

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