MAK
Seife 10 
internationale Sammler-Zeitung. 
rtummer 1 
ld3te Jahrzehnt des uerflossenen Jahrhunderts bereicherte die ameri 
kanischen Sammlungen um nicht weniger als 52 Schöpfungen uon 
Rembrandls Hand und das 20. Jahrhundert hat bisher wieder 
mehr als 20 seiner Arbeiten über den Ozean gehen sehen. Dadurch 
ist der öesamtbesig Amerikas an Werken Rembrandfs im Ganzen 
jetjt auf 88 Stück angewachsen und damit haben die Vereinigten 
Staaten Frankreich aus der Stellung oerdrängt, die es bisher inne 
hatte: nämlich uon dem dritten Platte in der fiste der Rembrandt- 
besi^enden fänder. Auf dieser fiste nimmt England die erste 
Stelle ein, es folgt Deutschland, dessen Rembrandtscha^ auf 
120 Hummern zu beziffern sein dürfte. Den Plalj nach Deutsch 
land nimmt nunmehr Amerika ein. Aus einer genauen Aufstellung 
der amerikanischen Rembrandischäi^e, die Oise Frankel in einem ; 
unterrichtenden Aufsa^e der Internationalen Sammler-Zeitung mit 
teilte, (s. llr 21 und 22 des Jahrganges 1909) ergibt sich hinsicht 
lich der Verteidigung des Rembrandfbesiljes insofern ein roesenf- 
licher Unterschied zwischen Deutschland und Amerika, als die grofje | 
ITlehrzahl der in deutschem Besilje befindlichen Rembrandfs uon | 
öffentlichen Sammlungen aufberoahrt wird, mährend uon den SS 
Rembrandfs, deren sich Amerika rühmen kann, nur 10 im Besif3 
öffentlicher ITluseen oder Körperschaften sich befinden. Unter den 
priuaten Sammlern ist fürs. H. 0. Hauemeyer in Uem-Uork, die 
den reichsten Rembrandf-Schatj hat. Sie bcsitjt acht Werke des 
ITleisters; P. A. B. Widener in Philadelphia hat fünf Rembrandfs, | 
llJrs. John L'. Gardener in Boston oier und der bekannte UJilliardär 
Pierpont ITlargan drei Werke uon ihm in Bcsif^. 
(Vorgeschichtliche Felsmalereien in Spanien), ln j 
Spanien sind schon früher sehr merkwürdige Felsmalereien ent- j 
deckt worden, und zwar ist Altainira der Ort, wo diese interes- j 
saufen oorgeschichtlichen Kunsterzeugnisse ans ficht gebracht worden | 
sind. Uunmehr ist aber, wie Dr. ITlax ITlaas berichtet, neben Alta- | 
mira noch ein neuer wichtiger Ort für uarges hichtliche Felsmalerei 
getreten, die sich nicht wie zu Aitamira in Höhlen, sondern auf 
einem Felsen 5003 m uon dem kleinen Dorf Cogul am Rio Set 
entfernt, 18 km südlich uon ferida, befinden. Hier sind auf einer 
nur 2 m breiten Flache, so dafj die Abbildungen sehr klein sind, 
zunächst mehrere »aneinander unabhängige Szenen dargestellt, eine 
Hirschjagd in zwei Bildern, dann eine Bisonjagd, weiter springende | 
Steinböcke, endlich eine Anzahl ITlenschen mit uerschiedenen Tieren, 
namentlich Bisons, oereint. Das wichtigste aber der Gemälde stellt 
den Tanz uon neun Frauen um einen ITlann dar Während die 
Tierdarstellungen in Frankreich und Spanien in dieser Weise oiel- 
fach oorkommen, stehen wir in diesen ITlenschendarstellungen oor 
einem ganz neuen und unerwarteten Element. Zum ersten lTlalc 
erscheinen bekleidete Frauen, und merkwürdigerweise gleicht ihr j 
Kostüm ganz auffallend dem der Frauen, wie sie die minoische | 
und mykenische Kunst überliefert hat. Sie tragen Glockenrock und j 
den Oberkörper stark dekolletiert. Aber die gingen Hängebrüste 
der Frauen haben nichts ITlimoisches, so daf3 man doch eher an 
afrikanische Analogien für die Herkunft der auf diesen Felsen dar 
gestellten Personen denken mufj. — Südlich non Calaceite in Unter- j 
aragonien wurden ebenfalls offene Felsmalereien zu Cretas gefunden, j 
Hier handelt es sich aber um eine sehr geschürte Stelle, an der i 
die 2'32 llleter grolle Freske angebracht ist. Drei Hirsche, ein Stier 
und ein nicht zu bestimmendes Tier sind dargestellt. Ein ganzes 
Duzend weiterer Felsmalereien sind inzwischen entdeckt worden, 
die möglicherweise die Kunst des Quaternär-Zeitalters auf der 
pyrenäischen Halbinsel über Gibraltar den ITlalereicn und Fels- j 
krif3eleien des nördlichen Afrikas die Hand reichen läfjt. 
Exlibris. 
(Ein Exlibris uon Adolf Karpellus. Von Adolf Kar- j 
pell us, dem hochbegabten Wiener ITlaler, dessen feine Plakatkunst 
im ln- und Auslande so oiel Anerkennung errungen, bringen mir ; 
hier (Fig. 6) die Reproduktion eines Exlibris, dem lineare Schön 
heit und originelles llloliD eigen sind. Symbolisch wird in einem 
über ITleer und fand schwebenden Engel die Wanderlust dessen, \ 
dem das Blatt gewidmet ist, angedeufet. Sehr glücklich sind hier ! 
Bewegung und Haltung ausgedrückt. Die musikalische lleigung der S 
Frau, der das Blatt mit zugedacht ist, ist in einer fyra mit dem 
mini’aiurbildnis Richard Wagners oersinnbildlicht. Die schöne Zeich 
nung ist der erste Exlibrisoersuch des feinsinnigen Künstlers und 
Fig. 6. 
es ist zu erwarten, daf] diese mit neuem Sinn jetjf wieder so sehr 
gepflegte Kunst ihm noch manche Bereicherung zu oerdanken 
haben wird. 
Hanösrbriften. 
(lleue Schriftfunde in Ägypten.) Der Archäologe Pro 
fessor W. ITlax 11Tü 11 er uon der Unioersität oon Pennsyloania ist 
oon einer sechsmanatlichen Forschungsreise in Ägypten zurück- 
gekehrt und hat eine grolle Papyrus-Sammlung sowie über 500 
Kopien in dem Tempel oon Philae oorgefundener Inschriften mif- 
gebracht. Dieser Tempel sowie die ganze Insel Philae ist durch 
fortwährende Überschwemmungen dem Untergang geweiht. Viele 
der Inschriften- im Tempel sind bereits zerstört. Die Entzifferung 
der oon ihm kopierten Hieroglyphen wird nach der Ilern Harker 
Handelszeitung längere Zeit in Anspruch nehmen. Sie werden als 
demotische Inschriften bezeichnet, eine Art oon Stenographie, die 
im allen Ägypten heimisch war und in der Professor ITliiller be 
wandert sein so 1, während deutsche Gelehrte, die oor Jahren oon 
der berliner Akademie nach Philae gesandt worden waren, die 
Hieroglyphen nicht zu entziffern oermochten. 
(Das Alter einer Handschrift zu erkennen.) Es bedarf 
keiner näheren Erörterung, da^ cs in oielen Fällen, namentlich für 
gerichtliche Entscheidungen, oon größter Bedeutung sein kann, das 
Alfer einer Handschrift nachzuweisen. Bei irgendwelchen Aufzeich 
nungen, denen der Verfasser im Augenblick oielleichf keine Wichtig-
	        

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