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Seife 12 
Hummer ] 
Inter nationale Sammler-Zeitung. 
Rhodesia. Ganz überraschend für die englische Sammler 
welt erschien in den leßten Tagen eine neue Serie des Sehußge- 
bietes der Britisch-Südafrikanischen Gesellschaft. Das ITlarkenbild, 
ein Großquerformaf, zeigt die Porträts des Königs Georg und der 
Königin ITlary. Zähnung 14. 
ßfm. ' , d. grün 
1 karmin 
2 grau u. d’grau 
2'ultramarin 
S h’gelb 
4 orange 
5 olioegrün 
6 lila 
8 oiolett 
10 lila 
1 - sh. grün 
2 - ultramarin 
2 “ karmin 
3 - oiolett 
5- gelbgrün 
7 1 blau 
10 - d'orange 
1 Cst. d'grau 
Porträts lila 
„ blaugrün 
„ braun 
n n 
„ schtnarz 
„ hellrot 
„ d'grün 
„ schwarz 
n » 
» grün 
grün 
karmin 
(Eine ITlarkenklebemaschine.) Die Condoner Postämter 
werden in kurzem mit einer automatisch arbeitenden ITlaschine 
oersehen sein, die Briefmarken nicht b 1 oI3 oerkauft, sondern auch 
sofort auf den Brief aufklebt; die ITlaschine ist imstande, jede 
Stunde mit unfehlbarer Exaktheit 4000 Briefmarken zu Derteilen. 
Sie tritt in Tätigkeit, wenn man in eine Öffnung einen Penny und 
in eine zweite Öffnung den Brief hineinsteckt: in einem FTu erscheint 
dann unten auf einem Schieber der Brief mit der aufgeklebten 
ITlarke. Es isfganzunmöglich, bei dieser ITlanipulation irgend ein anderes 
Geldstück zu oerwenden als einen englischen Penny; unter solchen 
Umständen sind Betrügereien nahezu unmöglich gemacht, ln einem 
Zeitraum oon uierzehn bis fünfzehn Postdienststunden klebt die 
ITlaschine automatisch und ohne der Postoerwaltung Kosten zu 
oerursachen, mit Ceichtigkeit 50.000 marken. Ein besonderer ATe- 
chanismus registriert die Hummer der oerkauften lltarken und die 
der noch im Innern der ITlaschine befindlichen marken, so daß 
zu jeder Tageszeit eine Kontrolle möglich ist. Vorläufig funktioniert 
die ITlaschine erst auf einem Condoner Postamt; nach und nach 
sollen aber auch alle andern Postämter der Riesenstadt und die 
größeren Poststationen des Cnndes mit solchen TRaschinen ausge- 
gestattet werden. 
Uerschiedeneä. 
(Die Kunstschäße der portugiesischen Königs 
schlösser.) Während der junge frühere König ITlanuel bei einer 
Condoner Bank ein sehr beträchtliches Kapital hinterlegt haben 
und sich durchaus nicht in der Geldklemme, die man ihm nach 
seinem Sturze ooraussagte, befinden soll, scheint es um die Finanzen 
der jungen portugiesischen Republik nicht sehr glänzend zu stehen. 
Wenigstens ist bei den Kunsthändlern oon Paris und Condon das 
Gerücht oerbreitet, die portugiesische Regierung leide an dem 
ITlangel baren Geldes und gehe daher ernsthaft mit der Absicht 
um, die Kunstschäße in den Schlössern, die früher der Königs 
familie zum Aufenthalte dienten, zu oeräußern. Ulan wird abzu 
warten haben, ob die ITleldung sich bewahrheitet. Aber wenn ein 
Condoner Blatt jeßt schon schreibt, eine Versteigerung dieser Kunst 
schäße würde oiele ITlillionen einbringen, da sich darunter Gemälde 
oon höchstem künstlerischen und geschichtlichen We.te, namentlich 
„einige unschätzbare Bilder oon Holbein“, befänden, so ist dies 
doch ein wenig übertrieben. Portugal ist überhaupt nicht sehr 
reich an alten Kunstschätzen. Von den ehemaligen königlichen 
Schlössern käme, soweit es sich um Bilder handelt, nur der Palast 
der Tlecessidades in frage. Und auch hier würde die Ausbeute 
schwerlich so grofz sein, daß der geldbedürftigen Republik aus der 
Hot geholfen wäre. Denn bereits oor einer Reihe oon (Jahren sind 
fast alle bedeutenderen Gemä de, diesichim Palaste der Tlecessidades 
befanden, nach dem Aatianalmuseum der schönen Künste in Eissa- 
bon gebracht worden, also durch freien Entschluß des Königs 
hauses in das Eigentum des Candes übergegangen. Unter den 
wenigen Bildern oon Wert, die zurückbehalten wurden, ist freilich 
ein Holbein; der 1519 oon Holbein dem Älteren gemalte „Brunnen 
des Eebens“. Sollte die republikanische Regierung sich in der Tat 
entschließen, die Kunstgegenstände der Königsschlösser auf den 
ITTarkt zu bringen, so wird hoffentlich rechtzeitig dafür Sorge ge 
tragen werden, daf3 dieses Werk eines der oortrefflichsten deutschen 
meister nach Deutschland zurückwandert und nicht etwa in der 
Galerie irgend eines überseeischen UTillionärs oerschwindet. 
(Die Doppelgängerin der Venus oon ATedici.) Aus 
Florenz schreibt man uns: Jedermann kennt die mediceische 
Venus, die in der Tribuna der Uffiziengalerie zu Florenz steht. 
Wenigen aber ist bekannt, daß diese Venus eine Doppelgängerin 
hat, die ihr fast in allen Einzelheiten oollkommen gleicht. lTur 
weist diese zweite Statue einen weniger geneigten Kopf auf, dessen 
Augen nach oben blicken, während die mediceerin den Blick nieder 
schlägt. Es gibt Enthusiasten, die in dieser Doppelgängerin das 
Original des Praxiteles erkennen wollen, das bekanntlich nicht er 
halten ist. mehr Recht aber haben wohl die Kritiker, die sie für 
eine Renaissancekopie erklären und den Giooanbologna für ihren 
Schöpfer halten. Die Florentiner Venus ist dagegen mit großer 
Wahrscheinlichkeit eine Kopie des Praxitelischen Werkes aus römi 
scher Zeit. Aach langen Irrfahrten in Amerika ist die Doppelgän 
gerin der Venus ITledicea, die 1889 aus Florenz uerschmand, jeßt 
in Condon aufgetaucht. Das Britische TTluseum hat jedoch ihren 
Erwerb abgelehnt, da man in ihre Echtheit begründete Zweifel seßt. 
(Die Sammlung Friß Gans in Frankfurt a. ITT.) Inder 
„B. Z. am mittag“ plaudert Adolf Donath über die Sammlung 
Friß Gans in Frankfurt a. TA. Er erzählt da: In zwei Galeriesälen, 
die man 00m Speisezimmer erreicht, wo in eingebauten Schränken 
altpersische Fayencen liegen, spielt sich sozusagen die Sammel 
tätigkeit des Herrn Friß Gans ab. Der größere Raum, der Haupt 
saal, schüßt die alten Gemälde und die Reihe der Antiken, die 
hier in Glasschränken und Vitrinen wissenschaftlich geordnet sind. 
In einem Schrank: eine Kollektion oon Tanagrafigürchen, darunter 
oier Darstellungen der Artemis aus den Ausgrabungen oon lllyra 
in Cycien; in anderen Schränken: eine Kollektion non altgriechischen 
Gläsern, wie wir sie in solcher Vollzähligkeit selbst in den größten 
TAuseen nicht antreffen. Gläser mit berückenden, märchenhaften 
Farbenspielen. Daneben die sehr seltenen griechischen Fadengläser, 
die arabischen Emailgläser, die altarabischen Toiletfenbijoux, und 
eine ganz großartige Sammlung antiken Goldschmucks. Und mit 
dieser Pracht der Antike wetteifern die ATeisfer, die die Hauptwand 
des Hauptsaales krönen. Rembrandt in der mitte: seine „Kreuz 
abnahme“, mit all den magischen Cichtern, wie sie uns noch oehe- 
menter aus seiner „Aachtmache“ enfgegenglühen, und imposant in 
der Komposition der das Kreuz umstehenden ATasse, in dem oer- 
dämmernden Farbenbrand der hinter der Szene sich türmenden 
Wolken. Und dann ist noch ein Rembrandt da: der Kopf einer 
Alten, die der Alutter des Kleisters ähnelt. Von ergreifender Charak 
teristik und genial in der Durchmodellierung der Details, wie sie 
nur der müllerssahn oon Ceiden oollenden konnte ... Rn Rein- 
brandts Seite hängen: ein oan Dyck (Porträt des Carl de Arundel) 
und ein stolzer Tinto retto; an den beiden Seitenwänden: ein 
Alurrillo „Johannes mit dem Kinde“ aus der Sammlung Alau- 
rice Kann, schließlich ein prächtiger „alter Herr“ oon Giooanni 
ßattisfa ATorani, sicher eines der werfoollsten Bilder der Samm 
lung, und drei oenezianische Ansichten seines Candsmanns Guardi, 
der zwei Jahrhunderte nach ATorani gemalt hat. Und mit Francesco 
Guardi fesseln uns noch seine englischen Zeitgenossen Cawrence 
und Hoppner. Von Hoppner besißt Friß Gans gleich drei Porträts. 
Der zweite Saal der Gansschen Galerie ist ein Raum, der schon 
durch seine architektonische Ausgestaltung interessiert, Es sind 
eigentlich zwei romanische Interieurs, die ein stattlicher dunkel 
brauner Holzbogen trennt, die aber in ihrer Intimität wie ein ein 
ziger Raum wirken. Eine antike Büste des Aristoteles, hinter der 
ein Gobelin seine diskreten Farben zeigt, wird durch den Rund 
bogen sichtbar. Von den altenglischen Chippendale-Stühlen aus, 
deren Stil hier durchaus nicht stört, kann man ruhig die Bilder 
studieren, die uns umgeben. Da ist ein Porträt des Haarlemers 
Verspronek, das man für einen Frans Hals halten könnte. So kräftig 
hat sich der Schüler in die Art seines ITleisters hineingemalt. Da 
ist ein Selbstparträt oon Teniers, ist ein kleiner oan der Heyde, 
mit den toten Dächern hinter der Baumallee, wie wir sie größer 
und freier aus der brillanten „Westerkerke“ der Galerie Kappel
	        

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