MAK
Hummer 1 
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internationale Sammler-Zeitung. 
in Berlin kennen, da ist ein Gayen, ein Isaak Ostade und ein 
Porträt uon Antonie ITtor, einem der Eieblinge Karls V. 
Vorbei an einem stolzen griechischen Kopf, der uon zroei pompe- 
janischen Vasen flankiert ist, führt uns der Weg oor den romanischen 
Rundbogen. Hier ergäbt uns der „Enfenbauin“ Jan Steens, dieses 
kunstwissenschaftlich so off gewertete ITleisterbild, hier packt uns 
die Stimmungstiefe einer Tandschaft uon Isaak Ostade, die ganz 
Goyensch ist, und eine Candschaft uon Hobbema, hier der „Old 
Parr“ des Rubens, dieser Charakterkopf mit deiTKweifjen Bart, der 
auch Van Dyck^begeisterf hat. Und plötjlich sehen mir uns mitten 
in der italienischen Renaissance, stehen uor einem herben männ 
lichen Kopf, den Bode für einen Antanello da ITlessina hält, mäh 
rend ihn friedländer eher Bellini zuspricht. Aber mährend mir noch 
um Antanello streiten, sind mir flugs bei den flandern, die dem 
Kleister uon ITlessina den Weg miesen, sind bei einem typischen 
Porträt non ITlemling und bei Ge ard Dauid („lltadanna mit Kind“), 
dessen Art der ITlemtingschen nahesteht. Und uon den Brügger 
meistern führen uns drei Jahrhunderte zu Ciayas „Dame mit 
roeifjem Hündchen“, und zu John Constables luftiger „Hafenpartie“. 
(Das Grab Karls des Grofjen.) Aus Aachen schreibt 
man: Aus dem Bericht des Karlsuereins über die letzte Hauptoer 
sammlung ist zu ersehen, dafj die Ausgrabungen im minister 
demnächst zu Ende gehen, ohne ihr Hauptziel, die Auffindung des 
Grabes Karls des Grofjen, erreicht zu haben. Sie hatten auch sonst 
kein geschichtlich wertuolles Crgebnis, es sei denn der ITachroeis, 
dafj der Dom in größerem Umfang auf römischen Substruktionen 
steht, als man bisher annahm. Die piusmische Ausschmückung 
der Oberkirche ist uollendef; in den nächsten zmei Jahren hofft 
man die Kaiserloge und die Ünterkirche roiederhersfellen zu können. 
(Die 17. deutsche Geroeihausstellung). Der Vorstand 
jährlicher deutscher Geroeihausstellungen roird in der Zeit uam 
27. Januar bis zum 16. februar 1011 in der Ausstellungshalle am 
Zoologischen Garten in Berlin die siebzehnte Ausstellung ueran- 
staiten. Zur Ausstellung gelangen Hirschgeweihe, Clch- und Dam- 
schaufeln, Rehkronen, Gemskrickcl u. a Jagdtrophäen, welche im 
Taufe des Jahres 1010 uon deutschen Jägern im Jn- und Auslände 
oder uon Ausländern auf deutschen Jagdreoieren erbeutet sind. 
Sie müssen schädelecht sein. Im Bast erbeutete Geweihe und Ge 
hörne werden nicht prämiiert, ebensowenig solche, an denen ab- 
geroorfene oder abgebrochene Stangen künstlich wieder befestigt 
sind. Aus häuslicher Pflege dürfen sie nicht stammen. Hur der be 
treffende Erleger des Wildes oder der Jagdbesitjer selbst ist be 
rechtigt, solche Trophäen auszustellen. Jn jeder Kategorie erhalten 
die nach mafjgabe der örtlichen, klimatischen u. a. Verhältnisse 
besten Stücke Ehrenpreise und zroar 2 uom Kaiser Wilhelm ge 
stiftete silberne Becher für die beiden besten deutschen Hirschge 
weihe, welche aus freier Wildbahn oder einer zum mindesten 3000 
Hektar grofjen Wildgatfer stammen, je 6 bis 8 silberne Schilder 
für die nächstbesten deutschen Hirschgeweihe aus freier und ge 
schlossener Wildbahn, eine den Verhältnissen entsprechende Anzahl 
silberner Schilder für Clch- und Damschaufeln, Rehkronen, Gems- 
krickeln usm., sowie je 60 bis 70 silberne und bronzene medaillen 
für weitere Einzelstiicke und Gruppen. Beide Becher und mehr als 
zmei silberne Schilder gleicher Kategorie dürfen ein und demselben 
Aussteller nicht zuerkannt werden, doch bieten dafür ITledaillen 
Ersafj. Die Zuerkennung der Preise erfolgt durch ein Preisgericht, 
welches uom Vorstande berufen wird, und gegen dessen Aussprüche 
eine Berufung nicht stattfindet. 
(fund eines Dinosaurus.) HusRero - 9 or k roird gemeldet: 
Das roohlerhalfene Skelett eines Dinosaurus wurde im Weichbilde 
uon lTem-york gefunden. Cs ist 30 bis 40 fulj lang und 15 bis 
18 fufj hoch. Beamte des amerikanischen JTluseums für llafur- 
geschichte behaupten, dafj die Entdeckung uielleichf die interessan 
teste und wichtigste uom wissenschaftlichen Gesichtspunkt aus sei, 
die je östlich des IHississippi gemacht worden sei. Der zweite 
Paleonto oge des IRuseums erklärte, der Dinosaurus sei etwas uon 
einer Kreuzung zwischen einem Krokodil und einem Sfraufj, natür 
lich in stark oergröijerfem Klafjstabe. Die Überbleibsel wurden 
uon Studenten entdeckt und nach dem TRuseum geschafft, das be 
kanntlich bereits eine der besten Sammlungen uon Dinosauriern 
in der Welt besifjt. Besiljer uon Schaubühnen haben grolje Summen 
für die leihweise Überlassung des Dinosaurus geboten. 
ffluseen. 
(Städtisches TRuseum in freiwaldau.) Alle Urkunden, 
welche das JRuseum besifjt, wurden gesichtet und unter der Auf 
sicht des Kustos, Bürgerschuldirektors Adolf Keltner, Register 
angelegt, welche zirka 1520 nummern umfassen. 
(Reue rroer bringen des Berliner Kunstgewerbe 
museums.) Direktor Otto uon falke hat für das Berliner Kunst 
gewerbemuseum ein heruorragendes Werk der Hochrenaissance 
erworben, eine Zinnkanne, die mit drei Reliefbildern aus der Ge 
schichte der Susanna geschmückt ist. Da die Kanne, uon der noch 
ein Exemplar im bayerischen Rationalmuseum bekannt ist, keinen 
Orts- und JReisterstempel trägt, war ihre Herkunftsbestimmung 
nur auf stilistischer Grundlage zu gewinnen. Direktor uon falke 
lokalisiert sie nach Tyon, in die Zeit des bedeutenden lothringischen 
Zinngiefjers und ITledailleurs fram;ois Briot, dessen Werke das 
Kunstgewerbemuseum uullzählig besifjt. 
(6in Kluse umdiebsti hl in Aachen.) Jn dem kürzlich 
eröffneten FKuseum Aachener Altertümer ist ein Einbruch oerübt 
worden. Das Kluseum befindet sich in einer der beiden noch er 
haltenen mittelalterlichen Torburgen Aachens, dem Panftor. 
Durch ein schweres Schlofj, das aber kein Kunstschlofj ist, sind 
die im oberen Stockwerk aufberoahrfen Aachener und sonstigen 
Kunstschätje abgeschlossen. Die Zugangstür ist eines morgens 
durch Rachschlüssel geöffnet oorgefunden worden. Eine An- 
i zahl Behälter sind erbrochen und ihres Inhalts beraubt 
worden. Zwei Personen, die sich stundenlang im Kluseum auf- 
gehalten haben, stehen im Verdacht des Diebstahls. Die Diebe 
sind mit ihrer sachuerständig ausgewählten Beute jedenfalls über 
die belgische Grenze geflüchtet. Sie entwendeten unter anderen 
weniger kostbaren Gegenständen zroei Ohrgehänge mit Almandinen, 
ein Ohrgehänge mit Rubinen, zwei antike Ringe mit Gemmen, einen 
antiken Halsschmuck, eine sehr fein gearbeitete Kette mit Amoret- 
tenuerschlufj, ferner münzen und ITledaillen uerschiedener Tänder 
und Zeiten, meistens Gold, besonders antike römische Kaisermünzen, 
mittelalterliche münzen, moderne KTedaillen und Goldmünzen sowie 
Dollars, belgisches, französisches, deutsches Geld. Das Kluseum 
befindet sich einsam gelegen auf der Stadtseife des Ponttores; auf 
der anderen Seite wohn! der IRuseumsdiener, der abends gegen 
11 Uhr die JRuseumsräume reoidierte, aber nichts Verdächtiges 
uernahm. 
(Ein Watteau in Klelbourne.) Die Rational-Galerie in 
KTelbourne hat einen Watteau „Tis Saloux“, erworben, der seit 
langer Zeit in einer französischen Priuafsammlung sich befand. 
IKan nimmt an, dafj es eines der Werke sei, auf Grund deren, 
nach IRariefte, Watteau in die französische Akademie aufgenommen 
worden ist, und uon denen seif 1786- nichts mehr gesehen und 
gehört worden ist. Eine Rachbildung uon der Hand Scotins ist 
dagegen ein bekanntes Werk, für die gleiche Galerie wurde auch 
ein Aquarell uon R P. Bonington „The Wagon“ erworben, das 
aus der uor zwei Jahren bei Christie uerstcigerten Humphrey 
Roberts Kollektion stammt. 
Uom Kunstmarkte. 
(Die Segantini-Versteigerung). Die Versteigerung der 
Ölbilder und Zeichnungen uon Segantini in Rudolph Tepkes 
Kunsfauktionshaus in Berlin ergab folgende Resultate: Den höchsten 
Preis mit 23.500 Klk. erzielte „Tiebesgöffin“, schwebende weibliche 
Gestalt in rotem Gewand, (ln Klailand gemalt). Die Kürbisernte; 
frauen Kürbisse sammelnd; im mitteigrunde Eisenbahnzug, dessen 
Rauch über das feld geht, 10.000 Klk. (Aus des Brianzazeit). Kopf 
einer Ziege, 2600 Klk. (Saoogninozeit). Klorgensfundcn. (Aus der 
Klalojazeit). 8000 Klk Galoppierender Schimmel in einer Tandschaft, 
5200 mk. (Saoogninozeit), Tote Gemse, 3500 Klk. (Brianzazeit). 
Kopf der IHadonna in Verzückung, 1400 Klk. Studie zur Schafschur; 
frauen am Boden kauernd, scheeren Schafe, 2050 Alk. Studie eines 
Armes, 000 Klk Dame mit Sonnenschirm in einer Tandschaft, 
2750 mk. (Klalojazeit). Kopf einer Kuh nach rechts gewendet, 
1050 mk. Ein Hirte, im Grase sifjend, bläst die Panflöte (frühes 
Werk aus der Brianzazeit) 500 Klk. Gebirgstal im Schnee, mit 
figuren und Tierstaffage, 5400 mk. Blick aus einem Schafsfall ins 
freie, 3400 Ulk Tärchen; Studie zu dem berühmten Bilde „Ta 
uifa“, 1800 111k. Inneres eines Stalles mit Schafen, 820 mk. Kopf 
einer Bäuerin mit Kopftuch, 470 lllk. Alfer mann mit Kind. (Aus 
der Brianzazeit), 1600 mk. Käufer: Kunsthändler fröschels, Berlin. 
Zigeunerroagen mit Hund, 1600 lllk. fächer: Die Tiebe an der 
Quelle des Tebens, 2350 Klk. Die Stimme. Schwebende weibliche 
Gestalt, Komposition zu Rietzsches Werk, Kreidezeichnung mit uollem 
Hamen, 1804, 3110 mk. Betendes Klädchen in einer Abendlandschaft, 
Kreidezeichnung, monogrammiert, 5080 Klk. Die Verkündigung des 
neuen Wortes. Zu Rietzsches Werken. Kreidezeichnung, roeifj gehöht. 
1806. 2750 JRk. Junge frau einen Knaben im Schofj haltend, Rötel 
zeichnung, uoll signiert, 1802, 2050 mk. Kuh im Hof, Hintergrund
	        

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