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die nur Werke der Volkskunst enthalten. 6s ist ohne 
Zroeifel richtig, dafj durch die Aufbewahrung solcher Ob 
jekte manches gerettet murde, roas sonst oerloren ge 
gangen märe, doch die Daseinsberechtigung und die ITlission 
der lokalen ITluseen ist sicher nicht in der Ausgestaltung 
zu solchen Spezialsammlungen zu suchen, modurch die 
großen Sammlungen, in roelchen der Gelehrte dach in erster 
linie sein ATaterial suchen roird, nur geschädigt roerden. 
6ine solche Spezialisierung bewirkt, dafj die ITluseen, bei 
roelchen sie oorhanden ist, fast gar nicht besucht roerden, 
da sie den Tlichtfachmann nur langweilen und gerade nach 
jener Richtung hin, nach welcher sie oor allem einroirken 
sollten: das Publikum für die heimatliche Vergangenheit 
zu interessieren, oöllig steril bleiben. Bei der allgemeinen 
Interesselosigkeit gehen dann oft mit der Zeit die Bestände, 
die einer einseitigen, antiquarischen Vorliebe ihre Zusammen 
stellung oerdanken, wieder oerloren. 
Zu der planlosen und unzweckmäßigen Sammel 
tendenz gesellt sich oielfach noch als drittes Übel der 
Dilettantismus. 6s roerden Objekte gesammelt und auf- 
beroahrt, die überhaupt nicht in ein ifiuseum gehören oder 
nicht das sind, für roas sie ausgegeben roerden: Abnor 
mitäten, Reisetrophäen, moderne englische Rachahmungen 
japanischer Arbeiten und ähnliches. 
6s roäre eine lohnende Aufgabe des Staates, den in 
den Cokalmuseen gelegenen pädagogischen Aufgaben Be 
achtung zu schenken und zu oersuchen, sie in die richtige 
Bahn zu lenken, roie es auch in den meisten europäischen 
Staaten bereits der fall ist. Die zahlreichen Suboentions- 
gesuche könnten eine Handhabe bieten, auf die Ceitung 
und Verwaltung der ITluseen heilsamen Ginfluß zu nehmen. 
6s sollten folgende Bedingungen gestellt roerden: 
a) Die Berücksichtigung eines allgemeinen Rahmenpro 
grammes; b) Die Vornahme einer periodischen Inspektion 
durch ein staatliches Organ; c) Die 6inräumung eines Vor 
kaufsrechtes für den Staat für den fall der Auflösung des 
niuseums. 
für das Rahmenprogramm roären folgende Grund 
säße maßgebend: 
1. Die Ankäufe der Cokalmuseen haben sich in erster 
lZinie auf 6rroerbung oon Objekten lokaler Prooenienz aus 
einem bestimmten Umkreise zu beschränken (Stadt und 
nächste Umgebung, politischer Bezirk, alte kulturelle oder 
Verroaltungseinheiten). 
2. Die Objekte, die diesem Wirkungskreis entsprechen, 
sind nicht wahllos anzuschaffen und anzuhäufen, sondern 
derart auszuroählen, daß sie ein möglichst prägnantes und 
erschöpfendes Bild der kulturellen Vergangenheit und der 
künstlerischen alten und neuen Produktion des Sammlungs 
gebietes geben. 
3. 6ine größere, einseitige Konzentration auf eine 
bestimmte Denkmalkategorie oder eine bestimmte Kultur 
periode muß durch die besondere historische Bedeutung 
der beoorzugten Denkmalkategorie oder Kulturperiode für 
das Sammlungsgebiet begründet sein oder mit alten be 
deutenden Beständen der Sammlung Zusammenhängen. 
4. Gine ähnliche Aufgabe roie die eigentlichen Cokal 
museen haben auch die größeren Territarialmuseen zu erfüllen 
für das größere Gebiet, dessen Ulittelpunkt sie sein sollen. 
5. Solche Territorialmuseen können nach ITlaßgabe 
der Kräfte und UTittel auch Bestände aufnehmen, welche 
geeignet sind, über allgemeine fragen der Gntroicklung der 
Kunst und Kultur zu belehren, roas jedoch nicht zu einer 
Konkurrenz mit großen ITluseen und zum ziellosen Gin 
kaufen einzelner, zusammenhangloser Denkmale der allge 
meinen Kunstentroicklung führen darf, sondern in mehr 
illustratiner, systematischer Darstellung konkreter Gntroick- 
lungsreihen nach sachlichem oder stilistischem Zusammen 
hänge durch charakteristische Originale und Reproduktionen 
bestehen muß. Doch das Schroergeroicht muß auch da 
auf Objekte lokaler Prooenienz gelegt roerden, 
6. Als ein allgemein gütiger Grundsaß für die Sammel 
tätigkeit der Cokal- und Territorialmuseen ist ferner zu 
beachten, daß Don Kunstwerken im öffentlichen Besiße 
nur jene in ATuseen übertragen roerden dürfen, welche an 
der ursprünglichen Bestimmungsstelle nicht erhalten roerden 
können. 
7. Alle in einem Cokal- oder Territorialmuseum be 
findlichen Denkmale müssen genau und sachgemäß inoen- 
tarisiert roerden. 
8. Alle RTusealobjekte müssen mit der größten fiir- 
sorge für ihre Konseroierung aufberoahrt roerden. 
Dieses Programm ist mit Absicht ziemlich weitmaschig 
gefaßt, damit auf oerschiedene Spezialfälle die weitest 
gehende Rücksicht genommen roerden kann. Viel könnte 
auch, wenn eine regelmäßige Inspektion der Cokalmuseen 
eingeführt würde, im gütlichen Ginoernehmen oon fall zu 
fall geregelt roerden. 
Die erste Wiener ßriefmarken-fluktion. 
Im Anschluß an die „Internationale Postwerfzeichen-Aus- [ 
Stellung in Wien“, die dank der guten Frequenz oor einem Defizit j 
bewahrt blieb, fand in Wien in der Zeit oom 13. bis 21. September ' 
zum erstenmaie eine ßriefmarken-Auktion statt, die bei leb 
hafter Beteiligung uon in- und ausländischen Sammlern und Händ 
lern einen ermunternden Crfolg hatte. 6s kam eine aus den llachlaß- 
sammlungen des flfrikaforschers ITlajors Hermann uan W iß mann 
und des Wiener Sammlers Wilhelm Krapp kombinierte, 3213 Tals 
umfassende Kollektion zur Versteigerung, die auf 165.000 Kronen 
geschäht, zirka 200.000 Kronen ergab. 
Wir lassen nachstehend die erzielten Hauptpreise folgen: 
Österreich: lTr. 25, 0 Kreuzer, dünnes Papier, Type II mit 
anhängendem Andreaskreuz, K 200. Ilr. 26, 3 Kreuzer, Tokayer 
Durchstich, auf ganzem Brief, K 145. Ilr. 30, Rest der 6mission 
1850, 571 Stück, gebr., diuerse Papierabarten, Druckfehler, Kuriosa, 
Abklatsche etc., Katalogwert Alk. 184, uerkauft um K 250. Ilr. 57, 
Oelber Illerkur, dünnes Papier, frische färbe, schön geschnitten, 
K 290. Ilr. 42, Roter ITlerkur, ohne Gummi, ungebr. schöne 
Ränder und färbe, K 1850. Combardei: Ilr. 174, 6m. 1850, 
15 Cents, Papier nerge, K 225. Ilr. 175, Desgl., 15 Ct., Type II, 
dickes Papier mit anhängendem Andreaskreuz, K 115. Ilr. 191a, 
Desgl. 5 Saldi mit Andreaskreuz zusammenhängend, auf ganzem 
Brief, K 280. Ilr. 194, Desgl. 50 Ct., grün und schwarz, auf 
ganzem Brief, gebr., K 110. Ilr. 258a Ungarn, 5 Kreuzer und 
5 Kr., seltene Zähnung 9 1 /.,, 2 Stück, K 150. Ilr. 294, Desgl, 1884, 
ohne Wz., 1 Kreuzer, hellgelb, Viererblock, K 210. Bayern: 
Ilr 516, Drei Stück I Kreuzer schwarz, auf ganzem Brief, K 220. 
Baden: Ilr. 555, lleudrucke anläßlich der Wiener Weltausstellung, 
kompletter Sat3 in Doppelstücken (16 Stücke), postfrisch, K 200. 
Braunschweig: ilr. 361, ‘/ 2 Sgr., schwarz auf grün, rechter 
Durchstich fehlend, K 251. Ilr. 562, 1 Sgr., schwarz auf gelb, 
bogenförmiger Durchstich, oben Durchstich, Garantie Ruhland, K 420, 
Hamburg, Ilr. 472, lleun Sh., hellgelb, K 98. Helgoland. 
Ilr. 523, ‘/ 4 Sh. rat und grün, fehldruck, K 160. Alecklenburg-
	        
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