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Internationale 5 a m m 1 e r - Z e i t u n g. 
riummer 22 
Die 5ammlung des Kapitänleutnants Kuthe. 
m 2. Dezember kommt durch Keller und Reiner 
in Berlin (Potsdamerstr. 118) unter der Ceitung 
des Kunsthändlers und gerichtlich oereideten 
Sachoerständigen Hugo Helbing aus ITlünchen 
die Gemäldesammlung des Kapitänleutnants 
Kuthe (Berlin) zur Versteigerung. 
Dank der offen zutage tretenden persönlichen 
Reigung eines enthusiasmierten Kunstfreundes, 
der mit großer Energie seiner Kunstanschauung folgte, ist 
hier eine Kollektion non einer inneren Einheit zustande 
gekommen, die ein kleines ITluseum zeitgenössischer ITlalerei 
genannt coerden kann, ln den lebten 15 Jahren hat der Be 
sser mit Geschmack und klarem Blick diese Bilder, die 
in einem deutlich inneren Zusammenhang stehen, zusammen- 
dem meisterhaften „Ausblick aus einem Heidelberger 
Schlotjfenster“. Ganz Ceibl-mäfjig ist der grofje frauenkopf 
non Gotthard Kuehl, das den frühen, fast in Vergessen 
heit geratenen Zusammenhang des Künstlers mit dem 
Ceibl-Kreise in Erinnerung bringt. Den Ausklang des direkten 
Ceibl-Einflusses bilden die „Oberbayerischen Bauernfiguren“ 
oon Josef Dornberger. Einige oersprengte Einzelstücke 
aus anderen Gruppen fallen auf, so das Candschaftsbild 
oon Carl Rottmann oder die Studie oon fr. o. Cenbach 
aus der realistischen einfachen frühzeit des Uleisters, 
Einen neuen Abschnitt leitet eine counderoolle kleine 
Candschaff oon Pisarro und ein „Waldbild“ oon prickeln 
der farbigkeit oon A. Renoir ein. Die deutschen Sezes- 
sionisfen sind durch zmei der bedeutendsten llleister mit 
Sig. 11. Honore Daumier: „Die Gefangenen“. 
gebracht. Überzeugend geht die Entroicklungslinie oon 
Constable und Daubigny zu oan Gogh und Hodler. An 
der Spitje stehen mit drei kleinen intimen L’andschaften 
die Ahnherrn der modernen Candschaftsmalerei, die Eng 
länder J. Constable und die franzasen J. B. C. Corot 
und Ch. fr. Daubigny. Von den beiden Bildern Honore 
Daumier’s sind „Die Gefangenen“ (fig. 11), oon packen 
der Gemalt. Entzückende naturfrische atmet „Der Wasser 
fall“ oon G. Courbet, oon dem auch das Porträt des 
ITlalers francois Boudin stammt, das zu den besten ITlänner- 
porfräts des ITleisters gehört. 
Ihnen schließen sich die deutschen ITlaler an, die den 
Anregungen dieser franzosen folgten. W. Ceibl ist mit 
einem flotten späten Werk oon 1897 „Das ITlalresl“ oer 
treten. Aus seinem Kreise sehen mir dann J. Sperl mit 
zmei Bauerninterieurs; Charles Schuch mit zmei oorzüg- 
lichen Candschaften. W. Trübner ist mit fünf Bildern 
glänzend repräsentiert: einem frühen frauenkopf oon 1871, 
einer saftigen „Kaoalleriepafrouille“, dem „Rüstungsstil 
leben“, der prachfooll gemalten „Dogge mit Würsten“ und 
ganzen Kollektionen oertreten. Aus den neun Bildern oon 
Hugo o. Habermann ragen oor allem die frühe „Sänfte“ 
oon 1873, aus der mittleren Zeit ein Damenbildnis oon 
1866 in schmärziichen Tönen und ein temperamentoolles 
ITTodellstück, das des Künstlers endgiltigen Stil zeigt, heroor. 
lllax Ci ebermann bildet mit seinen oierzehn Bildern 
das Zentrum der Sammlung, Die Reihe beginnt mit den 
siebziger Jahren und reicht bis in die jüngste Periode des 
Kleisters. Von dem herrlichen „Winkel in Cuxemburg“, 
der noch ITlenzeTsche Züge aufroeist, geht es über das 
reich komponierte JTlotio oon Egenhausen oon 1879 „Die 
drei holländischen Ulädchen“ (fig. 12) zu den „stehenden 
Bauern“ und dem „Bauernmädchen“, in denen die Gestalten, 
monumental erfafjt, den Raum beherrschen. Die Seiler 
bahn bringt diesen Stil dann in der höchsten Reife zum 
Ausdruck. Ganz in holländische ITleeresluft gehüllt ist 
das Rordseebild oon 1899. Des ITleisters letzte groije Planier 
zeigt die „Judengasse“ oon 1899. 
Um diese oorzügliche Kollektion gruppieren sich 
andere Repräsentanten ihrer Generation: Exter mit einem
	        
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