MAK
Internationale Sammler-Zeitung 
Seite 101 
Nr. 13 
Stempel, Poste de Dampagne, 2. Division, 21. X. 14. 
VII, ein Stempel Dresden-Altstadt 25. III. 15. 6 N., ein 
Stempel Flugpost am Rhein und Main, Darmstadt 22. 
VI. 12, sowie eine erhebliche Anzahl von Kommando-, 
Polizei-, Ueberwachungs- und Zensurstempeln, „K. u. k, 
Zensurstelle Bozen“ aufgefunden worden. Die Jahres 
zahlen der meisten Stempel waren absichtlich ver 
stümmelt; auch einige Stempelteile für das Uebernetz- 
stempeln waren vorhanden. Einzelne dieser Stempel 
waren sehr geschickt nachgeahmt, andere wieder sehr 
plump, was auch bei den Aufdruckstampiglien, zur 
Herstellung falscher Aufdrucke bestimmt, der Fall ist. 
Hievon fanden sich Stampiglien „Serbien“, „Gültig 9. 
Armee“, M. V. i, R., 5 Piaster 5, sowie die Aufdrucke 
der bosnischen Kriegsmarken von 1914, 1915 u. 1916. 
Die interessantesten Stücke waren eine Vorrichtung 
zur Herstellung der bayrischen E-D urchlochung 
und ein kleiner Apparat zur Anbringung der Waf 
fe I u n g (Gaufrage) auf amerikanischen Marken. Auch 
fehlte in der Sammlung nicht ein falscher Prü- 
tu ngsste m p e 1. Er trägt die Initialen „J. Schl“, was 
auf den in Philatelistenkreisen bekannten Markenprüfer 
Schlesinger hindeutet. 
Man kann aber leider nicht sagen, daß mit Dor- 
finger der einzige Markenfälscher dahingegangen ist. 
Es scheint in Wien eine große Fälscherbande 
zu existieren, die immer neue Fälschungen auf den Markt 
wirft, der nun ganz verseucht ist. Die neuesten bekannt 
gewordenen Fälschungen beziehen sich auf Halbier 
ungen altösterreichischer Marken und Levante-Nach 
portomarken der Ausgabe 1908. Die Fälscher schnitten 
gebrauchte Stücke in die Hälfte, klebten sie dann auf 
Briefstücke oder ganze Briefe und zogen auf diesen 
den Stempel'kunstvoll nach. Von den Levante-Nach 
portomarken 1908 gibt es alle Werte von 1 / i bis 30 
Piaster, hellgrün auf Kreidepapier, in ganzen Bogen 
gefälscht. Papier und Farbe sind sehr gut ^getroffen, die 
Gummierung dagegen ungleichmäßiger als bei echten 
Stücken. Wichtiger als dieses Kennzeichen ist jedoch 
die Zähnung, die zwar in der Größe stimmt, aber Linien 
statt Kammzähnung ist. 
Chronik. 
AUTOGRAPHEN. 
(Versteigerung in Nürnberg.) Bei der am 6. und 
7. Mai im Nürnberger Antiquariat in Nürnberg stattgehabten 
Autographqnauktion (siehe Nr. 12) wurden weiters folgende 
Preise in Goldmark erreicht: 
Nr. 231 Hofmann v. Fallersleben, Notiz über das 
Lied „Grad aus dem Wirtshaus“ 23'50. Nr. 234 H o 11 e i, Br. 
9'50. Nr. 245 Humperdinck, Albumbl. 10. Nr. 249 Otto 
Jahn, 16 Br. 105. Nr. 254 Joachim. Br. 7'50i Nr. 255 König 
Johann von Sachsen, Br., 15. Nr. 258 Jung-Stilling, Br., 
12'50. Nr. 262 Gottfried Keller, 2 Ged. „Die Zeit geht mit“, 
„Wochenpredigt“ 10. Nr. 264 Justinus Kerner, Gedicht, 13’50. 
Nr. 265 Fr, K i n d, Br., 9. Nr. 266 Kinkel, Br., 6 50. Nr. 271 
Klopstock, Br., 50. Nr. 272 Rob. Koch, Br., 6'50. Nr. 276 
Kofhat, Br., 5. Nr. 277 Kotzebu e, Br., 16. Nr. 278 Wilb. 
v. Kotz ebue, (Augustsohn) Br., 12. Nr. 285 Lamprecht- 
Papst, Stammbuch I 52,Stammbuch II 72. Nr. 287 Stammbuch 
III 100. Nr. 291 Laube, Br., 5. Nr. 297 Lenbach, Br., L50. 
Nr. 304 L i c h t w a r k, Br., 3. Nr. 307 L i 1 i e n c r o n, Postk., 
450. Nr. 312 Liszt, Br., 5. Nr.'313 Desgl. 6. Nr. 314 Desgl. 20. 
Nr. 323 Lorm, Br. 1050. Nr. 324 Lortzing, Erinnerungsbl. 
2). Nr. 331 Otto Ludwig, Br. 19. Nr. 332 Desgl. 41. Nr. 333 
Desgl., Zwei Gedichte 36. Nr. 334 Jos. Lewinsky, Schriftst. 
21. Nr. 340 M a rs c h n e r, Br. 8. Nr. 342 Mascagni, K. 15. 
Nr. 346 Kart May, Gedr. Dankschr. mit U. 1'50. Nr. 348 Men 
del s s o h n - B a r t h o 1 d y, Br. 15. Nr. 348a Desgl. 17. Nr. 348a 
Desgl. 17. Nr. 349 Adolf Menzel, Br. 10. Nr. 352 Meyer 
beer, Br. 12. Nr. 352b Desgl. 15. Nr. 352c Desgl. 20. Nr. 360 
M o 11 k e, Br. 10. Nr. 363 M o s e n t h a 1, Br. 5. Nr. 366a M ü h- 
sam, 2 Postk. 8. Nr. 371 Napoleon III., Vorgedr. Brief mit 
U. 6'50. Nr. 372 Königin Natalie, Schriftst. 8 50. Nr. 379 
Oliva, Quittung 4. Nr. 385 Patti, Br. 4. Nr. 394 Prevost, 
Kartenbr. 7. Nr. 408 R e d w i t z, Br. 6. Nr. 417 Rosegger, 
Br. 7'50. Nr. 420 R u b i n s t e i n, Br. 2 50. Nr. 421 Rücker t, 
Grabschrift, 5 Z. (Hier ruhen wir in Frieden, Im Tode wie im 
Leben ungeschieden) 11. Nr, 434 Scheffel, Br. 21. Nr. 442 
A. W. Schlegel, Schrifst. 9 50. Nr. 443 Ders., Br. 25. Nr. 444 
Schleich, Wahrspr. 7'50. Nr. 446 S c h 1 ö z e r, erste Frau, 
die phil. Dr.-würde erwarb, Br. 5. Nr. 461 Klara Schumann, 
Br. 7. Nr. 462 Desgl. 12. Nr. 465 Rob. Schumann, Br. 25. 
Nr. 483 Ad. v. Sonnenthal, Wahrspr. 1. Nr. 485 Spiel 
hagen, Br. 1. Nr. 488 S p o h r, Zeugnis 10. Nr. 489 Ders., 
Br. 20. Nr. 502 Joh. Strauß Vater, Br. 14. Nr. 503 Joh. Strauß 
Sohn, Br. 13. Nr. 505 Richard Strauß, Br. 9. Nr. 506 Ders., 
Br. 8. Nr. 509 Carmen Sy Iva, 2 Sentenzen 11. Nr. 512 Hans 
T h o m a, Br. 6 50. Nr. 516 T i e c k, Br. 10 50. Nr. 520 T r ü b- 
n e r, Br. 5'50. Nr. 524 Varnhagen von Ense, Br. 9. Nr. 541 
Schriftstück der Dresdener Hofoper über einen Streitfall Richard 
Wagners mit Karl Gutzkow wegen Einmischung des Letzteren 
in sein Ressort 61. Nr. 542 W e s e n d o n c k, Br. 10. Nr. 545 
Cosima Wagner, 2 Br. 15. Nr. 546 Eva Wagner, verehel. 
Chamberlain, Br. 5 50. Nr. 547 Siegfried Wagner, 4 Br. 19. 
Nr. 551 Weingartner, Albumbl. 7. Nr. 554 W i 1 her a n d t, 
Br. 150. Nr. 555 W i 1 d e n b r u c h, Br. 8:50. Nr. 560 Kaiser 
Wilhelm II., Dokument m. U. 150. Nr. 563 Julius Wolff, 
Br. 4. Nr. 567 W ü 11 n e r, Albumbl. 3'50. Nr, 569 Zeppelin, 
Unterschr. 5 50. 
Bücher m it handschriftl. Widm ungen: Nr. 578 
Berlioz, Les soires de l’orchestre 35. Nr. 538 Rob. Blum, 
Die Fortschrittsmänner der Gegenwart 40. Nr. 598 Dumas, 
Sohn, La dame aux camelias 21. Nr. 619 Alex. Humboldt, 
Melanges de geologie et de physique generale 30. Nr. 620 
I n g r e s, Gravöes an trait sur acier 40. Nr. 627 L i p s i u s, 
Politicorum noe civilio doctrinae libri VI 41. Nr. 658 Thor 
wal d s e n, Anacreonte novissimo 45. Nr. 671 Z o 1 a Le Rougon 
Macquart 40. 
Handzeichnungen und Radierungen. Nr. 672 
O. Achenbach, Peterskirche in Rom 25. Nr. 689 Haller 
v. Hallerstein, Brustbild einer jungen Dame 3250. Nr. 690 
Ders., Hüftbild einer jungen Dame 32'50, Nr. 707 Ludw. Richter, 
Hirschberg 51. Nr. 708 Ders., Rosenbusch 22. Nr. 716 Schnorr 
von Carolsfeld, Musizierender Engelkopf 60. — Nachtrag: 
Nr, 744 Peter der Große, Armeebefehl 90. Nr. 747 Stammbuch 
des Jos. Friedr, Bergmann 63: Nr. 748 Stammbuch der Barbara 
Wilhelmine Bergmanq 21. Nr. 749 Stammbuch des stud. jur. 
Heinrich Geiger 68. 
BIBLIOPHILIE. 
(Seltene Bücher.) In Paris fand die Auktion einer 
Privatsammlung sehr seltener Bücher und Autogramme statt. 
15.500 Frcs. wurden für zwei Bände der „Drei Musketiere“ bezahlt, 
in denen sich ein Autograph vom Kardinal Richelieu und ein 
Brief von Dartagnan an den Kardinal Mazarin befanden. Eine 
Luxusausgabe von Anatole Franc es berühmten Roman „Das 
Verbrechen Sylvester Bonnards“, mit einer Seite des Manuskripts, 
brachte nur 1555 Francs, „Salambo“ von Flaubert mit einem 
Autogramm des Dichters 1000 Frcs., während ein Album von 
Sarah Bernhardt mit 270 Briefen ihrer Bewunderer mit 6100 Frcs. 
bezahlt wurde. Eine Erstausgabe von Baudelaires „Fleurs 
du Mal“ fand mit 6000 Frcs. einen Käufer. 
(Zola im Buchhandel.) Gelegentlich der am 15. Juni 
vorgenommenen Enthüllung des Zoladenkmals von Constantin 
Meunier gaben Maurice Le Blond, der Schwiegersohn Zolas, 
und sein Verleger Fasquelle im „Exzelsior“ interessante 
Ziffern über den büchhändlerischen Erfolg der Werke Zolas. Im 
Auslande werden die Werke Zolas von dem literarischen Pub 
likum andauernd gelesen und kommentiert. In Amerika, wo ka 
tholische Kreise lebhaft dagegen protestieren, sind sie noch 
mehr verbreitet und dienen verschiedenen Zwecken. So haben 
die Anhänger des „dry System“ ihre besten Argumente gegen 
den Alkohotismus aus dem „Assommoir“ gezogen. Der Erfolg 
im Buchhandel ist ein ungeheurer. Abgesehen von 1908 bis 
1910, wo ein leichter Rückgang eintrat, war der Verkauf so 
regelmäßig und stark wie der Strom eines breiten Flusses. Der 
Krieg hat besonders „Le DCbäcle“ begünstigt, das die Ziffer 
300.000 erreichte. Vor dem Kriege verkaufte man 4000 bis 5000 
Exemplare von „Germinal“. Dasselbe Werk in zwei Bänden 
wurde in den drei letzten Jahren in je 9000 Exemplaren ver 
kauft. Am 1. Jänner dieses Jahres waren 2,482.000 Exemplare 
aus der Serie „Les Rougon-Macquart“, 462.000 aus „Les trois 
Villages“ und 356.000 aus „Les quatres Coangiles“ gedruckt. 
„Lourdes“ ist auf 195.000 angelangt.
	        

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