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Nr. 5 Internationale Sammler-Zeitung 
Verkaufe, die in der Fachliteratur wiederholt beschrieben wurde 
und die in den weitesten Sammlerkreisen bekannt ist. Die 
Sammlung umfaßt ungefähr 170 Nummern, zum Großteil Figuren 
und Gruppen jedoch auch Schalen, Solitaire und Tete-ä-töte 
Service etc. Unter den Gruppen sind die bedeutendsten die so 
genannte „Verlobungsgruppe“, die farbig bisher nur in einem 
Exemplar bekannt war; we ters der „Kavalier im Pelz“ und 
„Die Dame im Pelz“, von denen ein Paar überhaupt nicht mehr 
zu existieren erscheint, eine große Anzahl von Stücken vor der 
Marke etc. etc. Besonders bemerkenswert ist die außerordentliche 
Qualität der ganzen Kollektion und zwar sowohl die Wiener als 
auch der vorhandenen Meißner, Frankenthaler, Nymphenburger 
Stücke. Außer der Sammlung Stein gelangt bei Glückselig & 
Wärndorfer eine Sammlung sehr guten englichen Por 
zellan aus bekanntem Wiener Besitz zur Versteigerung. Diese 
Sammlung bringt zwei ornamentale Leuchter, eine Kumme, 
mehrere Figuren, die so gesuchten Flakons von Chelsea, ferner 
Vasen und Figuren aus Bow. Worcester Wedgewood etc. Ueber- 
dies wird eine Anzahl früherer Keramiken (Kreußen, Raeren, 
Albareilos) versteigert. 
(Versteigerungen bei Leo Schidlof.) Die für 
den 8. März in Aussicht genommene Mi niaturen-Auktion 
ist auf den April verschoben worden; dagegen bleibt der 
Termin der zweiten für den 17. bis 21. März anberaumten Ver 
steigerung aufrecht, ln dieser Auktion gelangen Gemälde alter 
Meister, Gemälde des 19. Jahrhunderts, Miniaturen österreichischer, 
französischer und englischer Meister, Porzellan, Glas, Skulpturen, 
Silbergegenstände sowie Antiquitäten und Mobiliar unter den 
Hammer. Die Auktion umfaßt auch den zweiten Teil der Ein 
richtung aus Schloß Plankenwarth bei Graz. 
Die am 22. und 23. Februar in Schidlofs Kunst 
auktionshaus abgehaltene Auktion war einigermassen durch 
die mit dem Bankbeamtenstreik zusammenhängende Geld 
stockung beeinträchtigt. Fanden aber auch die höchsttaxierten 
Gemälde, wie Rheinolds, Bildnis der Mrs. Lloyd, die Studie 
Munkacsys zu „Ecce homo“, der Isidor Kaufmann und 
einige andere kein angemessenes Angebot, so sind doch viele 
recht namhafte Preise zu verzeichnen. Es notierten in Millionen 
Kronen: Nr. 8 Braekeleer, Die Verliebten 13'5. Nr. 9 Ders., 
Die kleinen Diebe 8'5. Nr. 10 Brey er, Heimkehr vom Felde 4'7. 
Nr. 24 C o r r o d i, St. Peterskirche in Rom 4 6. Nr. 25 Ders., 
Forum in Rom 21. Nr. 30 Ders., Neapel mit dem Vesuv 2'8. 
Nr. 46 Descamps, Der Hund und sein Spiegelbild 4. Nr. 53 
Eeckhout, Das ABC 10'5. Nr. 65 G u d i n, Hafen mit Fischer 
barken 1'2. Nr. 66 Ders., Der Leuchtturm 03. Nr. 71 Isabey, 
Mariel 5'8. Nr. 78 L e 1 o i r, Die Wohltäterin 4. (Schluß folgt.) 
(347. Kunstauktion im Dorothea m.) Bei der am 
6. und 7. Februar im Wiener Dorotheum durchgeführten 
347. Kunstauktion wurden folgende Preise erzielt: 
Alte Oelgemälde. Nr. 1 Bassano-Schule, Christus bei 
Maria und Martha 5 5. Nr. 3 B e g u i n e t, Zwei Flußlandschaften 
3 4. Nr. 4 Breda e 1, Fuhrwerkskolonne 12. Nr. 5 Byzantinisches 
Ikon des 17. J., Tod der heil. Maria 3'8. Nr. 20 Italien. 17. J., 
Christus an der Geißelsäule 3’4. Nr. 21 Italien, um 1750, Brust 
bild der Minerva 0'8. Nr. 24 Ital. 17. J., Dekorationsfries 3'5. 
Nr. 26 Neapolit. 17. J., Küchenstilleben 2’2. Nr. 27 Oberital. 
zw. H. 16 J., Brustbild eines graubärtigen Mannes 4. Nr. 28 
Oberital. um 1780, Ruinenlandschaft 12. Nr. 29 Oesterr. Maler 
um 1790, Brustbild der Gräfin Walpurga Truchseß, Waldburg- 
Zeil 1'8. Nr. 31 Oesterr. um 1770 (Richtung des Joh. Chr. Brand), 
Italien. Flußlandschaft 22. Nr. 33 Venez.-dalmat. Schule, An 
betung des Christkindes 3'2. Nr. 34 Venezian. Ende des 18. J,, 
Dekorativer Freskofries 10. (Schluß folgt.) 
(Auktion beiv. d. Porten&Sohn.) Aus Hannover 
wird uns geschrieben: Die letzte Kunstversteigerung bei v. d. 
Porten & Sohn ergab in großen Zügen ziemlich dasselbe Bild, 
wie es der allgemeinen wirtschaftlichen Lage entspricht. Gewiß 
war auf der Versteigerung eine starke Kauflust wie überall zu 
konstatieren, das Interesse für Kunstwerke bewies schon der 
sehr starke Besuch, aber auf der anderen Seite war noch eine 
gewisse Zurückhaltung zu bemerken, die besonders bei sehr 
wertvollen und infolgedessen auch sehr teuren Objekten zu Tage 
trat. Ganz allgemein w'äre zu sagen, daß kunstgewerbliche 
Gegenstände besser fortgingen, als Werke der Malerei und 
Plastik. Hier waren wirklich gute Gemälde, so von dem han 
noverschen Maler Backhaus, von dem Berliner Bock usw., 
sogar ein alter Niederländer (Ausschnitt nach einem Gemälde 
von van Dyk) schon für 100—150 Mark zu haben; nur ein sehr 
schönes Bild von einem unbekannten Nazarener aus dem An 
fänge des 19. Jahrhunderts, die Geschichte des Grafen von 
Habsburg darstellend, kam auf über 180 Mark, eine Landschaft 
von dem Holländer Ten Kate im Stile der Barbizon-Schule auf 
380 Mark. Die sehr interessante Bronze-Reiterfigur des Don 
Quichote von dem hannoverschen Bildhauer Oskar G a r v e n s 
erreichte die für die heutige Zeit sehr respektable Höhe von 
300 Mark, eine etwas süsslidie französische Mädchenbüste 180 M., 
ein kleines geschnitztes Reisealtärchen aus dem Anfänge des 
16. Jahrhunderts brachte 240 M. Recht gute Preise wurden für 
gutes Porzellan erzielt. Eine wunderbare, große Empire-Vase, 
stark vergoldet, kam auf 240 M., eine kleine Dose mit Watteau- 
Szenen auf über 100 M.; einfachere Tassen waren schon für 
8—15 M. erhältlich. Auch Zinn ging zu angemessenen Preisen 
fort. Ein schöner Leuchter in der Figur eines Bergmannes ca. 
30 M., einfache Teller das Stück 10 M. Unverändert scheint die 
Liebhaberei des Publikums für exotische Gegenstände zu sein. 
Vier feine indische Bronze-Götzen rvurden auf 330 M. gesteigert, 
eine chinesische Reiterfigur aus älterer Zeit auf 150 M, ein 
chinesischer Spazierstock aus einer Teewurzel geschnitzt auf 
30 M., ein Paar chinesische Vasen auf 50 M., Japanische Farben 
holzschnitte 18—24 M. das Stück. Für Waffen schien dieses 
Mal nicht viel Interesse vorhanden zu sein, dagegen gingen die 
nicht sehr zahlreichen Möbel glatt fort. Für einen sehr feinen 
Biedermeier-Sekretär und -Ausziehtisch aus hellem Holz zahlte 
man gern 170 M., Stühle aus derselben Zeit 7 M. das Stück. 
Die nächste Kunstversteigerung bei v. d. Porten & Sohn soll 
Mitte März stattfinden. 
AUSSTELLUNGEN. 
Berlin. Graphisches Kabinett. Goya, Delacroix 
Gavarni, Daumier, Corot, Leibi Slevogt, Liebermann, Corinth u. a. 
Breslau. Künstlerbund Schlesien. Gemälde 
Aquarelle und Plastiken. 
Brüssel. Museum. Altdeutsche Kunst. 
Hamburg. Galerie Commeter. Gemäldekollektionen 
U. Hübner und R. Nesch (Eßlingen), Einzelwerke von Corinth, 
Munch, Trübner, Diaz, Dupre, Gudin u. a. 
Hans Goltz. Graphik und Aquarelle von Albert Muell er 
und Hegenbarth-Elsleiten, Werke des Bauhauses Weimar. 
Paris. Galerie Lövy. Moderne tschecho-slowakische 
Malerei. 
Wien. Neue Galerie. Gemälde, Handzeichnungen und 
Graphik. 
AUKTIONEN. 
3. März. Frankfurt a. M. Adolf E. C a h n. Münzensamm 
lung Frh. v. H. Bedeutende Serien von Italien, Portugal, Polen, 
Rußland etc. 
4. und 5. März. Berlin. Rudolph L e p k e. Gemälde neuerer 
Meister. 
6. März und f. T. Wien. Dr. Ignaz Schwarz. Kunst- 
historischö Bibliothek. 
6.-8. März. Wien. Dorotheum. Nachlaß Alois Moch. 
Gothische Gemälde, Holzskulpturen, Antiquitäten. 
10. und 11. März. München. Emil Hirsch. Deutsche 
Dichtung von Goethe bis George. 
10 bis 12. März. Wien. Glückselig & Wärndorfer 
Versteigerung der Sammlung Rudolf Stein, erstklassiges Wiener 
und süddeutsches Porzellan, ferner eine Sammlung englischen 
Porzellans. 
11. März. Frankfurt a. M. Rud. Ban gel. Bilder des 
19. und 20. Jahrhunderts. 
Mitte März. Hannover. Hans v. d. Porten & Sohn. 
Gemälde, Graphik, Kunstgewerbe, exotische Gegenstände. 
17. und 18. März. Berlin. Max Perl. Moderne Graphik 
und Handzeichnungen. 
17.—19. März. Amsterdam. J. S c h u 1 m a n. Gold- und 
Silbermünzen. 
17. —21. März. Wien. Leo Schidlof. Antiquitäten, 
Gemälde, Miniaturen, darunter Einrichtung des Schlosses 
Plankenwarth, 2. Teil. 
18. März u. f. T. Berlin. Rudolph L e p k e. Modernes Mobi 
liar und Kunstgewerbe. 
19. bis 22. März. Berlin. Paul Graupe. Chodowiecki, 
Gavarni, Romantiker, Moderne Graphik, Handzeichnungen. 
20. März. Amsterdam. J. Schulnian. Alte Kunstmedail 
len, geschichtl. Medaillen, Kriegsmedaillen etc. 
24. bis 25. März. Berlin. Paul Graupe. Moderne Bücher 
Luxusdrucke. 
24.—26. März. Berlin. Hollstein & Puppe 1. Kupfer 
stiche, Radierungen, Holzschnitte alter Meister d. 15.—16. Jahrh. 
26.—27. März. Wien. Glückselig u. Wärndorfer- 
Mobiliar und Gobelins. 
Ende März. Wien. Dr. Ignaz Schwarz. Autographen. 
März. Wien. C. J. Wawra. Gemälde alter u. neuer Meister, 
März. Berlin. Dr. A. Keller & Co. Notgeld. 1914er 
Sammlung. 
1. April. Berlin. Rudolph Lepke. Gemälde alter Meister. 
Anfangs April. Berlin. Antiquariat Meyer & Mittler 
durch Emil Hirsch (München). Bibliothek des Goetheforschers 
Prof. Richard M. Meyer, 1. Teil.
	        

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