MAK
Seite 118 
Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 13 
287 Herrentaschenuhr, Remontoirwerk in Elfenbein 
gehäuse. Getragen von Kaiser Maximilian bei der 
Belagerung von Queretaro 
288 Taschenuhr in Silbergehäuse, schön verziertes Ziffer 
blatt, Auferstehung Christi 20 
289 Taschenuhr aus minderem Gold 420 
290 Herrentaschenuhr in Silbergehäuse, Anfang 19. J. 12 
291 Taschenuhr in ehemals versilbertem Bronzegehäuse 28 
292 Kleine Weckeruhr, Mitte 19. J. 24 
293 Wanduhr, Anf. 17. J. 65 
Skulpturen. 
296 Holzfigur des hl. Veit im Oelkessel, Oesterr. um 1490 70 
306 Tabernakelnische, Oesterr., um 1760 55 
307 Kleine Elfenbeinplastik, Westdeutsch oder flämisch, 
um 1600 65 
310 Fünf halbrunde Figuren aus Elfenbein 50 
Textilien und diverse Antiquitäten. 
316 Perser Bocchara, 137 : 116 240 
318 Altardecke aus Seidengewebe, 1. H. 19. J. 42 
319 Brüsseler Point d’aiguille-Spitzc, 2 m 80 
320 Malteserspitze, 190 cm 130 
326 Ovale Schildpattdose, Bez. Villers... um 1809 320 
Glas. 
339 Groggarnitur, um 1840 160 
345 Pokal aus farblosem Glas, um 1830 50 
346 Pokalglas, rot überfangen 50 
348 Glasbecher, bernsteingelb überfangen, um 1830 75 
349 Kleiner Becher, um 1830 38 
350 Pokal aus farblosem Glas, um 1840 20 
351 Deckelschale, 1. H. 19. J. 20 
352 Becher aus Milchglas, um 1830 28 
353 Becher aus Uranglas, um 1840 35 
356 Becher mit Facetten- und Steineischliff, um 1840 27 
357 Niedriger Pokal aus silbergelb gestrichenem Glas, 
auf den Feldern Kränze und Buketts in Mattschliff 22 
359 Niedriger Pokal aus weiß überfangenem Glas 15 
360 Desgl. 35 
362 Desgl. 15 
363 Henkelkrügel aus blau überfangenem Glas 10 
364 Kleiner konischer Becher 13 
a65 Bauchiger Pokal aus blau überfangenem Glas • 10 
366 Karaffe m. Becher aus blau überfangenem Glas, 1840 40 
367 Konischer Becher 9 
Japonika. 
371 Japanischer Bronze-Cloisonne-Palmenkiibel 163 
375 Ein Paar Porzellanvasen, China, um 1800 42 
376 Zwölf chinesische Küchentcller 90 
377 Teeservice. Japanisch 40 
Auffindung eines fJJleisterwerkes von Scorel\ 
In einem alten Wasserschloß, das in romantischer 
Einsamkeit im Rheinlande steht, auf Schloß Hugen- 
p o e t bei Kettwig, das dem Freiherrn Maximilian von 
Fürstenberg gehört, hat jetzt der Düsseldorfer 
Kunstgelehrte Dr. Walter Cohen ein Meisterwerk 
der altniederländischen Malerei wiedergefunden, den 
Einzug Christi in Jerusalem von Jan van Scorel. 
Daß dieser Führer der holländischen Kunst an der 
Wendung zur Renaissance dieses Bild gemacht hat, 
steht in seiner Lebensbeschreibung von Karel van 
Mander schon 1604 zu lesen. Der vielgereiste und 
gelehrte Künstler, Kanonikus in Utrecht, malte das 
Bild für seinen Gönner, den Dekan Hoc hörst in 
Utrecht. Schon vor Jahrzehnten hat Geheimrat Fried 
länder die Aufmerksamkeit auf eine 1651 inventari 
sierte Sammlung Fytten hörst gelenkt, die heute 
im Schloß Herdingen in Westfalen bewahrt wird und 
die gleichfalls ein ausgezeichnetes Werk des Scorel 
enthält. Dorthin waren auf dem Erbgange die Bilder 
von Lokhorst gekommen. Der große Einzug Christi 
aber fehlte, bis ihn Cohen nun in Hugenpoet wieder 
fand. 
Das große Bild sieht genau so aus, wie van 
Mander es beschrieb. Christus reitet, von seinen An 
gehörigen und Jüngern begleitet aus einem Walde 
heraus den Oelberg hinunter auf die Stadt zu. Viele 
Leute füllen seinen Weg, auf den sie die Zweige 
breiten. Unten liegt, in aller Breite hingesetzt, Jeru- 
•salem in dem Kranz seiner Hügel, genau dargestellt, 
denn Scorel kannte es, nachdem er eine Pilgerreise 
über Rom ins heilige Land gemacht hatte. Diese An 
sicht von Jerusalem von der Hand eines so vorzüg 
lichen Darstellers wird gewiß auch als Ortschilderung 
noch untersucht werden. Wenn Scorel die Stadt hier 
in so ausführlicher Weise malt bis zu der lichtblauen 
Fernsicht, so bekommt sein großes Breitbild dadurch 
eine ungewöhnliche und kühne Komposition. 
Diese Tafel, die Dr. Cohen jetzt in der holländi 
schen Zeitschrift „Oud Holland“ veröffentlicht, erhöht 
die Achtung vor einem Maler, der seine altnieder 
ländische Malkultur nicht aufgab, obwohl er auf der 
Pilgerfahrt nach Jerusalem in Rom die Kunst Raffaels 
kennen gelernt hatte und ihre Errungenschaften in 
seine Heimat mitbrachte. 
Qfironifi. 
BILDER. 
(Alte Gemälde zwischen Akte n.) Im Justiz 
palast in Brüssel wurden, wie uns von dort gemeldet wird, 
mehrere Gemälde von Meistern der alten Schule zwischen 
Akten gefunden. Ein Sachverständiger identifizierte sie als 
Originale von David Teniers und von Salvator Rosa aus 
dem 16. Jahrhundert. Die Gemälde befinden sich nach Auf 
zeichnungen seit einem Jahrhundert im Brüsseler Justizpalast. 
(Hans Thoma vor dem Reichsgericht.) Aus 
Leipzig wird berichtet: Die Echtheitsfrage eines Werkes 
von Hans Thoma hat auch das Reichsgericht beschäftigt. 
In einer schwachen Stunde hatte der greise Künstler eine von 
ihm herrührende Lithographie, die ein anderer Maler übermalt 
hatte, mit seiner Signatur versehen, um dem Besitzer gefällig 
zu sein. Das Bild kam so in den Kunsthandel und wurde von 
einem Händler für 4000 Mark erworben. In dem Prozeß hat 
nun das Reichsgericht die Klage des Käufers gegen den Ver 
käufer abgewiesen, weil die Eigenschaft der Echtheit des 
Bildes nicht zugesichert worden sei. Der Käufer, der auf 
Schadenersatz geklagt hatte, hätte nach der Ansicht des 
Reichsgerichtes nur auf „Wandlung“, auf Rückgängigmachung 
des Geschäftes klagen können. Eine arglistige Täuschung sei 
nicht dargetan. Am wichtigsten ist der Satz des Reichsgerich 
tes, daß, wenn auch die stillschweigende Zusicherung der 
Echtheit eines Bildes nicht schlechthin ausgeschlossen sei, sie 
doch nur in seltenen Fällen als vorhanden angenommen wer 
den könne. 
NUMISMATIK. 
(Auktion in Nürnberg.) Am 6. Juli findet in 
Nürnberg bei Gebert die 104. Münz-Versteigerung statt. 
Zur Ausbietung kommen Stücke aus dem Münzfund von 
Rinding, die Buchstaben E und F einer großen umfassenden 
Sammlung (darunter größere Serien von England, Frankreich, 
Frankfurt a. M„ Fugger usw), eine Sammlung von Schützen 
medaillen, ferner antike Münzen und eine kleine Nürnberger 
Talersammlung. Dazu kommt eine Sammlung von 11 
Kaspar Hauser- Bildern, meist zeitgenössische Stiche. 
PH ILA TEL IE. 
(Halbiert gebrauchte Marken) sind seit einer 
Reihe von Jahren ein besonders bevorzugtes Sammelgebiet ge 
worden. Dr. Paulsen teilt sie im „Dresdener Philatelisten“ in
	        

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