MAK
Seile 158 
Nr. 18 
Internationale Sammler-Zeitung 
Deutschland aber bleibt nur der allerdings treffliche Katalog, 
den Robert Schmidt verfaßt hat. 
(Der 20 0. Geburtstag Gainsboroughs.) An 
läßlich des 200. Geburtstages von Thomas Gainsborough 
wird am 7. Oktober in Ipswich in England eine Gedächtnis 
ausstellung eröffnet werden, die nicht nur die bekanntesten 
Gemälde Gainsboroughs, sondern auch eine Reihe bisher noch 
nicht ausgestellter Bilder des Künstlers enthalten wird. Unter 
diesen wird sich auch das kürzlich in London entdeckte 
Gemälde „Morgenlandschaft“ befinden. 
MUSEEN. 
(Der Annenaltar im Frankfurter Histori 
schen Museu in.) Dem Berliner Kunsthandel gelang es, die 
bisher verschollen gewesene vierte Bildtafel vom Seitenflügel 
des Annenaltares im Frankfurter Historischen Museum aufzu 
finden. Bekanntlich stellt der Annenaltar das Hauptwerk eines 
als ,,Meister von Frankfurt“ in die Kunstgeschichte eingegan 
genen niederländischen Anonymus dar. Die neugefundene Bild 
tafel, welche die Heiligen Ottilie und Cäcilie darstellt (im 
Besitze der Galerie Matthiesen, Berlin), ist vom Reichs- 
ministerium des Innern in die Liste der national wertvollen 
Kunstwerke eingetragen und für die Ausfuhr gesperrt worden. 
Italienische und h&ISändische 
Handzeichnungen 
Ostasiatica, Netzukes, Csubas 
Porzellan, Bronzen 
Verkauf an den Handel 
Max Hevesi, Wien I.» " a “r 
VOM KUNSTMARKT. 
(Schloß Prem Stätten unter dem Hammer.) 
Das Wiener Kunstauktionshaus Albert Kende, dessen Spezi 
alität die Versteigerung von Wohnungseinrichtungen ist und das 
schon mehrere solcher Auktionen mit bestem Erfolge durch 
geführt hat, ist mit der Versteigerung des Gesamtinventars des 
Schlosses Prems.tätten bei Graz betraut. Das aus dem 
12. Jahrhundert stammende Schloß ist Eigentum der Gräfin Her 
mine Norman n-Ehrenfels und umfaßt nicht weniger als 
acht große Salons, zwölf große und zwei kleine Zimmer, sowie 
24 Nebenräume. Die Fülle der Objekte ist kaum zu übersehen 
Hervorheben möchten wir nur das antike Mobiliar aus allen 
Epochen, die prachtvollen Louis XVI.-Oefen, die Silbergeräte, 
die holländischen Barock-Kupfergefäße, die antiken Gartenfiguren, 
die Bronzen, Skulpturen und Uhren. Unter den Gemälden be 
findet sich „Die thronende Madonna mit dem Kinde“ vom Krem 
ser-Schmidt. Die Ausstellung findet vom 4. bis 9., die Auk 
tion vom 10. bis 13. Oktober statt. Gleichzeitig gelangt das 
Schloß selbst zum freihändigen Verkauf. 
(Kunstaustausch Berlin —London.) Wie wir 
hören, ist zwischen der Warren Gallery in London und 
der Galerie Rudolf Wiltschek in Berlin ein Abkommen ge 
troffen worden, das sich auf den Austausch moderner deutscher 
und englischer Kunst bezieht. Es heißt, daß die Anregung hiezu 
von dem früheren englischen Botschafter in Berlin, Lord 
d’Abernon, ausgegangen ist. Die erste Ausstellung erfolgt in 
London, und zwar wird dort im März eine Kollektivausstellung 
der Gemälde von Gert W o 11 h e i m veranstaltet, während um 
die gleiche Zeit die Galerie Wiltschek moderne englische Kunst 
zeigen wird. 
(Versteigerung des Gesamtinventars des 
Schlosses Wackerbarths Ruh e.) Aus Berlin wird 
uns geschrieben: Das Kunst-Auktions-Haus Jac. Hecht ver 
steigert am 3. und 4. Oktober das Gesamt-Inventar von Schloß 
Wackerbarths Ruhe. Die Einrichtung der Wohnräume 
trug im wesentlichen antiken Charakter. Man schuf den vor 
handenen antiken Einzelstücken eine Umgebung, die sich 
ihnen zwangslos und künstlerisch anpaßte. Der Besucher findet 
eine Reihe von Original-Möbeln von der Renaissance bis zum 
Empire, unter denen der alt-italienische Prunkschreibtisch der 
Bibliothek höchste Bewunderung- verdient. Das verschieden 
farbig mit Holz und Elfenbein intarsierte Stück dürfte um 
1700 entstanden sein. Süddeutsche, italienische und englische 
Kabinett- und Garderobenschränke sowie Kommoden, Zier 
schränke, Sessel und Stühle der Barock- und Rokokozeit sind 
gut erhalten und in schönen Formen vorhanden. Der Gobelin 
des Speisesaales, der in prächtigen Farben Gruppen von 
Frauen, Kavalieren und Kindern mit Tieren zeigt, ist eine 
französische Arbeit um 1730. Das über die Räume verteilte 
Stilmobiliar bevorzugt im Gelben Saal den Stil des 
Louis XVI. und im Speisesaal das holländische Barock, während 
Diele, Musiksaal und Bibliothek italienische Renaissance, 
Barock und Rokoko zeigen. Die zahlreichen anderen Gesell 
schafts-, Wohn- und Schlafzimmer bringen Varianten in stets 
gediegenen Formen bis zum Empire, doch ist auch durch 
Leder- und Klubgarnituren der wohnliche Charakter des 
Ganzen stets gewahrt worden. Dem Raum und Stil künstlerisch 
angepaßt sind die sehr schönen Kronen und Beleuchtungs 
körper in Bronze und Kristall. Die alten Gemälde des 
17.. und 18. Jahrhunderts stammen vorwiegend von der Hand 
bekannter und beliebter A4eister. Nach den Angaben des 
Dr, Beschorner hat speziell August Ludwig von Wacker 
barth, ein Großneffe des Erbauers Generalfeldmarschall, 
Reichsgraf August Christoph von Wackerbarth auf seinen 
weiten Reisen Kunstschätze (namentlich Bilder) gesammelt. 
Die zahlreichen dekorativen und farbenreichen Werke 
von P. v. Asch, Bout und Boudewyns, i. v. Bemel, 
Droochsloot, 1. v. Huchtenburg, I. v. Kessel, P. v. 
Laer, P, M u 11 i e r, B. Peronneau, Daniel Vosmaer 
u. v. a. zeigen Motive, wie sie allgemein beliebt, aber gerade 
in den letzten Jahren schwer auf dem Kunstmarkte zu finden 
waren. Genannt sollen auch jene Bilder sein, die in der 
Auffassung ais Schulen von van Croos, Domenicchino, Jor- 
daens, Nattier, Pesne, Sylvestre, Teniers, Rosa da Tivoli u. v. a. 
anzusprcchen sind. 
Aus der Fülle der zahlreichen Kleinkunst heraus soll 
der Sammlung antiker sächsischer Email-Dosen, den 
Goldbronzeuhren und Kandelabern, den großen und kleinen 
Cloisonnevasen, den zierlichen Pretiosen, den kostbaren 
Kissen, Stoffen, Brokaten sowie den großen Beständen an 
Tafelsilbcr, Porzellan und Kristall ausdrücklich Erwähnung 
getan sein. 
(Ostäsiatische Sammlung.) Hugo H e 1 b i n g 
versteigert am 25. und 26. Oktober in Frankfurt a m 
M a i n eine ostasiatische Sammlung von recht be 
deutendem Ausmaß. Zur Auflösung gelangen die Sammlungen 
Robert O h I y (London), E. C u r j e 1 (München), sowie eine 
Sammlung aus norddeutschem Besitz. Der Katalog beginnt 
mit einer Reihe von glasierten, besonders schön irisierenden 
Han-Gefäßen. Die Prä-Tang- und Tang-Plastik zeigt neben 
guten figürlichenTypen vor allem stilisierte und naturalistische 
Darstellungen von Tieren, u. a. ein merkwürdiges, nashorn 
ähnliches Tier, ein schönes sich leckendes Pferd, sowie ein 
bedeutendes, großes glasiertes Kamel. Die Keramik der Sung- 
Zeit ist durch Erzeugnisse von großer Qualität vertreten. 
Sung- Schalen aller Art, Tzu-Chou-Gefäße, Honan-Vascn usw. 
nennt der Katalog. Unter den Bronzen fällt ein großes Opfer 
gefäß besonders auf. Sodann wären einige gute Typen von 
früher Stein- und Holzplastik zu erwähnen. Schließlich sei 
noch auf die japanischen Kakemono der Sammlung E. C u r j e 1 
aufmerksam gemacht. Es ist eine große Seltenheit, daß der 
artig vorzügliche Originalbilder bedeutender japanischer 
Maler auf den Markt kommen. 
(Vom Kölner Kunst mar kt.) Am 13. Oktober 
eröffnet Math. Lempertz in Köln seine diesjährige Herbst 
saison mit einer Auktion von Bildern des 19. und 20. Jahr 
hunderts, unter denen die Münchener und Düsseldorfer Maler 
den ersten Platz einnehmen. Von bedeutenderen Münchnern 
wird ein großes Hauptwerk von Friedrich Voltz angeboten, 
ferner eine größere silbertonige Landschaft von Adolf L i e r, 
ein flüssig gemalter Mädchenkopf von F. A. von K a u 1 b a c h, 
ein dreifiguriges Tirolerbild von Franz v. Defregger, ein 
humoristisches Affenbild von Gabriel von M a x, ein groß 
formatiges „Abendläuten“ von Karl Raupp u. v. a. Unter 
den Düsseldorfer Bildern finden sich drei größere Werke von 
Andreas Achenbach (eine Mühle, zwei Marinen), zwei 
Werke seines Bruders Oswald, mehrere Landschaften von 
Ludwig M u n t h e, ein besonders schöner Gregor von B o c h- 
m a n n (Reval im Regen), ein sehr interessantes, in Deck 
farben gemaltes Bild von Wilhelm Schreuer (Düsseldorfer 
Schiffbrücke), Werke von Hugo Mühlig, Arthur Kampf, 
Andreas Dirks, Max Volkhart, Eugen Diickcr, G. A. Rasmus- 
sen, Chr. Kröner, Richard Burnier, Max Clarenbach, Erich 
Nikutowski, Carl Jrmer, Claus Meyer, Eduard von Gebhardt, 
Ernst te Peerdt u. v. a. 
(Moderne Meister.) Bei der am 24. September in 
der Galerie Helbing in München durchgeführten Ver 
steigerung von Oelgemälden, Aquarellen und Handzeichnungen 
moderner Meister aus mitteldeutschem und Münchener Besitz 
wurden folgende Preise (in Mark) erzielt: 
1 Andreas Achenbach, Norwegischer Wasserfall 2200 
3, Amerling, Junges Mädchen 760 
'5 B a i s c h, Sommernachmittag _ 690 
6 Baumgartner, Heimkehr von der Treibjagd in 
Polen 275 
8 Hans Best, Der Gemeindeschreiber 295 
9 Ders., Bauer mit Hut 225 
13 B ii r k e 1, Heimkehr von der Bärenjagd 2000 
23 Eduard Burne-Jones, Perseuskopf, Pinsel. 290 
24 A. de B y 1 a n d t, Sommer im Gebirge 2500 
25 Alex. Calame, W'asserfall 5100
	        

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