MAK
Nr. 20 
Internationale Sammler-Zeitung 
Seite 187 
(Selbstporträt, Kohlezeichnung-), Josef Danhauser, Hugo 
Darnaut, Fr. v. Defregger, Anton Faistauer, P. 
Fendi, Heinr. Füger (Mädchenporträt), Führich (7 Ent 
würfe zum Cyclus „Schöpfung“ in der Altlerchenfelder Kirche), 
Fr. Gauermann, Aug. Gaul, Vincent van Gogh, Moritz 
G o 111 i e b (Treugelöbnis der Stände), Ed. Grützner, Edm. 
Harburger, F. A. Harta, Rud. Hirth du F r t n e s, 
F. H o d 1 e r (Skizze zum „Rütli-Schwur“), Leo H o r o w i t z, 
Eugene 1 s a b e y, Jos. Israels, Hugo Kauffmann, Isidor 
Kaufmann, („Der blaue Montag“, Genreszene), K a u 1 - 
b a c h, Ernst Klimt, Max K 1 i n g e r, L. Knaus, Oskar 
Kokoschka, Käthe K o 11 w i t z, J. B. L a m p i d. J., Max 
Lieber mann (Dünenlandschaft, Landschaft mit Tieren), 
Hans Makart, Ad. v. Menzel, P. M e y e r h e i m, Emil 
Nolde, Pettenkofen, Salvator Rosa, Robert Ruß, 
S ch e 1 f h o u t, Egon S ch i e l e, J. E. S ch i n d 1 e r, S ch n o r r 
v. Carolsfeld, Paul S i g n a c, Max S 1 e v o g t, Karl S p i tz- 
w e g, Fr. v. Stuck, Domencio T i e p o 1 o, W. T r ii b n e r, 
William Ungar etc. — An die Sammlung Leo Hirsch 
schließt sich vom 8. bis 10. November der Nachlaß der Frau 
A. S c h r ö d 1. der Witwe des Tiermalers, der Gemälde, Anti 
quitäten, Silberarbeiten, Möbel u. a. enthält. 
(Der Nachlaß des Hofrates Wasserburger.) 
Am 4. und 5. November gelangt in der Galerie Fromme, 
Wien, 1., Stallburggasse 4, die Sammlung des verstorbenen 
Hofrates Moritz Wasserburg"er zur Versteigerung. Die 
Sammlung ist aus der warmen und innigen Teilnahme eines 
wahren Kunstfreundes entstanden, der an allem, was künst 
lerischen Wert besitzt, seine Freude hatte. Mit großer Liebe 
und besonderem Verständnis sammelte Hofrat Wasserburger 
gute Wiener Maler, deren Namen heute nicht mehr in all 
gemeiner Erinnerung sind, aber ausgezeichnete Vertreter 
ihrer Zeit sind. Die Arbeiten der beiden Waldmüllerschüler 
Karl Riedel und Josef Weidner geben Zeugnis von dem 
großen Können und der Art ihres Meisters, die sich in ihnen 
spiegelt. Edmund Mahlknecht ist durch wohlgelungene 
Landschaften aus der österreichischen Alpengegend repräsen 
tiert. Der selten vorkommende Carl Mahlknecht, ein 
guter Porträtist, bietet uns ein getreues Bildnis der Frau Her 
mine Wasserburger, die als die „schöne Wasserburgerin“ in 
Wien bekannt war.- Namen, wie Julius von Blaas, Eduard 
Charlemont (der in einem Porträt des Grafen Edmund Zichy 
in Magnatenuniform, sowie auch in einem Genrebild uns als 
der vortreffliche Künstler entgegenkommt), Friedrich Fried 
länder, Karl Göbel, Alois Greil (der bodenständige Genremaler 
des alten Oesterreichs, der mit liebenswürdigem Humor und 
scharfer Beobachtungsgabe die Motive aus dem Leben und 
der Gesamtkultur seines Heimatlandes wiedergibt), Adalbert 
Suchy, Karl und Robert Ruß, Ed. v. Lichtenfels, Alfons Mielich, 
Isidor Kaufmann und Josef Schuster sprechen für den geläu 
terten Geschmack des Sammlers. 
In der Intention des Hofrates Wasserburger war es ge 
legen, auch deutsche Meister, Franzosen, Holländer und Bel 
gier in seinem Heime zu haben und so sehen wir Werke der 
Düsseldorfer Wilhelm Camphausen und Adalbert Schaffer, 
Bilder von dem Frankfurter Eduard J. Müller, dem Karlsruher 
Johann W. Schirmer und dem zu Nürnberg 1675 verstorbenen 
Georg Strauch, von dem ein auf Kupfer gemaltes Porträt 
eines Edelmannes aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges 
vorhanden ist. Die Franzosen Gustav Brion und Achille Jules 
Noel und der Belgier Edmund J. Tschaggeny sind ebenso gut 
vertreten, wie die Holländer Jan Adam Krusemann und 
H. Schaep. Die Büsten des Altmeisters der österreichischen 
Bildhauerkunst Tilgner geben naturgetreu in Marmor und 
Bronze das Porträt der Frau Hermine Wasserburger und des 
Grafen Edmund Zichy. Zwei, selten in dieser Pracht vor- 
kommende Cloisonne-Vasen, gute japanische Porzellan- 
Dekorationsteller, lassen das Interesse des Sammlers auch für 
Ostasiatika erkennen. 
Aus den angeschlossenen Beiträgen aus anderem Wiener 
Privatbesitz seien speziell die reizenden Porzellan-Geschenk 
schalen und Gläser erwähnt. Elias Hütter, der letzte und 
berühmte Modellmeister der Wiener Porzellanmanufaktur, 
zeigt in den beiden Biskuitbüsten des Grafen von Stadion und 
des Grafen Kolowrat-Liebsteinky formvollendete Meisterwerke 
einer vergangenen Alt-Wienerkunst. Die Bronzen von Carl 
Brose und August Moreau sind wegen ihrer Sujets und der 
erstklassigen Ausführung nennenswert. 
(Die 7. Dresdner Kunst- und Antiquitäten 
versteigerung.) Man schreibt uns aus Dresden: Die 
von der „Internationalen Sammlerzeitung“ bereits angekün 
digte 7. Dresdner Kunst- und Antiquitäten-Versteigerung, die 
unter Leitung der Kunsthandlung Emil Richter am 7. und 
8. November stattfindet, verspricht besonders interessant zu 
werden, da hervorragende Stücke aus braunschweigischem 
Schloß- und Dresdner Museumbesitz unter den Hammer ge 
langen. Außerdem wird der gesamte feste Lagerbestand eines 
bekannten sächsischen Antiquitätenhauses verauktioniert. Ab 
gesehen von einigen ausgezeichneten frühen Möbelstücken 
und einer Reihe Gemälde alter Meister gelangen auf dieser 
Herbstauktion u. a. Waffen aus dem historischen Museum 
Dresden, sowie besonders gute Fayencen und Gläser zum 
Verkauf; eine Mündener Prunk-Deckelvase (Netzwerk), sowie 
eine italienische Fayence mit ostasiatischem Einschlag um 
1700, verdienen ganz besondere Beachtung. Ein sehr seltenes 
Stück ist eine große Prunk-Standuhr aus fiirstlishem Besitz, 
aus geschliffenem Kristall mit eingeschliffenen Verzierungen, 
die mit Gold und Silber hinterlegt sind, aus der Rokokozeit. 
Die Uhr trägt die Inschrift: „Sang fecit 1754“. Unter den 
neueren Gemälden befindet sich ein sehr schönes Werk von 
Eduard Grützner aus den 70-er Jahren. 
(Das Kunst-Auktions-Haus Jac. Hecht in 
Charlottenburg) bereitet für den 7. November die Auk 
tion der Sammlung Dr. L. auf Schloß P. vor, der auch Beiträge 
aus in- und ausländischem Sammlerbesitz angegliedert sind. 
Unter dem ganz hervorragenden Material befinden sich, wie 
wir dem reich illustrierten Katalog Nr. 53, entnehmen, ein 
Brüsseler Gobelin „Apoll und Diana“, Anfang des 18. Jhdts., 
ein flämischer Gobelin des 17. Jhdts. nach einem Entwurf von 
D. Teniers „Bocciaspieler“ (beide Stücke sind mit Seide durch 
wirkt), Aubusson-Vorhänge und Teppiche, sowie eine Reihe 
von antiken und neueren Perser-Teppichen. Antikes Stand 
mobiliar von der Renaissance bis zum Empire ist mit italie 
nischen und Henri II. - Hallentischen, einem Lütticher Zimmer, 
intarsierten Barockschränken, englischen Sheratonmöbeln, 
einem Directoirc-Zimmer u. v. a. eindrucksvoll vertreten und 
wird durch französische Sitzmöbel des 18. Jhdts. glücklich er 
gänzt. Sessel, Stühle, Fauteuils, Kanapees sind teils mit 
Original-Petit- und Gros-point-Bezügen, teils mit Brokat und 
Damasten aus der Zeit versehen. 
In dem Katalog werden ferner Arbeiten aus Stein, Holz, 
Metall, Keramik und Glas angeführt. Hier soll eines gotischen 
Epitaphs aus dem Kloster Maulbronn gedacht werden, sowie 
einer Milton-Marmorbüste des 18. Jhdts. Die Barock- 
Engel entstammen zum Teil der Schule des Asam, des Günther 
Wagner und des Ignaz Günther. Wenn P e n d u 1 e n und 
Bronzen unter Bevorzugung des Directoire-Stiles erwähnt 
sind, so dürfen nach Nennung einer Reihe schöner alter Ber 
liner Relieftassen, römische Ausgrabungen (Gläser und 
Flaschen), die im Katalog aufgenommenen Gebiete mit ihren 
Hauptstücken genannt sein. 
Am 14. November folgt die Versteigerung des zweiten 
Teiles der Sammlung Dr. L. auf Schloß P. (illustrierter Kata 
log 54), sowie Beiträge aus in- und ausländischem Sammler 
besitz mit italienischen, holländischen, deutschen Gemälden des 
16. Jhdts. bis zur Gegenwart. Der Katalog 54 umfaßt Werke 
von Tanzio di Varallo, Benvenuto Tisio, Willaerts, ferner sehr 
schöne Porträts von Robert Levrac-Tourniere, Oelenhains, 
Skreta, sowie der Schulen von Magnasco, Scorel, Bellini, 
Albani u. v. a. 
Die Gemälde des 19. Jhts. bis zur Gegenwart sind erst 
rangig vertreten. Neben Achenbach und Hoguet mit verschie 
denen Bildern seien bemerkenswerte Gemälde von Adrion, 
Corinth, Guillemet, Liebermann, Knaus, Koyanagui, Kuhnert, 
Renoir, Signac, Utrillo, Vlaminck u. v. a. ausdrücklich hervor 
gehoben. 
(Die Ergebnisse der Auktion Pearson.) Die 
Auktion Pearson, die am 18. Oktober bei Paul C a s s i r e r 
in Berlin stattfand, gestaltete sich interessant. Die Schätzun 
gen wurden zwar nicht oft erreicht, aber die Preise waren 
doch sehr erheblich und standen im Einklang zu den Quali 
täten dieser französischen Gemälde. Der schöne Poussin 
„Bacchus und Erigone“ brachte 48.000 Mark, die „Heilige 
Familie“, die mit 20.000 ausgerufen wurde, kam auf 25.000 M. 
Der „Italienische Seehafen“ von Claude L o r r a i n wurde mit 
30.000 M. verkauft, ein Sonnenuntergang desselben Meisters 
mit 26.000 M. Der sehr hoch geschätzte „Garten in Giverny“ 
von Claude Monet war mit 31.200 M. teuer genug. Allerdings 
seine „Seinelandschaft bei Vetheuil“, ein kleineres Bild, aber 
von prachtvoller Wirkung, brachte 20.000 M. Auch die Bilder 
von C o u r b e t wurden sehr hoch bezahlt. Der „Gefüllte 
Mohn“, wurde mit 10.000 M. ausgerufen und mit 23.600 M. 
zugeschlagen. Den zweithöchsten Preis erreichten die „Felsen 
in Etretat“ mit 20.500 M. Drei kleine italienische Bilder von 
Corot gingen mit 3000 M., bezw. 4900 und 4700 M billig 
weg. Das „Dorf unter Bäumen“ von Corot aber erzielte 
19.000 M. und die „Zwei Frauen am Brunnen“ 20.000 M. Von 
Pissarro erreichte die „Dame im Park“ 8600 M. und die 
„Englische Bahnstation“ 9600 M. Das wundervolle Bild von 
Alfred Sisley „Die Lastkähne“ kam auf 18.000 M., trotz der 
sensationellen Pariser Depesche, die während der Auktion 
verlesen und in der die Echtheit des Bildes angezwei- 
f e 11 wurde. Die Firma Cassirer übernahm jedoch die Garantie 
für die Echtheit. Die Bilder der kleineren Meister waren ent 
sprechend billiger. Immerhin wurden für einen Boudin 
6800 M. erlegt, und für das „Strandbild in Tourgeville“ des 
selben Meisters gar 8000 M. Die Preise von 3000 und 3500 M.
	        

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