MAK
Nr. 8 
INTERNATIONALE SAMMLER - ZEITUNG 
Seite 95 
(Briefmarken-Ausstellung in München.) Aus Anlaß seines 
20jährigen Bestehens veranstaltet der größte philatelistische 
Verein Müncheris, die schon durch frühere ähnliche Veran 
staltungen bekannte „Tauschverbindung Münchener Briefmar 
kensammler (Tauma) E. V.-“, am 4. und 5. Mai im Asam-Saal, 
Sendlingerstraße 51, eine Briefmarken-Ausstellung. Das nur von 
Mitgliedern der „Tauma" aufgelegte Markenmaterial bringt 
eine Fülle von interessanten Sammlungen europäischer und 
überseeischer Länder, seltene Einzelstücke, gestempelte und 
ungestempelte Marken und Ganzsachen. Ausstellung samm- 
lerischer Kuriosa und Zusammenstellungen von Marken mit 
Tierbildern, Denkmälern, Porträts, geschichtlicher und geogra 
phischer Darstellungen werden die Ausstellung besonders an 
ziehend und selbst für den Laien interessant machen. 
(Die Briefmarke als Kunstpropaganda.) In der französi 
schen Oeffentlichkeit mehren sich die Stimmen, die an der 
Herausgabe neuer Briefmarken ohne Heranziehung wirklicher 
Künstler zu den Entwürfen starke Kritik üben. Man verlangt 
die Schaffung einer Stelle, die genau darauf zu achten hat, daß 
die Entwürfe zu neuen Briefmarken von einwandfreiem, künst 
lerischem Werte sind und auch in der Farbtönung geschmack- 
VOM KUNSTMARKT. 
(Versteigerung bei Creutzer in Aachen.) Am 25. und 
26. April kommen bei Ant. Creutzer in Aachen die 
Sammlungen des bekannten Aachener Sammlers Adolf 
Schweitzer und L. R. (Brüssel) unter den Hammer, In 
beiden Sammlungen finden wir ganz hervorragende Namen 
der niederländischen und vlämischen Meister. Unter den neuen 
Bildern sind besonders die Düsseldorfer und Münchener Ro 
mantiker vertreten. Japanische Farbholzschnitte, Porzellane 
und Bronzen, Arbeiten in Kupfer, Messing, Zinn, Bronze und 
Silber, Fayencen, Steinzeuge und Porzellane, Perser Teppiche, 
Holzskulpturen und antike Möbel der verschiedensten Stil 
arten reihen sich an. 
(Ein Gemälde von Francesco del Cairo.) In der Galerie 
eines österreichischen Sammlers, die am 30. April bei Lepke 
in Berlin unter den Hammer kommt, finden wir ein wun 
dervolles- in der Behandlung des Lichts höchst bemerkens 
wertes Bild der Findung Mosis von Francesco del Cairo 
(siehe unsere Abb. Fig. 4), in welchem dieser Meister eine 
künstlerische Höhe zeigt, die uns völlig überrascht. 
Fig. 4. Francesco del Cairo, Die Findung Mosis. 
Galerie eines österreichischen Sammlers. 
(Versteigerung bei Lepke am 30. April.) 
voll gehalten werden. — Auch in Deutschland sind in 
letzter Zeit ähnliche Bemerkungen in der Oeffentlichkeit ge 
fallen, die sich dafür einsetzen, daß neue Briefmarken kiinst- 
leiisch gestaltet werden. 
VERSCHIEDENES. 
(Tod bekannter Sammler.) In Basel starb im 73. Alters 
jahr Dr, Paul S a r a s i n, der als Sammler und Gelehrter einen 
internationalen Ruf genoß. Sein und seines Vetters Fritz Sara- 
sin bekannteste Werke sind „Ergebnisse wissenschaftlicher 
Forschungen auf Ceylon" sowie „Materialien zur Natur 
geschichte der Insel Celebes", welche Werke sie nach wieder 
holten Reisen in jene Erdteile Ende des letzten Jahrhunderts 
herausgegeben haben. Dr. Paul Sarasin ist auch zur Haupt 
sache das Zustandekommen des Schweizerischen Naturschutz 
bundes und des Schweizerischen Nationalparks zu verdanken. 
(Ostasiatische Kunst.) Am 23. und 24. April wird bei 
Lempertz in Köln ostasiatische Kunst aus den Sammlun 
gen A. G. Sproesser (Hamburg), W. 0 h 1 y (Frankfurt), und 
aus verschiedenem anderen Besitz versteigert. Der Schwer 
punkt liegt bei diesen Beständen in der frühen chinesi 
schen Keramik, die in hervorragenden Beispielen von 
der Han- bis zur Ming-Zeit vertreten ist und in der stattlichen 
Reihe beachtlicher Sungstücke kulminiert. Im 17. und 18. Jahr 
hundert fallen etwa ein Dutzend Blanc de Chine-Plastiken auf. 
an erster Stelle eine abnorm große Kuan Yin. Erwähnt sei 
auch die prächtige Blauweiß-Vase aus der Mingzeit mit der 
Kaisermarke Wan li. Es folgen dann Arbeiten aus Bronze 
und Eisen, unter ihnen eine Anzahl bemerkenswerter Stücke 
aus frühen Perioden sowie ausdrucksvolle Plastiken des 
16. bis 18. Jahrhunderts. Die reichhaltige Abteilung der ge 
schnittenen Halbedelsteine besteht in der Hauptsache 
aus Jade-Arbeiten: Figuren, Gefäße, Amulette 1 : auch hier ist
	        

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