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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVII (1882 / 200)

standen, so aber war es auch in dem Falle gut, dass dern Menschen die 
Zukunft verhüllt ist. 
Es war vom realen Standpunkte angesehen ein trübes, armes Jahr, 
wo der helfende Muth oft genug in schweren Sorgenwolken steckte; dazu 
die zahlreichen Verluste an Arbeiten, die zu gedrückten Preisen über- 
nommen wurden, um nur das vergrößerte Personale dauernd zu beschäftigen. 
Also hinweg über dieses Jahr in ein neues, besseres: 
- 1.881. 
Wir nennen hier wieder nur die großen Aufgaben kirchlichen Cha- 
rakters und behalten uns vor, die Kunstverglasungen des Profanbaues am 
Schlusse summarisch zusammen zu fassen. Wir ordnen diesmal der Zeit 
nach, wie sich die Arbeiten gefolgt: 
Die Pfarre Kiens im Pusterthale erhielt geschmackvolle Renaissance- 
Teppichfenster; die Glasgemälde der Friedhofscapelle in Deutschbrod 
wurden beendet; nach Carlsbad folgten St. Michael und Katharina in 
festlichen, wappengeschmückten Umrahmungen, bestellt durch Bürger- 
meister Knoll. 
Für die St. Quintiuskirche zu Mainz lieferte das Tiroler Institut 
das erste Fenster: der Tod des heil. Johannes von Nepomuk, eine Stiftung 
des Herrn Falk III. 
Die seit einer Reihe von Jahren in Ausführung begriffenen Kunst- 
vergiasungen der Wallfahrtskirche zu Telgte fanden mit dem Kreuzi- 
gungsfenster über dem nördlichen Portale ihren Abschluss; ebenso der 
Hochchor des Domes zu Münster. 
ln decorariver Weise gehalten waren die Chorfenster von Capellen 
bei Geldern, deren mittleres, die Himmelfahrt Christi, wohl rnit zu den 
besten Leistungen des Institutes zählt. 
Durch den Beneficiat von St. Peter zu Wien, Herrn Schiestl, kamen 
vier ligurale Schifffenster der Pfarrkirche in Baden zu Stande, zugleich 
würdige Monumente seines Priester-Jubiläums. 
Ein ähnliches Gedächtnissfenster stifteten mehrere Freunde dem Grafen 
Fries in der alten gothischen Kirche zu Gries bei Bozen, das sich durch 
geschmackvolles Arrangement und harmonisch gesättigte Farbenstimmung 
auszeichnet. 
Im letzten der für Groß-St. Martin zu Köln gelieferten Fenster war 
die Legende des heil. Kirchenpatrons zu behandeln; für die St. Antonius- 
kirche zu Trier lieferte Prof." v. Steinle herrliche Entwürfe im Vereine 
mit Architekt Linneman zu Frankfurt. Das Hauptfenster über der Absiden- 
wand des südlichen Seitenschißes: Herz Jesu, Antonius Abt und Alexius; 
im kleinen nördlichen die Darstellung Mariens im Tempel. Die ungemein 
feine Stimmung dieser Entwürfe, in welchen phantasievolle Ornamentik 
die architektonischen Glieder in malerischer Weise umspielte und füllte, 
wo die glühenden puren Farben in weichgetonten gebrochenen Grund-
	        

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