MAK
Nr. 19 
INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG 
Seite 171 
Kupferstich-Versteigerung bei C. G. Boerner 
Leipzig, Universitätsstraße 26 
14. und 15. November 1933 
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aus den Beständen der Sammlung König Friedrich August IF. zu Dresden 
und zwei alten fürstlichen Sammlungen 
Hervorragende Blätter vom Meister E S, Meister b g, Meister B M, 
Meister i e, von Schongauer, Meckenem, Gossaert, Campagnola, 
Montagna, Rosex da Modena. — Dürer (Der heilige Hieronymus 
in Kaltnadelarbeit), Rembrandt (Das Hundertguldenblatt), Hirsch 
vogel, Lautensack, Elsheimer, Bruegel, Seghers (Zwei farbige 
Landschaften). 
Meister-Holzschnitte von Altdorfer, Baidung, Burgkniair, Cranach, 
Urs Graf, Schäutelein, Wechtlin (1 otenkopf in Clair-obscur), Probe 
drucke zur Ehrenpforte, Theuerdank, Weisskunig und Schatz- 
behalter. Porträtstiche von Ealck, Morin, Nanteuil, Suyderhoef. 
Ornamentstiche, Flugblätter, Ansichten, historische Porträts. Die Pappenheimsche 
Chronik des Hans Burgkmair d. Ae., Widmung des Exemplars der ersten Ausgabe 
der „Astronomie” des Tycho Brahe. 
Katalog 183 mit 33 Liditdrudktafeln: Preis UM 3‘ — 
HiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiüiiiiniitiiiiimiiiiiiimiiiiiüiiiiiiiiiiiimiumiiiiiimiitülfliiiiiiniSiilimiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiiiiimiii 
Werk ,,'Die Arachniden" von Dr. Carl Wilh. Hahn (Nürnberg, 
1831—45), das mit 200 Kc ausgerufen wurde, auf 2100 Kc, und 
Hahns Schriften über „Die wanzenartigen Insecten“, die man 
mit 120 Kc ausbot, kamen auf 1000 Kc. Das berühmte, aus 
21 Bänden bestehende Werk von Alexander von Humboldt 
„Voyage aux regions eqiuinoxiales du nouveau continent“ 
(Paris, 1799—1804) hatte einen Ausrufpreis von 25C0 Kc und 
ging auf 5000 Kc. Sehr lebhaft war die iBietlust, als die „schöne 
Literatur“ der Ttmnschen Bibliothek versteigert wurde. Die 
Lyoner Ariost-Ausgabe des ..Rasenden iRoland" (1549) brachte 
es von 80 Kc auf 400 Kc, die eigentlich einen geringen Preis 
vorstellen, aber dafür geriet das Auktionspublikum in Erregung, 
als man den Pariser Boccaccio von 1542 mit nur 90 Kc ausrief 
und als der Endpreis 2350 Kc betrug. 'Für die Londoner Aus 
gabe des Don Quixote von Cervantes (1730) gab man 1050 Kc; 
der Ausrufipreis war 200 Kc. (Billig war dann die deutsche 
Literatur zu haben: die Erstausgabe von Goethes „Wilhelm 
Meister“ (18211) erreichte bloß 110 Kc, „Hermann und Doro 
thea“ von 1799 bloß 130 Kc, und auf die „Schriften" des 
Schweizers Salomon Geßner (1770 -72), die die Stiche und 
Vignetten Geßners zieren, wurden bloß 120 Kc geboten. Die 
Erstausgabe von Grillparzers „Das goldene Vließ" (1822), die 
mit 20 Kc angeboien wurde, erzielte 120 Kc. 
(Restaurierung alter Bücher.) Die Kunst der Restaurierung 
von Büchern ist weit weniger bekannt, als die der Bilder 
restaurierungen, und doch verdient sie die größte Beachtung. 
Natürlich kommen nur besonders wertvolle und seltene Werke 
in Betracht, also alte Drucke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. 
Wichtig ist vor allem die Entfernung des Stockfleckes; das ge 
schieht durch Behandlung mit übermangansaurem Kali. Da 
durch werden die Flecke entfernt, da.s Blatt aber bekommt 
eine braune Tönung, die durch eine sehr schwache Lösung von 
Schwefelsäure in das ursprüngliche Weiß verwandelt werden 
muß. Dann werden die Blätter mit einem dünnen Leim bear 
beitet, der ihnen Stärke und Dauerhaftigkeit verleiht, und dann 
werden die so behandelten Seiten auf den Gesamtton der 
Buchblätter abgestimmt. Zerrissene Blätter, beschädigte Rän 
der, Löcher können nur mit Zuhilfenahme neuen 'Papiers geheilt 
werden. Da muß dann dafür gesorgt werden, daß das neue 1 
Papier mit dem alten genau übereinstimmt, nicht nur in Form | 
und Farbe, sondern auch im Wasserzeichen. Der Buchrestuu- 
rator muß also eine ganze Sammlung alter Papiere besitzen, 
Sind Buchstaben oder Teile von Illustrationen beschädigt, so 
muß das Fehlende mit Tinte oder Feder nachgezogen werden. 
Die Aufgabe des Restaurators besteht nicht darin, einem alten 
Buch ein neues Ansehen zu geben, sondern es möglichst genau 
in seiner Originalform zu erhalten und vor weiterem Verfalt 
zu schützen, 
BILDER. 
(Ein unbekannter Dürer aufgelunden.) In eitler Privnt- 
sa.mmlung im Haag wurde ein bisher unbekanntes Werk von 
Dürer entdeckt. Es trägt das Monogramm des Meisters und 
die Jahreszahl 1510. Die Holztafel ist 25X22 Zentimeter groß. 
Die chemischen Untersuchungen der Mallechmk und der Far 
ben haben die Echtheit bestätigt. 
(Piero di Cosimo’s „Waldbrand“.) Eines der interessan 
testen Werke von Piero di Cosimo: „Der Waldbrand“ ist 
aus dem Besitze des Prinzen Paul von Jugoslawien in 
den des As hmoiean -Museums der Universität Oxiord 
übergegangen. Der Kaufpreis betrug 3030 Pfund. 
NUMISMATIK 
(Versteigerung einer großen Münzensammlung im Doro 
theum.) Nach einer Pause von mehr als 20 Jahren findet vom 
6. (bis 8. November im Dorotheum in Wien die Ver 
steigerung einer hervorragenden Sammlung von Münzen und 
Medaillen der Neuzeit aus hochadeligem Besitze statt, 
Der erste Teil, der zunächst unter den 'Hammer kommt, um 
faßt Münzen der österreichischen Alpenländer, der deutschen 
Bundesstaaten und der geistlichen Herren, mit vielen Selten 
heiten und ausgezeichneter Erhaltung, sowie die habsburgischen 
Medaillen vor 1848. Miinzensamm er werden eingeladcn, schon 
I jetzt ihre Anschriften wegen Zusendung des Kataloges bekannt- 
| zugeben. Nähere Auskünfte werden vom Dorotheum bereii- 
| willigst erteilt.
	        

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