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INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG 
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VOM KUNSTMARKT. 
(Die Auktion Kimbel verschoben.) Wir erhalten vom 
Kunstauktionshaus Rud. Lepke in Berlin folgende Mil 
teilung: »Wir haben uns wegen der derzeitigen Wirtschaftslage 
entschlossen, von der für den 4. und 5. April 1933 angesetzten 
Versteigerung der Sammlung Kimbel vorläufig Abstand 
zu nehmen, da auch der Herr Polizeipräsident von 
Berlin dahingehende Bedenken geäußert hat.« 
(Züricher Kunstauktion.) Aus Zürich wird uns ge 
schrieben: Die Auktion, die G. u. L, Bollag am 23. März 
im Hotel Baur en Vil'le veranstaltete, nahm bei lebhafter 
Beteiligung von Interessenten einen erfreulichen Verlauf. Am 
heißesten umstritten war das mit Blondine bezeichnete Frauen 
porträt von Max Buri (Kat. Nr. 112), das auch den höchsten 
Preis der Versteigerung, 7100 Franken, erzielte. Der zweite 
Buri, „Die Köchin" (Kat. Nr. 113), brachte 1400 Franken, Von 
den Werken Albert Ankers erreichte die Oelstudie (Nr. 99) 
3000 Franken, die Aquarelle „Beim Kaffee“ und .,Am Wirts 
tisch" (Nr. 100 und 101) 1950 und 1450 Franken. „Paysans 
Landais" von Rosa Bonheur (Nr. 108) fand einen Lieb 
haber, der 6000 Franken dafür erlegte; ein Porträt von Anton 
Gr aff, darstellend Philipp Carl Graf von Ulvensleben 
(Kat. Nr. 137), wurde mit 5000 Franken bezahlt. Gute Preise 
erzielten auch Buchser, Calame, Menn und Pinquolat, während 
die Preise für Arbeiten französischer Künstler aus der Samm 
lung Berthe Weill (Paris) weit hinter den Erwartungen zu 
rückblieben. 
Zu unserem Jubiläum, 
Nachträglich sind uns noch zahlreiche Glück 
wünsche zum 25jährijien Bestand unseres Blattes 
zugekommen. Der Chef der Kunsthandlung Artaria 
& Co. in Wien, Herr Dominik Artaria, schrieb 
uns; „Empfangen Sie anläßlich des Jubiläums der 
„Internationalen Sammler-Zeitung“ meine herzlich 
sten Wünsche für Gedeihen und Weiterbestand Ihrer 
Zeitschrift und verbindlichen Gruß von Ihrem erge 
benen D. Artaria.“ Professor Julius Singer in 
Prag-Smichov sandte uns folgende Zuschrift; „Als 
mehrjähriger Abonnent möchte ich Ihnen zum Ju 
biläum gratulieren. Ich benütze gerne die Gelegen 
heit, zu sagen, daß ich mit der Zeitschrift sehr zu< 
frieden hin und es besonders hervorheben muß, daß 
trotz der Krise Inhalt und Berichte nicht 
gelitten haben, wie dies bei anderen Zeit 
schriften jetzt oft der Fall ist.“ 
Gratulationen erhielten wir ferner von Hofrat 
Dr. Karl Glossy (Wien), der Zeitschrift „Sbera- 
tel“ (Böhmisch-Leipa), Dr. D. Philipps (New- 
York), L. Wulfen (Sidney) u. a. 
AUSSTELLUNGEN. 
Berlin. Kupferstichkabinett. Schabkunstblätter 
des 17. und 18. J., Moderne Graphik. 
— Staatliche Kunstbibliothek. Zeitgenössi 
sche ukrainische Kunst. 
— Galerie G u r 1 i 11. Laucebruni, R. Meier, H. T. Rich 
ter, E. Spiro. 
— Secession. Kollektiv-Ausstellungen. 
Dresden. Sächsischer Kunstverein. Paul Baum, 
H. Unger, Böckstiegel, G. Neugebauer, E, Scharowsky, H. 
Mayrhofer-Passau. 
Karlsruhe, Badische Kunsthalle. Emil Nolde. 
— Galerie Moos. Ludwig Dill, Th. Poeckt. 
München. Staall. Graphische Sammlungen. 
Das Bildnis in der Graphik (16. bis 18. J,); Neuerwerbungen'. 
Paris. Bibliotheque Nationale. Rablais. 
Wien. Hagenbund. Der Tanz. 
— Neue Galerie. Französische Impressionisten. 
AUKTIONEN. 
5. und 6. April. Paris. Hotel Drouot. Durch Mes. 
Bignou und Ader, 2. Teil der Sammlung George Blu 
me n t h a 1. Stiche, Gemälde, Porzellan, Ostasiatica, Bronzen 
und Möbel. 
7. und 8. April. Köln. Math. L e m p e r t z. Nachlaß Geh. 
Kommerzienrat Seligmann (Köln) und anderer Besitz, Lüt 
ticher Boiserie, westdeutsche Möbel des 18. J. (schöne Sitz- 
und Kastenmöbel), altes Kunstgewerbe etc. 
7. und 8. April. Wien. Dorotheum. Die Bestände 
der Kunsthandlung Artaria & Co. in Wien an Hand- 
Zeichnungen alter und neuer Meister des 19. Jahr 
hunderts. •' 
7. und 8. April. Genf. Kundin-Moos. Gemälde und 
Graphik. 
10. April Frankfurt a. M. Adolph Heß' Nacht. Deutsche 
Münzen des Mittelalters. 
10. April. Köln. Math Lempcrtz. Archäologische 
Sammlung Dr. Feldmann (Düsseldorf). Römische Gläser und 
Keramiken, meist rheinische Funde. 
19. und 20. April. Berlin. Paul Graupe. Sammlung 
Leon Nathansohn (Dresden): Goethe und sein Kreis. 
21. und 22. April. Berlin. Paul Graupe. Kunstliteratur, 
illustrierte Bücher des 18. und 19. Jahrhunderts. 
24. bis 27, April. Frankfurt a. M, J. K a u f f m a n n. 
Hebraica, Judaica, Handschriften, Inkunabeln. Bücher des 
16. bis 20. Jahrhunderts. 
25. jbis 27. April. Wien. Glückselig. Nachlaß Ge 
neraldirektor E. Sch. 
25. bis 28. April. London. Sotheby & Co. Ostasiatica, 
englisches Mobiliar. 
27. April, Rom. Ulrico H o e p 1 i (Mailand). Autographen, 
Bücher. 
28. und 29. April, Wien. Dorotheum. Sammlung Ale 
xander T r i t s c h. Holländische Meister. 
2. Mai, Berlin, Fel. Schlesinger. Münzen. 
2. Mai. Frankfurt a. M. Hugo H e 1 b i n g. Schloß B. 
in Oberhessen: Alte und moderne Gemälde, Fayencen, 
Majoliken, Porzellan, Emailgläser, Zinn, Waffen. Gebrauchs 
silber, Plastik (Lü.sterweibchen), Möbel (Meisterschrank), Tex 
tilien, Teppiche, Tapisserien (Frührenaissancetapisserien und 
Serie von sechs französischen Louis-XV.-Tapisserien). 
3. Mai. München. Karl & Fab er. Bibliothek Marcus 
Fugger. 
3. Mai. Frankfurt a, M. Hugo H e 1 b i n g. Gemälde aus 
einem süddeutschen Museum, hauptsächlich holländische Mei 
ster des 17. Jahrhunderts. 
9, Mai. London. Sotheby & Co. Sammlung Chester 
B e a 11 y. Handschriften. 
22. und 23. Mai. Leipzig. C. G. B o e r n e r. Frühe alte 
Kupferstiche aus der Sammlung Lord Northwick, Northwick- 
Park (t 1859), Friedrich August II. von Sachsen u. a, Hand 
bibliothek Artaria & Co., Wien, 
26. Mai, Zürich. Durch Ulrico Hoepli (Mailand). Gra 
phik, Bücher. 
26. Mai. Frankiurt a. M. Joseph B a e r & Co. Bibliothek 
Chevalier Constantin Le P a i g e (Lüttich). Inkunabeln, illuetr. 
Bücher, franz. Literatur u, a, 
24, Mai. Leipzig. C. G. Boerner und Gutekunst & 
Klipstein (Bern). Daumier-Sammlung Carl O. Sch nie 
wind (New-York), Lithographien und Handzeichnuugen. 
13. und 14. Juni. Frankfurt am Main. Hugo Helbing. 
Frankfurter Patrizierbesitz. Alte und moderne Gemälde, an 
tikes Kunstgewerbe, Fayencen, Zinn, Porzellan, Glas, Plastik, 
Möbel und Teppiche. 
LITERATUR. 
Mit Heft 3 und 4 schließt das in amtlichem Aufträge er 
scheinende „Münchner Jahrjbuch der bildenden 
Kunst" seinen IX. Band/1932 ab. 
Im Heft 3 veröffentlicht und beschreibt A. Freiherr von 
Reitzenstein erstmals die 1928 neuentdeckten Wand 
malereien von Frauenchiemsee (um 1150). Der stilkritische 
Vergleich mit Nonnberg, ihre Abhängigkeit von der Salzburger 
Malerei des 12. Jahrhunderts und dem Regensburg-Prüfeninger 
Kreis wird durchgeführt und die Totalität ihrer Betrachtung 
durch umfangreiche, material-wissenschaftliche Untersuchungen 
und maltechnische Bemerkungen und Feststellungen erreicht. 
Der umfangreichen Arbeit folgt eine interessante Studie von 
C. Th. Müller über „Jörg Lederer von Kaufbeuren und 
der Umkreis seiner Werkstatt“. (Latscher Altar, Nordtiroler 
und Südtiroler Altäre, Oberinntal, Material im Museum der 
schönen Künste in Budapest.) Endlich widmet E, Panofsky 
Arthur Haseloff zu dessen 60. Geburtstag eine hochinter 
essante Studie über die Ambivalenz, ikonograpbischer Kenn 
zeichen in dem Aufsatze: „De'' greise Philosoph am Scheide 
wege" an Hand einer wahrscheinlich niederländischen Feder 
zeichnung gegen 1560 70 im Hamburger Museum für Kunst und 
Gewerbe. • H. W. May..
	        

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