MAK
Nr. 9 
INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG 
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göttlichen Lehren gebannt werden kann, veranschaulicht. Da® 
Original, in der Größe von 30 cm durchgeführt, ist Papst 
Pius XI. gewidmet. Es ruht aui weißem (Marmor, der die 
Widimmigisinschrift trägt. Von dieser Medaille wird eine 
P r ä g e m e d a i 11 e aus Bronze hergestellt werden, die allen 
Interessenten zugänglich gemacht werden wird. 
PHILATELIE 
(Neuheiten.) Anfang Juni sollen einzelne Werte der neuen 
österreichischen Freimarkenreihe ausgegejben werden. Sie .wird 
18 Wertstufen, und zwar 1, 3, 4, 5 , 6, 8, 12 , 20, 24 , 26 , 30, 35, 
40, 45, 60 und 64 Groschen, 1 und 2 Schilling umfassen. Die 
Werte bis einschließlich 35 Groschen haben das kleine Format 
der gegenwärtigen Freimarken, aber als Hochrecfhteck', die 
Werte ab 40 Groschen das (größere Format der früheren iLand- 
scihaftsmarken., ebenfalls als Hochrechteck. Alle Werte sind 
nach (Entwürfen des akademischen Malers Georg Jung in 
Buchdruck hergestellt. Sie zeigen Volkstypen in Trachten. Den 
Hintergrund bildet ein Landschaftsbild. Jede« .Bundesland ist 
mit zwei Bildern vertreten, nur Wien mit einem Wert, der 
(Einschillingmarke. Die Zweischillingmarke ist der Wehrmacht 
gewidmet; sie zeigt die Köpfe eines Kaiserjägeroffiziers und 
zweier Soldaten, im Hintergrund die Alpen. Oben befindet sich 
.bei allen Werten der Namen Oesterreich, unten die Wert 
angabe und der Name des Bundeslandes. 
(Die erste Brieimarke 1831?) Al® erste Briefmarke gilt 
bisher die 1 - Penny - Marke Großbritanniens vom Jahre 1840. 
Nunmehr veröffentlicht S. Pemb ertön im „Philatelie Jour 
nal” von London, daß bisher unbekannte markenäihnliche Zettel 
aufgefunden worden seien, welche geeignet wären, die Erfin 
dung der Briefmarke Griechenland zuzuschreiben. In der 
bekannten Sammlung Argyropoulos befindet sich ein Brief 
vom .25. Dezember 1840 mit einer solchen Marke zu 40 Lepta, 
Da® philatelistische Handbueh von Kohl führte dies auch an. 
Nunmehr soll ein Block von neun solchen Marken auf einem 
Brief von der Insel Paro® (Glarakis mit der Unterschrift 
des Gouverneur® und dem Datum 2. Mai 1831 aufgefunden 
worden sein. Unentschieden ist die Frage, ob es sich hiebei um 
wirkliche Freimarken handelte. Jedenfalls ist die Priorität der 
1-,Penny-Marke von Großbritannien durch ein bekanntes engli 
sches Fachblatt selbst in Frage gestellt worden. 
VERSCHIEDENES 
(Die erste kaiserliche Urkunde auf Papier.) Von Fried 
rich II., dem romantischen staufischen Kaiser, den Dante 
in der „(Divina Comedia” erwähnt und dessen rotes Porphyr 
denkmal im (Dom zu (Palermo steht, stammt ein Dokument, das, 
einzig in seiner Art, nur das Haus-,, Hof- und Staatsarchiv in 
W i e n bewahrt; die erste auf (Papier geschriebene Urkunde 
eines deutschen Kaisers, Sie ist aus dem Jahre 1228 und beauf 
tragt den (Erzbischof von (Salzburg und den Herzog von Oester 
reich, einen Streit zwischen dem Kloster Göß und dem Herzog 
von Kärnten zu schlichten. Der Kaiser hatte den damals 
neuen SchreJbstoff, den die Araber von den Chinesen über 
nommen hatten, vermutlich in Italien kennen gelernt und das 
Papier statt des Pergaments für Dokumente eingeführt, denen 
keine zu große Wichtigkeit zukam. 
(Die größte Muschelsammlung.) Wir lesen in amerikani 
schen Blättern; Die größte Miuschelsammlung der (Erde 
besitzt unstreitig Mr. B r i d g e s in Chilsea. Seine Sammlung 
umfaßt nicht weniger als 2 0 0.0 0 0 S t ü c k. Es sind darunter 
Stücke, die aus der antediluvianlschen Zeit stammen, 
(Die Lage des Leipziger Buchhandels.) Zur Lage des 
Leipziger Buchhandel® schreibt das „Berliner Tageblatt“: Zahl 
reiche Zusammenbrüche von altangesehenen Häusern brachten 
erhebliche Ausfälle. (Hiezu kamen Verluste infolge leichtsinni 
ger (Kreditgewährung, so daß das Leipziger und das gesamte 
deutsche graphische (Gewerbe in den letzten Jahren mit einem 
erheblichen Minus abgeschlossen haben, was die Unterbilanzen 
der bestehenden Aktiengesellschaften deutlich illustriert. Un 
erfreulich wirkte sich für Leipzig das Abwandern zahlreicher 
Betriebe, insbesondere von Zeitschriften und Verlagen aus. 
Ferner wurde bei der (Vergebung von Aufträgen zentraler 
Stellen Leipzig viel zu wenig berücksichtigt. Als besonders 
bedauerlich wird der weitere Rückgang der Ausfuhr be 
zeichnet. Die Ausfuhr, die im Jahre 1928 noch 284 Millionen 
Mark betrug, wird für 1933 nur auf 125 Millionen Mark ge 
schätzt. Von großer Bedeutung für Leipzig ist ferner die Um- 
gerfaitung auf dem Gebiete des Zeitschriftenwesens. In einer 
Sitzung der Leipziger Industrie- und Handelskammer ist mit 
geteilt worden, daß bisher 200 deutsche Fachzeitschriften ein 
gegangen seien, wodurch 15.000 Menschen brotlos wurden. 
Weitere 2000 Fachzeitschriften wurden als gefährdet bezeichnet. 
Nachteile für die graphische Produktion brachten noch starke 
Einschänkungen im Kuituretat, 
MUSEEN 
(Von den städtischen Museen in Düsseldorf.) Der Kunst 
historiker Dr, Alfred Schubert ist zum hauptamtlichen 
Kustos am Städtischen Kunstmuseum sowie am 
iStadtmuseum in Düsseldorf berufen worden; seine Sonder- 
gejbiete sind altniederländisches Kunstgewerbe, Geschichte der 
Düsseldorfer Malerei, Düsseldorfer Künstlergeschichte und alt 
italienische Malerei. 
(Der neue Leiter der Dresdner Porzellansammlung.) Der 
Studienrat, a. o. Professor für Kunstgeschichte an der Techni 
schen Hochschule Dresden' Dr. Fritz Fichtner ist zum Kustos 
an der Staatlichen Porzellansammlung in 'Dresden ernannt und 
gleichzeitig mit der Leitung dieser Sammlung beauftragt wor 
den. Prof. Fichtner leitet zugleich das (Staatliche Kunstgewerbe 
museum in. Dresden, 
VOM KUNSTMARKT 
(4100 Schilling für Makarts „Frühling“.) Der Clou der 
Kunstauktion, die S. Kende in Wien am 20, April veran 
staltete, war Makarts „Frühling", auf den wir in der vori 
gen Nummer hingewiesen haben. Für das letzte Kolossalge 
mälde des Künstlers wurden noch im Vorjahre 25.000 S ge 
boten, doch war es dem Besitzer um diesen Preis nicht feil. 
Jetzt exekutiv versteigert, wurde es mit 2500 S ausgerufen 
und um 4100 S dem 'Glasfabrikanten Leopold Weinstein 
zugeschlagen, der das Bild der Stadt Salzburg zum Geschenke 
machte. Nun wird es seinen Platz im Museum der Geburts 
stadt Makarts finden, das an Makartbildern just keinen Ueber- 
fluß hat. 
Sonst notierten wir bei dieser Versteigerung noch folgende 
Preise (in Schilling); 
Gemälde und Aquarelle, 
4 Rud. v. Alt, Aus Spalato. 41:51 cm 500 
8 Amerling, Bildnis eines rothaarigen Herrn, 32:26 240 
11 Barbarin;, Motiv bei Berchtesgaden. 74:100 cm . . 60 
16 Eugen v. B 1 a a s, Italienerin mit zwei Blumenkörb 
chen. 32:18 cm 55 
17 Tina Blau, Aus Fischau bei Wr,-Neustadt. 12.5:21.5 70 
24 Danhausdr, Studie der Kaiserin Josefine zum 
Bild „Die Kartenaufschlägerm”, Bleistift 15 
30 Thomas End er. Motiv au® dem österreichischen 
Hochgebirge, 23:28 cm 3S 
35 Fendi, Bildnis eines jungen Mädchens mit Kopf 
tuch, 16:10 cm 270 
37 F a b e r d u F a u r, Rückzug von französ. Kürassieren 500 
40 Karl Fr ösc hi, Mann, kleines, schlafendes Kind 
tragend. 26:17 cm 30 
41 Führich, Anbetung des Jesuskindes. 32:40 cm . . 850 
42 Gauermann, Fuchs. Oeltsudie, 29:42 cm .... 55 
44 V. GueHn, Landschaft mit zwei Figuren. 33:40 cm 40 
48 Vinzenz H a v 1 i c e k, Winterlandschaft. 22:29.5 cm . 55 
49 Der,s„ Motiv bei Oedenburg. 22:36 cm 30 
53 F. van 'H o o g h e, Holländische Strandlandschaft. . . 50 
59 Kriehuber, Damenporträt. 23.5:19,5 cm 50 
68 Löffler-Radimao, Der erste Schulgang . . . 550 
69 Jacob von L o o, Waldlandschaft, Oel. 50:65 cm . . 500 
75 Friedr. -Joh, von Müller, Kindliches Liebespaar in 
Landschaft, Oel. 42:28 cm 220 
91 Bernh. Reinhold, Motiv aus Capri 46:32 cm . . 40 
92 Der®., ’Selbstporträt malend an den Abhängen des 
Albanergebirges, mit Zuschauern, 27:37 cm 40 
93 Ders., Italienerin, auf einem Stein sitzend. 47:35 cm . 25 
100 Karl von Saar, Bildnis einer jungen Dame in wei 
ßem, dekolletiertem Kleid. 14:10 cm 250 
104 Carl Schindlet, Skizze zum Bilde „Der Schwan”. 
Farbige Federz. 17:21 cm 200 
110 Schödl, Stilleben mit Teppich, blauer Seidendecke, 
Perlmutterkassette, Cloisonnekrug und Papiermesser 
mit Elfenbeingriff. 32:24 cm 250 
115 Teutwart Schmitson, Rinderherde. Oel. 21:34 cm 110 
117 Adolf Stademann, Winterlandschaft. 35:31 cm 50 
118 Franz Steinfeld, Waldbachstrub. Oel. 37:30 cm . 50 
123 Thoren, Kühe mit Bauer auf einem Feld. 33:23.5 400
	        

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