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IINTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG 
Nr. 10 
mit Privatwertzeichen versehenen Briefe der Post 
verwaltung der Kommune und deren Privatagenturen, 
erinnerten an die Wirren in Paris in den Jahren 
i807/71. 
Belgien, Großbritannien und die nordischen Staa 
ten, auch Oesterreich mit Lombardei-Venetien-Abstem- 
pelungen waren sehr gut vertreten. Von Bayern fehlte 
nicht einmal der nur in drei ungebrauchten Stücken 
bekannte Kehrdruck des 1 Kreuzer schwarz. Auch 
die größte Seltenheit von Spanien, 2 Reals blau 
ungebraucht, der Ausgabe 185 t , die nur in zwei 
gebrauchten und einem ungebrauchten Stück bekannt 
und im Zumstein-Katalog mit 40.000 Fr. bewertet 
ist, war da. Aus Gründen, die in der politischen 
Unsicherheit Frankreichs liegen, fehlten die wert 
vollsten Schweizer Sammlungen, doch waren Mar 
ken und Abstempelungen gleichwohl in vielbeachte 
ter Reichhaltigkeit vorhanden. 
Stark vertreten war auch Uebersee, hauptsächlich 
Amerika und englische Kolonien. Die ungebraucht 
nur in zwei Stücken bekannte teuerste Marke 2 d Bri 
tish Guyana (Wert 500.000 Fr.) sowie eine lose 
Marke und ein Paar auf Brief der zwölf noch exi 
stierenden gebrauchten Stücke dieser Ausgabe wur 
den auf Wunsch einem bewachten Kassenschrank 
entnommen und gezeigt. 
Selbstverständlich fehlte es auch nicht an einem 
Gedenk block. Er besteht aus vier Marken in der 
Zeichnung der Ceres-Marken von 1849/50, bezw. 
1870 in den Werten von 5 Cent (blau), schwarz 
braun), 15 Cent (karminrot, 30 Cent (blau-rot) und 
50 Cent (karmin-schwarzbraun). Die Marken sind 
zweifarbig gedruckt, indem die Umrahmung eine an 
dere Färbung erhielt, als das kreisrunde Mittelstück 
mit dem Cereskopf. Auf dem Zwischensteg zwischen 
den gezähnten Marken ist auf dem oberen Felde 
der Aufdruck „Pexip“, auf dem unteren Felde der 
Aufdruck ,.Paris 1937“ angebracht. 
Die Auflage des Blocks betrug 125.000 Stück; 
davon wurden 8500 an Vorausbesteller zugeteilt, so- 
daß für die Ausstellungsbesucher im ganzen 40.000 
Stück übrig blieben, die auf je eine Eintrittskarte 
von 5 Francs abgegeben wurden. Man kann sich 
nun denken, wie heiß es beim Verkauf zuging. 
Sammler nahmen Frau, Kinder und Dienstboten mit, 
um gleich mehrere Blocks zu erhalten; viele ver 
kauften schon auf der Stelle die Blocks um ein 
Vielfaches des Anschaffungspreises. Zum Abstempeln 
der Blocks waren eigene Stempeltische aufgestellt, 
die stets von zahlreichen Personen dicht umlagert 
waren. 
Aus rheinischem und süddeutschem Kunstbesitz 
Bei der Auktion H e 1 b i n g in Fr a nkfurt am 
Main (siehe die Nummern 7—9 der ,,Internationalen 
Sammlerzeitung“) wurden noch folgende Preise (in 
Mark) registiert. 
Glas. 
777 Drei Fläschchen, Römisch 85 
778 Kleiner Becher und drei Fläschchen, Römisch, 
a) Mittelalterlich 75 
782 Sechs Flacons, 2. H. 18. j. 70 
783 Fünf Flacons, um 1800 80 
784 Zehn Flacons, a- g) um 1830, die anderen später 125 
Miniaturen. 
788 Bildnis einer jungen Dame, Nancy-Paris, 1780- 1844 290 
790 Brustbild eines Herrn, Franzos., 1842 56 
791 Bildnis einer Dame, Flavien Chabanne, 1799 95 
793 Bildnis einer Dame, Fanny Romanini, Mailand 
und Wien, 1830 250 
794 Sitzendes Mädchen, um 1813 300 
796 Brustbild eines Herrn L. Grünbaum, geb. um 1760 
z. Haslau 115 
Eisen, Bronze, Gelbguß. 
801 Zwei Florentiner Lampen, Italien, 18. J. 60 
802 Bronze-Tintenfaß, Italien, 17. J. 50 
804 Lapis Lazuli-Kasten, Florenz, 17. J. 1500 
805 Kamin-Uhr, Paris, um 1770—80 und 
806 Zwei Kandelaber, Franz., um 1770 80 
807 Katteluhr, Mitte 18. J. 105 
808 Drei Paar Wandappliken, a, b, 18. J. 60 
809 Lüster, Deutsch, Ende 18. J. 100 
Zinn. 
811 Berner Kanne, a) Bern, Ende 18. J. 80 
812 Walliser Kanne, 18.- 19. j. 90 
813 Zwei Kannen, a) Winterthur, E. 18. J., b) 18.—19. J. 70 
814 Drei Kannen, Wallis, 18.—19. J. 70 
815 Zwei Schraubflaschen, Schweiz, Ende 18. und Anf. 
19 .J. 72 
Möbel. 
824 Stollenschrank, Rheinisch, 16. J. 175 
825 Hoher Sessel, Florenz, 16. ]. 140 
829 Kleine Kredenz, Italien, 17. j. 85 
833 Kabinettschränkchen, Süddeutsch, 17. J. 800 
835 Ueberbauschrank, Frankfurt oder Mainfränkisch, 
gegen 1700 470 
839 Ueberbauschränkchen, Bayrisch um 1700 80 
841 Betpult, Oberitalien, 1. Drittel 18. J. 160 
843 Wellenschrank, Frankfurt, Anf. 18. J. 1000 
846 Standuhr, London, 1. H. 18. J. 300 
847 Vitrinenschrank, Holland, Mitte 18. J. 1100 
848 Kabinettschrank, China, 1. H. 18. J. 800 
850 Lackschrank, Japan, um 1800 400 
855 Rokoko-Sänfte, Sächsisch, Mitte 18. J. 100 
856 Rokoko-Konsoltisch, Süddeutsch, Mitte 18. J. 50 
857 Rokoko-Sessel, Franzos, od. Westdeutsch, Mitte 18. j. 470 
859 Truhe, Norddeutsch, 1752 240 
861 Standuhr, Neuwied, um 1750—60 150 
862 Barock-Schreibtisch 580 
863 Konsoltisch, Deutsch, 2. H. 18. J. 68 
866 Schreibkommode, Deutsch, um 1780 55 
871 Fünf Stühle, Deutsch, um 1780—90 90 
873 Hammerklavier, Ende 18. J. 75 
874 Sheraton-Schreibschrank, England, Anf. 19. J. 300 
876 Empire-Tisch, um 1810 105 
878 Schreibkomrnode, Süddeutsch, um 1825 200 
879 Runder Tisch, Italien, um 1850 85 
881 Garnitur: Bank und 3 Sessel 110 
Textilien. 
889 Kasel, Samt: Ital., 17. J., Borte: Franzos. 1. H. 16. J. 350 
890 Brochierter Seidenstoff, Italien, 17. J. 60 
892 Bild in Seidenbrokat: Verkündigung, Florent., 15. J. 440 
895 Zwei Meßkasein, 18. J. 110 
896 Altarbehang, China, um 1800 95 
897 Desgl., 18? J. 140 
Orientalische Teppiche. 
903 Bergamo-Brücke, 129 : 114 cm 200 
905 Melas-Brücke, 164 :102 cm 320 
906 Bergamo-Galerie, 340 :107 cm 370 
907 Kasak, 240 :145 cm 380 
908 Daghestan-Galerie, 360:100 cm 270 
909 Daghestan-Teppich, 395:165 cm 165 
912 Serabend, 295 : 140 cm 180 
913 Bochara, 340 : 235 cm 500 
914 Samarkand, 200 :100 cm 200 
915 Musjur-Gebetteppich, 16 :124 cm 345 
917 Inder-Teppich, 450:300 cm 250 
918 China-Teppich, 360:300 cm 400 
919 Türkischer Garten-Teppich, 200 :140 cm 490 
920 Kasak-Brücke, 210 :125 cm 290 
922 Schiraz-Brücke, 175 .125 cm 360 
923 Schiraz, 180 : 150 cm 300 
926 Kabistan-Brücke, 145 :105 cm. 265 
930 China-Chabrake, 140:65 cm 170 
931 Täbris, 190 : 125 cm 240 
934 Afghan-Teppich, 260 : 315 cm 540 
936 Kasak-Brücke, 230 :130 cm 250
	        

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