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INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG 
Nr. 13/14 
Spitzenhaube und einem Spitzentuch, die ein Glas Sekt in der 
Hand hält. 
(Unlcrseebootmarken.) Fine besondere Neuheit hat sich 
die Regierung von Sowjetspanien mit der Herausgabe einer 
Serie Unterseebootmarken geleistet. Diese dienen zur 
Frankatur von Briefschaften aus den‘Hafengebieten zur sicheren 
und schnellen Beförderung durch Unterseeboote. Die Serie 
umfaßt sechs Werte zu 1, 2, 4, 6, 10 und 15 Pesetas. Die Mar 
ken tragen in großem Querformat die Darstellung eines Unter 
seebootes in voller Fahrt. Vorläufig sind die Werte 6 P. blau, 
10 P. weinrot und 15 P. grün bereits erschienen. Außerdem hat 
man auch einen kleineren Wert der kursierenden Serie zu 
45 Cent, mit dem Aufdruck ,,Correo submarino" als Provi 
sorium herausgeben. Bis jetzt hat man diese Marke eigentlich 
gebraucht noch nicht gesehen, sie wurden vielmehr von den 
nationalen Truppen auf dem Vormarsch nach der Ostküste Spa 
niens bei der Besetzung von Beni Carlo vorgefunden. Ob es 
sich hiebei um eine offizielle Sache oder nur um ein privates, 
lokales Erzeugnis, wie so viele spanische Kriegsmarken, handelt, 
bleibt abzuwarten. 
Mit 1. Juni sind auch offiziell in Rotspanien wieder zwei 
neue Rote-Kreuz-Marken 45 Cent plus 5 Peso karminrot in 
400.000 Exemplaren herausgegeben worden und dieselbe Marke 
außerdem noch mit dem Aufdruck „Aereo plus 3 Peso" als 
I.uftpostmarke in 100.000 Exemplaren erschienen. 
(Mauritius.) Die neu erschienene Reihe von Mauritius zeigt 
den Kopf Königs Georgs VI. Zu detn schon vor eineinhalb 
Jahren ausgegebenen Wert sind nun die Ergänzungen in folgen 
der Reihenfolge und Farbe erschienen: 2 Cent schiefergrau, 
4 Cent grün, 5 Cent violett, 10 Cent karminfarben, 12 
Cent rot, 20 Cent blau, 25 Cent dunkelrot, 1 Rupie braun, 2.50 
Rupien hellblau. 5 Rupien bronzegrün, 10 Rupien weinrot. 
(Ausstellung in Guatemala.) Im November wird in Gua 
temala eine Briefmarkenausstellung abgehalten werden, an 
der sich die fünf Mittclmeer-Amerikastaaten und Panama betei 
ligen werden. Es werden sechs Marken mit den Emblemen der 
Teilnehmerstaaten ausgegeben werden. 
(Parfümierte Briefmarken.) Die brasilianische Postverwal 
tung beabsichtigt, die Kaffeewerbungsserie, die sich in Vor 
bereitung befindet, dadurch anziehender zu machen, daß die 
Marken Kaffeeduft erhalten. Technische Schwierigkeiten 
sollen dem Plan nicht entgegenstehen. 
VERSCHIEDENES. 
(Eine Million Reichsmark für die Pflege der Kunst.) Aus 
M ii n c h e n wird uns berichtet: Oberbürgermeister F i e h I e r 
gab in der Sitzung der Ratsherren bekannt, daß die Haupt-, 
stadt der Bewegung zur Erzielung der großen Aufgaben, die 
ihr, der Stadt der deutschen Kunst gestellt sind, einen Grund 
stock zur Pflege der bildenden Künste in I löhe von einer 
Million R e i c h s m a r k errichtet. Die Verfügung über 
diesen Grundstock hat sich Oberbürgermeister Fiehler selbst 
Vorbehalten. Er wird dabei durch ein Kuratorium beraten 
werden. Weiter wurde bekannt gegeben, daß die Stadtverwal 
tung aus Anlaß des Tages der Deutschen Kunst einen Betrag 
von 15.000 RM. zur Verfügung stellte, aus denen an anerkann 
ten Künstlern, die nicht mehr erwerbsfähig sind, Spenden ge 
geben werden sollen. 
(Bildhauer der Gegenwart.) Die Galerie Alex V ö m e 1 in 
Düsseldorf hat für ihre Sommer-Ausstellung Werke führender 
Bildhauer der Gegenwart zusammengebracht. Neben anderen 
in- und ausländischen Meistern sind vertreten August Gaul 
mit einer Reihe seiner bekannten Tierplastiken, Georg K o, I b e 
mit Werken aus verschiedenen Schaffensperioden und der dies 
jährige Corneliuspreisträger der Düsseldorfer Kunstakademie 
Zoltan Szekessv mit Bildnisköpfen in Hol/ und Bronze. 
(Tod bekannter Sammler.) In Wien isl der Großindu 
strielle Dr. Gustav Bloch-Bauer gestorben, der als groß 
zügiger Sammler bekannt war. 
(Eine Maximilian-Ausstellung in Innsbruck.) Die Stadt Inns 
bruck bereitet für das nächste Jahr, das die 700-Jahrfeier der 
Stadt bringt, eine umfassende Kaiser Maximilian -Aus 
stellung vor. Diese Ausstellung soll nicht nur die Gestalt 
des „letzten Ritters" und des großen Mäzens und Sammlers 
beleuchten, sondern darüber hinaus ein Bild der deutschen 
Kultur des späten Mittelalters geben. 
(Ernst Ludwig Kirchner f.) ln Frauenkirche bei Davos in 
der Schweiz, wo er seit zwei Jahrzehnten ansässig war, isl der 
Maler Ernst Ludwig Kirchner freiwillig aus dem Leben 
geschieden. Kirchner, der 58 Jahre alt war, stammte aus 
Aschaffenburg. 1903 hatte er mit Heckei und Schmidt-Rottluft 
„Die Brücke" gegründet, eine Künstlergruppe, die die Keim 
zelle des deutschen Expressionismus gewesen ist. im fahre 
1911 ging er nach Berlin. 1913 löste er die Brücke auf,'1916 
übersiedelte er in die Schweiz. Sein Malstil begann um 1905 
mit schwerer Farbrnasse die impressionistische Maiweise zu 
überwinden; dann gliederte er ruhiger in klare Flächen und 
erstrebte größere dekorative Harmonien. Mit der Vereinfachung 
drang auch eine größere Verinnerlichung durch, ln der Schweiz 
hat sich dann die Kunst Kirchners wesentlich beruhigt und 
immer mehr nach dem Monumentaleren sich entwickelt. Auch 
in der Graphik hat Kirchner, der auch schriftstellerisch tätig 
war, mit seiner eigenartigen Formphantasie bleibende Leistun 
gen hervorgebraeht. 
(Veit Stoß-Ausstellung in Breslau.) Das Schloß Friedrichs 
des Großen in Breslau, das gegenwärtig grundlegende Erneue 
rungsairbeiten erfährt und zu einem schlesischen Landesmuseum 
ausgebaut wird, soll als Museum durch eine große Veit Stoß- 
Ausstellung eingeweiht werden, die in erster Linie die neuesten 
Veit-Stoß-Eorschungen zur Darstellung bringen wird. Man 
hat tiachweisen können, daß sich Veit Stoß einigemale in Breslau 
aufgehalten hat und daß seine künstlerische Leistung die schle 
sische Kunst seinerzeit stark beeinflußte, 
(Der Kriinungsring Napoleons I.), der seit mehr als 100 
Jahren verschwunden war, 'ist jetzt aufgetaucht. Man wußte 
seit 1811 nichts von diesem; so viel war nur bekannt, daß 
nach dem Sturze Napoleons seine Gemahlin Louise alles, was 
sie an Schätzen Zusammenhängen konnte, mit sich nach 
Oesterreich genommen hatte und nimmt daher an, daß auch 
der Ring zusammen mit anderen Kostbarkeiten damals fort 
gebracht worden war. Beim Tode Louisens wurden ihre 
Schätze an die Lrzherzoge verteilt und vielleicht ist es ein Nach 
komme von einem von ihnen gewesen, der ihn vor kurzem dem 
Sammler Luden Baßanger überließ, der ihn nach Paris ge 
bracht hat. Baßanger selbst gibt keinen Namen an, sondern er 
klärt nur, daß man ihm vor zwei Jahren Mitteilungen über 
den Ring gemacht hat. Daß er sich aber zunächst Beweise für 
dessen Echtheit verschaffen wollte und ihn dem Konservator 
des Schlosses Malmaison, in dem die Andenken an Napo 
leon gesammelt werden, vorgelegt hat, der die mit vollster 
Bestimmtheit der Echtheit bestätigte. 
Auf dem Smaragd sind die Wappen des hl. Römischen 
Reiches deutscher Nation eingraviert, das Napoleon nach sei 
ner Auffassung wiederhergesteilt hat; im Mittelpunkt ist eine 
Friedenstaube mit dem Oelzweig, durch die der Kaiser an 
deuten wollte, daß sich die Krönung unter dem Zeichen 
der Versöhnung der Völker vollzöge. Ueber der Taube be 
findet sich die Krone Karls des Großen, in dem Napoleon 
den Gründer seines Reiches sah. 
(Internationaler Kongreß für Insektenforschung.) Vom 15. 
bis 20. August wird in Berlin der Internationale Kongreß für 
Insektenforschung tagen, an dem rund 1000 Insektenforscher 
aus 50 Ländern teilnehmen. Der Kongreß wird sich hauptsäch 
lich mit der Schädlingsbekämpfung befassen. Vorgesehen sind 
an 150 Vorträge, die von namhaften Fachgelehrten gehalten 
werden. Die Vorträge über die wichtigsten Teilgebiete der 
Insektenforschung sollen in einem dreibändigen Werk zusam 
mengefaßt werden. Auf diesem Kongreß werden der von dem 
Direktor des Carnegie-Instituts A v i n o f t in Jamaika gedrehte 
erste Farbeniilm. vom Leben der Insekten, sowie der von der 
Berliner Entomologie Dora Ilse hergestellte erste Schmetter 1 - 
lingsfilm gezeigt werden. 
(Das Geheimnis der Königin.) In Hove ist dieser Tage 
ein Mann gestorben, der das Geheimnis einer Königin mit ins 
Grab genommen hat. Es handelt sich um A. G. Barber, 
einem früheren Bürgermeister von Windsor, der inv 80. Lebens 
jahre verschied. Er handelte mit Kunstgegenständen und war 
der einzige Mensch, der den genauen Wert der im Schlosse 
von Windsor aufgestappelten Kunstgegenstände, die die größte 
Sammlung Europas darstellt, kannte. Vor etwa 40 Jahren wurde 
er vor. der Königin V i c t o r i a beauftragt, die Schätze des 
Schlosses zu taxieren, mußte sich aber verpflichten, seine Ab 
schätzung geheim zu halten. 1900 bot ihm die Königin, der er 
immer bei Kunstkäufen beratend zur Seite stand, den Adels 
titel an, den er aber ablehnte. Sein Geschäft in Windsor, das 
seit mehreren Jahren von Angehörigen seiner Familie fortge 
führt wird, sieht häufig die Königin Mary, die eine leiden 
schaftliche Sammlerin von Antiquitäten ist. 
(Ein „Klub der Zinnsammler") hat sich in Amerika ge 
bildet, der jetzt in der Douglas Curry Gallery in New-York 
mit einer Ausstellung von zirka 500 alten Zinngeräten in die 
Oeffentlichkeit trat. 
(Einbruch in einer Kirche.) Aus Innsbruck wird uns 
gemeldet: In der Filialkirche Maria Schnee in Oberleibnig bei 
St. Johann raubten Einbrecher die Schmuckkronen zweier Sta 
tuen, die die Mutier Gottes und das Jesuskind darsteilten und 
das Zepter des Kindes. Nach den Tätern wird gefahndet. Es 
ist dies der zweite Einbruch in dieser Kirche; ein ähnlicher 
Einbruch ist im November v. [. verübt worden. 
(Römische Funde.) Im Museum in Locarno sind die ge 
radezu einzigartigen Funde an Gläsern ,Gold- und Silber-
	        

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