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Seite 56 INTERNATIONALE SAMMLER-ZEITUNG Nr. 5 
Johann der Apostel, auf der Rückseite der hl. Peter, der hl. 
Andreas auf der Rückseite der hl. Nikolaus, hl. Eustachius, hl. 
Matthias, Rückseite: hl. Christoph. Die Bilder sind je 40 mal 
30 cm groß und repräsentieren einen Wert von mehr als ICO.030 
Tschechenkronen. 
HANDSCHRIFTEN. 
(Die Handschriften Eulers.) Wde dem Pariser „I'emps" 
aus Moskau gemeldet wird, hat sich die räterussische Aka 
demie der Wissenschaften nach Zürich mit der Bitte gewendet, 
ihr die Handschriften des berühmten Mathematikers Leonard 
Euler zurückzusenden. Der Berliner Gelehrte war auf dem 
Vorschlag der beiden Brüder B e r n o u i 11 i von der Kaiserin 
Katharina an ihre neugegründete Akademie der Wissen 
schaften in St. Petersburg berufen worden, wo er 1730 den 
Lehrstuhl für Physik erhielt. Die Handschriften der meisten 
seiner wissenschaftlichen Abhandlungen - sie sind so zahl 
reich, daß die bloße Aufzählung 50 Seiten des von Professor 
I u ß verfaßten Nachrufs füllte — waren in St. Petersburg 
verblieben. Als im Jahre 1910 eine gelehrte Gesellschaft in 
Zürich den Plan gefaßt hatte, eine Gesamtausgabe der Eitlcr- 
schen Werke zu veranstalten, erbat und erhielt sie die kostbaren 
Manuskripte, unter der Bedingung, daß sie bis spätestens 1938 
nach St. Petersburg zurückgeliefert werden müßten. Nach der 
„Temps“-Meldung hat nun die räterussische Akademie als 
Rechtsnachfolgerin der alten kaiserlichen Akademie die Züricher 
Gesellschaft an die Abmachung von 1910 erinnert und hinzu 
gefügt, die Rückgabefrist sei in drei Monaten abgelaufen. 
NUMISMATIK. 
(Münzen und Medaillen von Böhmen, Oesterreich und Un 
garn) gelangen am 16. und 17. März irn Hotel Paris in 
Prag durch Gerhard Hi rsc li zur Versteigerung. Der 
740 Nummern umfassende Katalog enthält an besonde 
ren Stücken unter anderem einen Dicktaler des Erzher 
zogs Siegmund aus dem Jahre 1484 (Ausrufspreis 600 
K), einen Taler zur Vermählung Maximilians 1. mit Maria 
von Burgund (800 K), einen Schautaler Maximilians I. (900 
K), einen Joachimstaler Vierteltaler Rudolfs II. vom Münz- 
ineister Gipfel stammend, völlig unbekannt (750 K); einen 
dicken Doppeltaler Matthias II. aus Kremnitz mit dem Brust 
bild des Kaisers (500 K), einen Heidelberger Taler Friedrichs 
von der Pfalz aus dem Jahre 1621 mit dem Löwen auf dem 
Avers und drei Wappen unter Krone auf dem Revers (1200 K), 
Krönungsmedaille des Winterkönigs, 1619 mit der krönenden 
Hand Gottes über zwei Löwen, Revers Wappen Pfalz-England 
(800 K), einen Brünner Taler Ferdinands III. von 1648 (600 K), 
einen Prager halben Gulden Leopolds I. v. Vaist (600 K), 
ein Stammbaum-Medaillon des gleichen Kaisers von Hautseh 
aus dem Jahre 1697 (500 K); ein Stammbaum-Medaillon Jo 
sefs I. von Martin Brunner (1688) mit Bildern von 15 Habs 
burger-Kaisern (500 K). 
(Eine Münze von Kilogewicht.) Das K u r s k e r Museum 
für Landeskunde hat eine seltene Kupfermünze erworben. Das 
Gewicht der Münze beträgt ein Kilogramm, sie ist 2,5 cm stark 
und mißt irn Durchmesser 7,5 cm. Auf der einen Seite sind 
ein Kranz und die Worte ,,Rubelmünze“, auf der anderen 
Seite das Staatswappen und das Jahr 1770 geprägt. Der Rand 
der Münze trägt die Inschrift: „Sestrorezker Münzstätte". 
(Wozu Vorkriegsbanknoten verwendet werden.) Aus Ba 
tavia wird gemeldet: Beamte des Wiener Falschmünzerdczer- 
uates beobachteten seit dem Herbst vorigen Jahres, daß von 
privater Seite große Mengen ö sterrcichischer V o r - 
kriegsbank n oten aufgekauft wurden. Der Fall war umso 
verdächtiger, als nicht nur hohe Preise hiefür geboten, sondern 
auch tatsächlich gezahlt wurden. Man glaubte, einem neuen 
Falschmünzermänöver auf die Spur zu sein. Als man Zu 
griff, führte die Spur zu einem Manne, der die Scheine angeb 
lich nach Niederländisch-Indien schickte. Man setzte sich 
darauf sofort mit der Polizei in Batavia in Verbindung, die die 
Angelegenheit aufgriff und entdeckte, daß die Scheine, schön 
hinter Glas oder Cellophan aufgeklebt, als W a n dsch rn u c k 
an Eingeborene verkauft wurden. Es handelte sich hie 
bei um ein sehr gutgehendes Geschäft, da die eingeborenen 
Käufer für die sauberen Banknotenbilder mit Kaiser Franz 
Joseph und dem doppelköpfigen Adler ganz erkleckliche Preise 
zahlten. Der „Kriminalfall" hat also eine sehr harmlose Auf 
klärung gefunden. 
PHILATELIE. 
(Eucharistische Block- und Eiiizelgedenkniarken.) Aus B u- 
dapes t wird uns geschrieben: Nun gibt die Generaldirektion 
offiziell bekannt, daß anläßlgic.h des Eucharistischen Welt 
kongresses im Mai d. J. eine Briefmärken-Gedenkserie in Block 
form (250.000 Stück)'in den Werten von 6, 10, 20, 32, 40 
und 50 Filler mit hundertprozentigem Aufpreise (3.48 P.), fer 
ner je 200.000 Stück Einzelmarken im W'erte von 16 und 20 
Filler von gleicher Zeichnung, ebenfalls mit hundertprozentigem 
Aufpreise, in Verkehr gebracht werden. Die Post nimmt für 
den Gedenk-ßlock Vormerkungen entgegen. In Budapest sind 
die Ansprüche beim Zentralpostamt Nr. 4, in der Provinz 
beim Leifungsnostamt 72 bis zum 12. März d. J. schriftlich 
anzumelden. Die Geschäftsstelle der Post für Briefmarkenver 
kauf nimmt nur Bestellungen auf 100 und mehr Blocks ent 
gegen. Für die Einzelmarken zu 16 und 20 Filler sind Vormer 
kungen n i c h t notwendig, da sie in allen ärarischen Post 
ämtern erhältlich sein werden. 
(Das Ergebnis der Briefmarken-Ausstellung in Bratislava.) 
Mail schreibt uns aus Bratislava: In der Vollversamm 
lung des Klubs der tschechoslowakischen Philatelisten, die am 
19. Februar stattfand, erstattete der Vorsitzende Generaldirektor 
Valis Bericht über die Briefmarken-Ausstellung. Fr wies dar 
auf hin, daß die Ausstellung eine der größten in Europa und 
einen Rekordbesuch aufzuweisen hatte. Während die Berliner 
„Iposta" 33.000, die Wiener „Wipa" 42.000 und die im Rah 
nen der Weltausstellung in Paris 50.000 zahlende Besucher 
halte, wurden in Bratislava 77.131 Eintrittskarten verkauft. 
Insgesamt wurden 850.000 Bratislava-Blocks hergestellt, wo 
von 758.836 voraus subskribiert waren. Der Rest von 13.747 
Blocks wurde dem Postministerium zurückgestellt, das diese 
vernichtete. Die Ausstellung ergab einen Reingewinn vön 
1,243.202 K, ebenfalls eine Rekordziffer, da die' Iposta bloß 
16.295 Mark, die Wipa 18.930 S an Reingewinn brachte. 
(Neue italienische Marken.) Die italienische Post gibt zwei 
I neue Serien für Italienisch-Ostafrika heraus, die an die Stelle 
der bisher in Frythräa, Somaliland und Abessinien gebräuch 
lichen treten. Die erste Serie umfaßt 35 Werte mit einem 
Satzpreis von 107.84 Lire, während die zweite aus 12 Marken 
zum Gesamtpreis von 6,65 Ihre besteht. Die Marken sind in 
bekanntem Großformat ausgeführt und zeigen l.andschafts- oder 
! Tierbilder sowie Symbole des kulturellen Aufbaues. 
(Devisenspekulation durch Marken-Nachdruck.) Utn sielt 
durch Absatz von Briefmarken Devisen zu beschaffen, hat die 
Valencia-Regierung die Auflage 1928 der sog. spanischen Kata- 
kofnben-Serie mit den Bildnissen des Königs Alfonso XI11. und 
des Papstes Pius XI. neu aufgelegt, womit sie jetzt den euro 
päischen Briefmarken markt überschwemmt. 
(Gefälschte rumänische Marken.) Die Budapester Polizei 
wurde darauf aufmerksam gemacht, daß in der Umgebung von 
Budapest, hauptsächlich in Klein-Pest, rumänische Briefmarken 
im Werte von 100 Lei auftauchten. Fine Untersuchung er 
gab, daß. es' sich um raffinierte Fälschungen handle. Fs ge 
lang in der Wohnung eines gewissen Hraba k die Druck 
stöcke der Falsifikate ausfindig zu machen. Hrabak, der sich 
nun zu einem Geständnis bequemen mußte, erklärte, daß; er 
mit einem Mann, namens Harmos die Fälschungen ausge 
führt habe, (legen Harmos, der inzwischen das Weite gesucht 
hat, wurde ein Steckbrief erlassen. 
(Delaware-Gedenkmarken.) In das heurige Jahr fällt das 
300jährige Jubiläum der Besiedlung des Staates Delaware 
in der Union durch Schweden und Finnen. Diesen Anlaß be 
nützen nun Schweden und Finnland zur Ausgabe von 
Gedenkmarken. Schweden • wird schon Ende März eine Serie 
von fünf Werten zu 5, 15, 20, 30 und 60 Oere erscheinen las 
sen; Finnland bereitet eine Gedenkmarke zu 3Vs Mark vor. 
die wahrscheinlich auch Ende dieses Monats ausgegeben wer 
den wird. 
VERSCHIEDENES. 
(Großartiges Vermächtnis.) Der Kunstfreund Maurice 
Mugnin in Dijon hat seine 1900 Gemälde, Handzeichnun 
gen und Plastiken umfassende Sammlung dem Verbände der 
französischen Nationalmuseen vermacht. 
(Philip de Laszios Nachlaß.) In I.ondo n wird soeben 
die Schätzung des Nachlasses des hervorragenden ungari 
schen Porträtmalers Philip de Laszlo veröffentlicht, die 
den hohen Betrag von 141.096 Pfund ausweist. Aus den Fin 
zelbestimmungen seines Testamentes ist itcivorzuheben, daß er 
dem Britischen Museum seine Bücher mit den Unterschriften 
der Person, die er gemalt hat, der Nationalen Porträtgalerie 
ein Selbstporträt und dem Nationalen Kunstmuseum 
in Budapest ein anderes Selbstporträt vermacht hat. Nur zwei 
englische Künstler haben im letzten Jahrhundert größere Sum 
men hinterlassen als Laszlo, der Porträtmaler O u 1 e ß, der 
166.307 Pfund und Sir William O r p e n, der 159.174 Pfund 
hinterließ. 
(Die Venns von Sl.Jusf-sur-Loirc.) Ein Bauer aus St.-just- 
sur-Loire stieß jüngst beim Graben mit dem Spaten auf einen 
harten Gegenstand. Als er die Erdschicht abtrug, kam die 
vorzüglich erhaltene Marmorstatue einer griechischen Venus 
zum Vorschein. Die Kunde von der Entdeckung verbreitete sieh 
rasch in der ganzen Umgebung, und die Kunstsachversiändi- 
gen sind zurzeit damit beschäftigt, die Venus von St.-Just-sur- 
Loire auf Herkunft und Wert zu untersuchen. Dem Körper 
torso fehlt ein Arm und die Nase ist, wie bei den. meisten
	        

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