zum Theil in neuer Weise vertritt, die Firma Pollak 81 Joppich. Ausser einigen Bronzegegenständen und reizenden Albums, die mit Pres- sung und Email verziert sind, bringt sie uns ein paar kleine Lederkolier, für Schmuck oder Cigarren, wie es scheint, die in Form wie Ornamen- tation einmal wieder das Leder in rechter Anwendung zeigen. Die Mo- tive zu diesen neuen Gegenständen haben ähnliche Arbeiten des sech- zehnten Jahrhunderts in der Sammlung des Museums gegeben, die Zeich- nungen aber rühren so wie zu den erwähnten Albums von Storck her. Eine dritte höchst vortrefflich ausgeführte Cassette nimmt die spanische Technik des geschnittenen Leders wieder auf. Ist das Email bei den Ledergalanteriearbeiten reichlich vertreten, so hat es auch einen eigenen Aussteller gefunden in dem Emailleur-Ve- teranen Chadt, der vor wenigen Jahren noch fast allein in Wien sein Fach betrieb. Obwohl er heute jüngere Genossen um sich aufblühen sieht, kommt er doch mit neuen Arbeiten und selbst mit neuer Art. Mit letzterem meinen wir das blaue Email, welches den lapis lazuli, und ein grünes, welches den Blutiaspis nachahmt. Chadt zeigt uns davon viele Beispiele der Anwendung; unter ihnen sind jedenfalls die kleineren Gegen- stände vorzuziehen. Neben und auch in Verbindung mit diesem blauen Lapisschmelz übt er das so reizende translucide Email auf Silbergrund in reicher Anwendung auf Schalen, Albumdecken und verschiedenen an- deren Gegenständen eines feinen und zierlichen Luxus. Es ist seltsam, aber wie heute die Arbeiten sind, so machen wir -- oder vielmehr die Dinge selbst - den nächsten und naturgemässesten Uebergang von den Lederarbeiten zur Bronze-Industrie. Das Email bildet die Vermittlung. Wir sehen mit Interesse eine Reihe guter Namen auf dem Gebiete der Bronze-Industrie vertreten, Karl Haas, Hanusch und Dziedzinski, Ludwig Böhm, Hollenbach, Grüllemeyer und Andere. Haas neben seinen galvanoplastischen Arbeiten mit kleineren Gegenständen des Gebrauchs nach alter Art, Hanusch diesmal ebenfalls mit kleineren Gegenständen, mit grösseren Böhm und Hollenbach, mit den grössten, den Dimensionen nach, Grüllemeyer. Wenn wir die Ar- beiten von Böhrn ausnehmen, die zum grossen Theile - doch keineswegs alle - noch den Charakter der bisherigen Galanteriegegenstände tragen, so werden wir wohl bei allen Genannten als künstlerischen Gesammt- oder Durchschnittscharakter den einer bestimmten, stylvollen Zeichnung aner- kennen. Die österreichische Bronze-Industrie hält mit Recht an diesem ihrem Charakter fest im Gegensatz gegen die französische Willkür. Sonst aber hat sie mancherlei von den französischen Meistern zu lernen und ist auf dem Wege dazu. Bisher den farbigen Effect der Bronze lediglich und höchst beschränkter Weise in der Vergoldung suchend, macht sich nun doch bei allen das Bestreben nach grösserer Vielseitigkeit in dieser Be- ziehung geltend. Bei Hanusch, Hollenbach, Grüllemeyer sehen wir die