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Monatszeitschrift I (1898 / Heft 11 und 12)

Bibliographic data

Periodical

Persistent identifier:
1351679243468
Title:
Kunst und Kunsthandwerk
Publisher:
Artaria & Co.
Document type:
Periodical
Collection:
Kunst und Kunsthandwerk

Periodical volume

Persistent identifier:
1352086807734_0001
Title:
Monatszeitschrift I
Volume No:
1898 / Heft 11 und 12
Document type:
Periodical volume
Collection:
Kunst und Kunsthandwerk
Year of publication:
1898

Article

Title:
NEUE WEGE IM MÜNCHNER KUNSTGEWERBE
Document type:
Periodical
Structure type:
Article

Contents

Table of contents

  • Kunst und Kunsthandwerk
  • Monatszeitschrift I (1898 / Heft 11 und 12)
  • Cover
  • ARTHUR STRASSER
  • NEUE WEGE IM MÜNCHNER KUNSTGEWERBE
  • GEGENSTÄNDE AUS DEM BESITZE DES KÖNIGS MATTHIAS CORVINUS IN DEN PARISER SAMMLUNGEN
  • ENGLISCHE MÖBEL SEIT HEINRICH VII. THRONBESTEIGUNG (SCHLUSS)
  • AUS DEM WIENER KUNSTLEBEN
  • MITTHEILUNGEN AUS DEM K. K. ÖSTERREICHISCHEN MUSEUM
  • Advertising
  • Cover

Full text

4'! 
NEUE WEGE IM MÜNCHNER KUNST- 
GEWERBE 56' VON ARTUR WEESE- 
MÜNCHEN 5b 
,} ÜNCHEN ist diejenige Stadt in Deutschland, 
die zuerst in die all ' k t b- 
gemeine uns gewer 
liche Bewegung praktisch eingegriffen hat. 
Die Thatsache ist um so bemerkenswerter, 
als München die Hochburg der deutschen 
Renaissanceschwärmerei war und ebenso 
die vorausgehende Heideloffsche Gothik 
hier ihren festen Sitz hatte. Die kunst- 
gewerblichen Anfänge der Romantiker sind 
allerdings längst überwunden, vielleicht 
schon vergessen; aber ihre Spuren finden 
sich auch heute noch in Künstlerkneipen und Privathäusern. Man muss 
lächeln bei dem Gedanken, dass ernste Männer diese antiquarischen 
Spielereien für künstlerische Leistungen nehmen konnten, an denen 
nur der Spitzbogen und die Kreuzblume an die Gothik erinnert, die 
Behandlung der Einzelforrnen aber klar beweist, wie unzulänglich das 
Experiment ausfällt, den Geist vergangener Zeiten heraufbeschwören 
zu wollen. 
In der Tendenz stimmten darin auch die historischen Wieder- 
belebungsversuche eines jüngeren Geschlechtes überein, das mit 
Butzenscheiben und Vertäfelungen, mit traulichen Erkern und steif- 
beinigen Stühlen dem Publicum als besseren Ersatz die deutsche 
Renaissance anpries, Damals appellirte man doch vor allem an das 
patriotische Hochgefühl der wiedererstandenen Nation, die man nach 
den glänzenden Siegen draussen sofort reif glaubte, um auch im Garten 
der Kunst reiche Lorbeeren zu pflücken. Wie freudig griff die 
Künstlerwelt nach dem ausgebildeten Formenschatz des Dürefschen 
Zeitalters, als es plötzlich hiess, den unzähligen Nachfragen nach 
deutschen Werken genügen. Begabte Männer traten auf den Plan, 
ein lustiges Schaffen begann. Und das Gute ist daraus entsprungen, 
dass München, zumal durch die ungeheure Bauleidenschaft König 
Ludwigs II., einen geschulten Handwerkerstand gewann, der in 
Deutschland ohne Gleichen dastand. Freilich, nach den Bedürfnissen 
der Zeit zu fragen, das hatte man über aller Arbeit vergessen. Nicht 
der Zweck bestimmte die Formen der Möbel, sondern der Kanon, der 
in den Vorlagestichen der alten Nürnberger und Augsburger Meister 
festgelegt und in billigen Reproductionen selbst in der arrnseligsten 
 
 
  
  
 
_.;1-_., '13, 
Czeäk  
 

	        

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“Monatszeitschrift I.” N.p., 1898. Print.
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