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Monatszeitschrift V (1902 / Heft 3)

Bibliographic data

Periodical

Persistent identifier:
1351679243468
Title:
Kunst und Kunsthandwerk
Publisher:
Artaria & Co.
Document type:
Periodical
Collection:
Kunst und Kunsthandwerk

Periodical volume

Persistent identifier:
1353407843296_0001
Title:
Monatszeitschrift V
Volume No:
1902 / Heft 3
Document type:
Periodical volume
Collection:
Kunst und Kunsthandwerk
Year of publication:
1902

Article

Title:
AUS DEM WIENER KUNSTLEBEN
Document type:
Periodical
Structure type:
Article

Contents

Table of contents

  • Kunst und Kunsthandwerk
  • Monatszeitschrift V (1902 / Heft 3)
  • Cover
  • DIE GLASGOW-SCHULE UND IHR EINFLUSS
  • DAS KUNSTGEWERBE AMERIKAS
  • AUS DEM WIENER KUNSTLEBEN
  • KLEINE NACHRICHTEN
  • MITTHEILUNGEN AUS DEM K. K. ÖSTERREICHISCHEN MUSEUM
  • LITTERATUR DES KUNSTGEWERBES
  • Advertising
  • Cover

Full text

seiner Farm in East-Aurora eine Druckerei angelegt. Seine Frau hat die 
Bücher illuminirt. Nach und nach vergrösserte sich das Unternehmen. Hub- 
bards kleine, streitbare Zeitschrift „The Philistines" ward daselbst verlegt. 
Ausgaben Shakespeardscher Sonette, solcher von Brownings, Tennysons 
und Ruskins Werken wurden veranstaltet und I-Iubbards eigene Werke: 
„Kleine Reisen" zu berühmten Autoren, Staatsmännern, Musikern u. s. w. 
wurden hier gedruckt, gebunden und illuminirt. Fast die ganze Einwohner- 
schaft von East-Aurora und Umgebung wurde schliesslich in die Arbeiter- 
gemeinde einbezogen, besonders die jungen Mädchen zeigten sich für das 
Illuminiren sehr geeignet. Nicht zwei Bücher gleichen sich. Die ganze Ver- 
einigung - denn jeder Arbeiter hat Antheil am Gewinn - führt unter 
Hubbards Leitung ein künstlerisch erhöhtes Dasein, denn die Wohnstätten, 
Versammlungslocale, die ganze Lebensführung ist nach den Principien 
einer Durchdringung der Kunst ins Leben geleitet. William Morris ist 
Hubbards Ideal. Der Name „Roycrofter" ist nach einem Mann namens 
„Roycrof " gewählt, der einst in England schöne Bücher verfertigte. Dem 
eigenen Bedürfnisse entsprechend, werden neuerdings auch Möbel- 
schreinereien, Steinhauerarbeiten u. s. w. von den Roycroftern ausgeführt. 
Elbert Hubbard und seine Roycrofter, die bereits allerlei Nachfolger 
finden, thun in doppelter Beziehung ein gutes Werk: nicht nur stellen 
sie echt künstlerische Producte her, sondern sie helfen auch gewaltig 
zur Schätzung der individuellen Arbeit, auf der ja allein der Fort- 
schritt der Kunstgewerbe basiren kann. Der einzelne darf nicht sclavisch 
arbeiten, sondern muss den Stempel seines „Ichs" dem Werke aufdrücken 
und kann so den Ruhm seiner eigenen Arbeit geniessen. Nur wenn die 
Massenproduction nicht das Talent und den Ehrgeiz tödtet, kann sich die 
Industrie zur Kunstindustrie, das Handwerk zum Kunsthandwerk erheben. 
Es sei hier noch erwähnt, dass die schönsten Illuminationsentwürfe von dem 
Roycrofter Sammy Warner herrühren. 
Institutionen wie diejenige von Elbert Hubbard und die Bestrebungen 
vieler der vorgenannten Künstler und Kunstfirmen führen die nüchternen, 
geschäftsmässigen, aber nicht talentlosen Amerikaner, auf dem Boden, wo 
die Kunst wieder Eins wird mit dem Leben. Über die ersten, humpelnden 
Gehversuche sind wir glücklich hinaus und es ist zu hoffen, dass sich das 
amerikanische Kunstgewerbe nun mit stolzeren Schritten seinen europäischen 
Geschwistern nahen wird. 
AUS DEM WIENER KUNSTLEBEN 50' VON 
LUDWIG HEVESI-WIEN 50' 
s Ä 7 IENER KÜNSTWANDERUNGEN. Wir standen neulich vor dem Beginne 
dieser Rundreise durch die Wiener Kunst; heute ist sie, im ersten Cyclus, nahezu 
vollendet. Der Erfolg der zu wohlthätigem Zwecke unternommenen Massenwanderung 
hat die Erwartungen übertroffen; es gab Tage, an denen 600-700 Personen mit von der 
Partie waren. Die grossen Palaisbesitzer und Kunstförderer selbst ergriffen ganz gern die
	        

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“Monatszeitschrift V.” N.p., 1902. Print.
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