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Monatszeitschrift V (1902 / Heft 3)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1351679243468
Titel:
Kunst und Kunsthandwerk
Herausgeber:
Artaria & Co.
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Kunst und Kunsthandwerk

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
1353407843296_0001
Titel:
Monatszeitschrift V
Bandzählung:
1902 / Heft 3
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Kunst und Kunsthandwerk
Erscheinungsjahr:
1902

Artikel

Titel:
KLEINE NACHRICHTEN
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kunst und Kunsthandwerk
  • Monatszeitschrift V (1902 / Heft 3)
  • Einband
  • DIE GLASGOW-SCHULE UND IHR EINFLUSS
  • DAS KUNSTGEWERBE AMERIKAS
  • AUS DEM WIENER KUNSTLEBEN
  • KLEINE NACHRICHTEN
  • MITTHEILUNGEN AUS DEM K. K. ÖSTERREICHISCHEN MUSEUM
  • LITTERATUR DES KUNSTGEWERBES
  • Werbung
  • Einband

Volltext

Die anderen Erwerbungen des Hofmuseums, namentlich jene von den Natur- und 
Halbculturvölkem, haben für das Kunstgewerbe kein besonderes Interesse. 
Die Acquisitionen der prähistorischen Sammlung bewegten sich im Jahre x90: 
fast ausschliesslich auf den Gebieten der älteren und der jüngeren Steinzeit, aus welchen 
keinerlei kunstgewerblich bemerkenswerte Gegenstände zu verzeichnen sind. 
TIPENDIUM FÜR DEUTSCI-I-BÖI-IMISCHE KÜNSTLER. n" Verein 
deutscher Schriftsteller und Künstler in Böhmen „Concordia" schreibt ein Stipendium 
im Betrage von 400 K aus, welches zur Förderung künstlerischer Ausbildung für in Böhmen 
geborene oder daselbst lebende deutsche Vertreter der bildenden Künste (Baukunst, Bild- 
hauerei, Malerei) bestimmt ist. Die Bewerber um dieses Stipendium haben nebst ihren 
Gesuchen den Nachweis ihrer selbständigen künstlerischen Thätigkeit den Geburtsschein 
und einen Lebensabriss beizubringen, sowie die Art und Weise der Verwendung des 
Stipendiums bekannt zu geben und bei eventuellem Genusse desselben nach Verlauf eines 
Jahres über seine Verwendung an den Verein Bericht zu erstatten. Die bezüglichen Gesuche 
nebst Belegen sind an die „Concordia" in Prag, Deutsches Haus, bis zum x 5. April franco 
einzureichen. 
VAN DYCKS SKIZZENBUCH. Im Verlag von George Bell 8: Sohn, London, ist 
soeben ein Prachtwerk eigener Art erschienen, welches für Kunstfreunde und Kunst- 
forscher von geradezu unschätzbarem Werte sein dürfte. Es ist dies ein vornehm aus- 
gestatteter Band mit Facsimile-Reproductionen in Lichtdruck aus dem berühmten Van 
Dyck'schen Skizzenbuche, welches sich in Chatsworth, dem herrlichen Besitze der Herzoge 
von Devonshire befindet. Dieses Skizzenbuch ist eines der wichtigsten Documente moderner 
Kunstforschung, da es viel dazu beigetragen hat, in die Verwinung entgegengesetzter 
Ansichten über gewisse Werke von Tizian, Giorgione und anderer venezianischer Meister 
etwas Licht einzulassen. 
Das Chatsworth Skizzenbuch, welches Van Dyck auf seiner italienischen Reise von 
1621 bis 1627 begleitete, enthält nämlich keine Original-Compositionen oder Studien nach 
der Natur, sondern meisterhafte, rasch hingeworfene Fragmente nach Bildern veneziani- 
scher und römischer Meister mit Randbemerkungen von der Hand Van Dycks. Da fast auf 
jedem Blatte der Name des Originalbildes und des betreHenden Meisters notirt ist, hat das 
Buch für den Kunstforscher einen ganz bedeutenden Wert. 
Die Geschichte des Skizzenbuches nach dem Tode Van Dycks ist eine höchst 
interessante. Es wurde von der nach des Meisters Tode erfolgten Plünderung des Ateliers 
von seinem Nachfolger Sir Peter Lely gerettet und von diesem seinem Schüler und 
Assistenten Prosper Henricus Lanckrinck vermacht. Von ihm kam es in den Besitz des 
grossen Sammlers Hugh I-Ioward und später in den seines Bruders, des Bischofs von 
Elphin. Die ganze Sammlung verblieb im Besitze der Familie der Grafen von Wicklow bis 
1873, in welchem Jahre sie unter den Hammer kam. Das Van Dyck'sche Skizzenbuch muss 
jedoch schon bedeutend früher von der Sammlung getrennt worden sein, da es Anfangs 
des XVIII. jahrhunderts bereits im Besitze der Devonshire-Familie war, von wo es auf 
mysteriöse Weise verschwand. lm Anfang des XIX. Jahrhunderts tauchte es wieder auf 
und ward von dem Kupferstecher S. W. Reynolds im Jahre x83o an Baron Dover verkauft, 
der es seinem Sohne Viscount Clifton hinterliess. Der vierte Viscount Clifton verkaufte es 
x893 an Herrn C. Fairfax Murray, dieser wieder an Mr. H. F. Cook, welcher es endlich 
dem rechtmässigen Eigenthümer, dem Herzog von Devonshire, zurückstellte. Interessant 
ist, dass das Skizzenbuch auf all seinen Irrfahrten von einem zweiten Bande begleitet war, 
welcher gleichfalls als das Werk des grossen Meisters angesehen wurde, bis vor nicht gar 
langer Zeit definitiv festgestellt wurde, dass es einem viel späteren und unbedeutenden 
Maler, namens Daniel van den Dyck, zuzuschreiben sei.
	        

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“Monatszeitschrift V.” N.p., 1902. Print.
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