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Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 177)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1351679243468
Titel:
Kunst und Kunsthandwerk
Herausgeber:
Artaria & Co.
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Kunst und Kunsthandwerk

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
1356159481315_0001
Titel:
Monatszeitschrift XV
Bandzählung:
1912 / Heft 2
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Kunst und Kunsthandwerk
Erscheinungsjahr:
1912

Artikel

Titel:
KÖNIGLICH SÄCHSISCHE PORZELLANMANUFAKTUR MEISSEN
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Mittheilungen des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie
  • Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 177)
  • Ueber einige Benennungen mittelalterlicher Gewebe.
  • Die Leipziger Fachausstellung für Drechsler und Bildschnitzer Deutschlands und Oesterreich-Ungarns.
  • Antike Gläser aus Aquileia.
  • Literaturbericht.
  • KLEINERE MITTHEILUNGEN.
  • Fortsetzung des Verzeichnisses der im k. k. Oesterr. Museum
  • käuflichen Gypsabgüsse.
    käuflichen Gypsabgüsse.

Volltext

den turko-tatarischen Sprachen die Stammsilbe lgir in der Bedeutung Farbe 
vorkommt m), so ist doch wohl unser lörmiq nur als die Umbildung 
eines verbindenden arischen Mittelgliedes unter semitischem Einliusse an- 
zusehen; denn die Erscheinung des käf und ze" in Kirmiz ist aus dem- 
selben literalen Umgestaltungsprocesse zu erklären, der z. B. das arabisirte 
Kur; (Flockseide) aus dem pers. Kadsch entstehen ließ. 
Diesem arabisirten Kirmig und dem davon gebildeten. Relativum 
Kirmirijj verdanken wir unser Kermes, der Grieche sein xtppili, xpiuäli, 
Kpeueli und die romanischen Sprachen ihr chermisi, carmesi, cramoixi u. s. w. 
Auch im Hebräischen finden wir dieses Wort, und zwar in dem 
nachexilischen  Karmilr"), welches aber nicht wie man fälschlich 
annahml"), als ein Compositum aus pers. Kirm, Wurm und äl, roth, 
soviel als Wurmroth bezeichnen sollte; oder aus dem Fremdworte 
D13 (Krm) mit der Nominalendung 51 - (i!) gebildet istl"): sondern 
vielmehr auf das sanskr. Adiectiv Kfmila, wurmig, hinweist, was um 
so besser stimmt, wenn man an das vorher über den wurrnigen Lack 
Gesagte sich erinnert. Mit dem hebr. Karmil identisch ist das armen. 
Karmir (I in r verwandelt) und unser Karmin (I in n verwandelt), wie 
carmin und carminio in den romanischen Sprachen. Ist also auch hier die 
Grundbedeutung des Wortes als Wurmfarbe außer Zweifel, so können wir 
solches auch weiterhin in unterschiedlichen Namenswandlungen verfolgen. 
Schon das vorexilische Hebräisch nennt die Kermesfarbe von ihrem 
Glanze vjw" schani (vom Stammworte 7112i II, glänzen) und in Zu- 
' 1' - T 1' 
sammensetzung mit nyljn tholeath, Wurin, Insect, vjw nybm Glanz- 
wurm oder ylyjn thola, Wurm, schlechtweg, mit welch" letzterem 
Ausdruck nicht nur speciell der Kerm eswurm, sondern in übertragener 
Bedeutung auf die Farbe geradezu auch die Wurmfarbe bezeichnet 
wurde. Denselben Gebrauch finden wir merkwürdigerweise auch in an- 
deren Sprachen. So kommt in den slavischen Mundarten die Benennung 
für Roth direct von dem Worte, womit der Wurm bezeichnet wird, 
z. B. russ. txcherw, Wurm, tscherwonii, roth. Auch im Provencalischen 
wird das Kermes-Insect schlechtweg Ie ver genannt, die rorn. Benennungen 
vermeil, vermiglio etc. gehen auf vermiculus zurück und lat. verniis ist, 
wie gr. äkuii, etymologisch genommen, auch nur wieder sanskr. vrhmi 
d. i. Kymi. Das altfriesische worma bedeutet endlich geradezu Purpur. 
m) Vämbery, Etym. Worterb. etc., p. 89. 
m) 2 Chron. ll. 6, 13; lll, I4. 
m) Rosenmnller, Handbuch der bibL Alterthumskunde, IV, _2. Abth. p. 449 
Gesenius, Thes. phil. crit. linguae Hebr. et Chald. etc. ll, p. 7x4, s. v. Sun-D u. A. 
"n; Delitzsch in Ztschr. D. M. G. XVll, p. 676. - Nach Fürst, Hcbr. und 
Chald. Worterb., 1863, l, 631 triRt Knnnil mit Kymidscha und Kirmir nur theilweisc 
und zufällig zusammen, indem er sich einen intransitiven Verbalstvnmm mit der Bedeu- 
tung glänzend roth sein bildet, von dem er Karmil ableitet!
	        

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