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Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 6 und 7)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1351679243468
Titel:
Kunst und Kunsthandwerk
Herausgeber:
Artaria & Co.
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Kunst und Kunsthandwerk

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
1357207887421_0001
Titel:
Monatszeitschrift XVII
Bandzählung:
1914 / Heft 6 und 7
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Kunst und Kunsthandwerk
Erscheinungsjahr:
1914

Artikel

Titel:
DIE SPÄTGOTISCHE GRABPLASTIK STRAUBINGS UND IHRE BEZIEHUNGEN ZU SALZBURG
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kunst und Kunsthandwerk
  • Monatszeitschrift XVII (1914 / Heft 6 und 7)
  • Einband
  • Tafel
  • DIE SPÄTGOTISCHE GRABPLASTIK STRAUBINGS UND IHRE BEZIEHUNGEN ZU SALZBURG
  • DIE DRITTE AUSSTELLUNG DER DARMSTÄDTER KÜNSTLERKOLONIE
  • DIE NEUEN DRUCKSCHRIFTEN DER K. K. HOF- UND STAATSDRUCKEREI IN WIEN
  • KLEINE NACHRICHTEN
  • MITTEILUNGEN AUS DEM K. K. ÖSTERREICHISCHEN MUSEUM
  • LITERATUR DES KUNSTGEWERBES
  • Werbung
  • Einband

Volltext

308 
kaum ein zweites Werk des Gebie- 
tes, ja selbst außerhalb wird man nur 
wenigen begegnen, die eine solche 
Kraft der Überzeugung ausstrahlen 
und den Beschauer zu der Erkenntnis 
zwingen, daß er hier einem der besten 
Werke der Porträtbildnerei seiner Zeit 
gegenübersteht, und zwar nicht nur 
seines Bereiches, sondern des Nor- 
dens überhaupt. Mehr als mit dem 
Ernste seiner altersgrauen Peters- 
basilika, mehr als mit dem stolzen 
Ausdruck seines städtischen und ge- 
meindlichen Aufschwungs, der kühn- 
gewölbten, lichtdurchflossenen Halle 
von St. Jakob, ist Straubings Name in 
der Geschichte deutscher Kunst für 
alle Zeiten mit diesem einzigartigen 
Bildwerk gesichert. Ja, selbst wenn 
wir unsere Blicke auf die zeitgenös- 
sische Porträtbildnerei des Auslandes 
richten, werden wir kaum Gefahr 
laufen, unsere Bewunderung vor der 
Schöpfung dieses „Steinmetzen" er- 
heblich zurückdämmen zu müssen. 
Der Grabstein von rotem Salz- 
burger Marmor, mit einer Höhe von 
2'24 Meter, bei einer Breite von x18 
Abh.25. Grabplatte derAgnes Bemauer in der Bern- Meter, ist in einer Chorkapene der 
auerkapelle des St. Peter-Friedhofes zu Straubing Stiftskirche StJakObv leider etwas zu 
hoch, eingelassen. Die Umschrift auf 
dem flachen Rand lautet: „A" di M" cccc" xxxi starb vlreich chastenmayr an 
dem heyligen phyngst abent dem got genedig sey." 
Das Bildnis des Verstorbenen ist von der denkbar größten Einfachheit; 
reine Gegenständlichkeit bildet den Kernpunkt in der Darstellung und schließt 
die Größe der Wirkung in sich. Der Körper, in eine pelzverbrämte Schaube 
mit weiten Ärmeln gehüllt, ist kaum sichtbar aus der Achse gerückt, die 
zwar nur in den über dem Unterleib gekreuzten Händen, und in den 
hilcher im Königlichen Allgemeinen Reichsarchiv München kam es während der Amtsführung Ulrich Kasten- 
rnnyrs in den Jahren 1424 und x425 zu Straubing zu ernsten Bilrgerunruhen, da er im Geheimen einer großen 
Handelsgesellschaft angehörte, die ihren Vorteil zum Schaden der Allgemeinheit suchte und die Bilrgersteuer 
hinterzog. Es hat den Anschein, als ob Kastenmayr infolge der Streitigkeiten von seinem Amte abtreten mußte, 
denn vom 16. Mai r426 wird er nicht mehr als Kämmerer erwähnt. Sein Sohn Hans, der x42: als Stadtrichter 
von Passau erwähnt wird, wurde am 2x. November 1429 von den Herzogen Ernst und Wilhelm zum Stadtrichter 
von Straubing ernannt. Aus dem obenerwähnten Bericht über die Streitigkeiten erhellt, daß Ulrich Kastenmayr 
zu den angesehensten und wohl auch reichsten Bürgern der Stadt zählte.
	        

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