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Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 1 und 2)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1351679243468
Titel:
Kunst und Kunsthandwerk
Herausgeber:
Artaria & Co.
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Kunst und Kunsthandwerk

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
1357221882937_0001
Titel:
Monatszeitschrift XVIII
Bandzählung:
1915 / Heft 1 und 2
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Kunst und Kunsthandwerk
Erscheinungsjahr:
1915

Artikel

Titel:
KLEINE NACHRICHTEN
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Kunst und Kunsthandwerk
  • Monatszeitschrift XVIII (1915 / Heft 1 und 2)
  • Einband
  • KUNST UND INDUSTRIE IN ÖSTERREICH VOR HUNDERT JAHREN
  • DIE SAMMLUNG VON PORZELLANFLAKONS DER FRAU CAHN-SPEYER IN WIEN
  • DER WOLFGANGSALTAR IN KEFERMARKT, EIN WERK RIEMENSCHNEIDERS
  • AUS DEM WIENER KUNSTLEBEN
  • KLEINE NACHRICHTEN
  • MITTEILUNGEN AUS DEM K. K. ÖSTERREICHISCHEN MUSEUM
  • LITERATUR DES KUNSTGEWERBES
  • Werbung
  • Einband

Volltext

Landschaft in mannigfacher Beleuchtung ist vor allem ein Werk Ernst Friedmanns, ein 
Reinhardt-Werk im kleinen. Umwandelnd des Theaters Rund streift man nun betracht- 
sam auf diesem Kriegspfad aller Völker und Erdteile. Man sieht in den Kämpfen der 
Pharaonen auf Streitwagen gegen die Assyrer und Araber auf Kamelen bei den Ägyptern 
die Verwendung abgerichteter Löwen und konstatiert, daß dies die einzige ethno- 
graphische Bundesgenossenschaft ist, die die Engländer gegen uns bisher noch nicht 
bemühten. 
Gegenwartszusammenhänge erweckt auch das karthagische Bild des Söldneraufstands 
- eine Illustration zu Flauberts Salambo mit gekreuzigten Löwen - wobei man alle die 
hell- und dunkelfarbigen fremden Stämme, Neger, Kelten, Griechen und Mauren, unter- 
scheiden kann, mit denen die Karthager gleich den heutigen Puniern der Nordsee ihre 
Kriege führten. 
Ein Schulbeispiel moderner Strategie bildet Cannae. Schließen hat über diese 
Schlacht auch demgemäß geschrieben. Hannibals Flankenangriff mit starken Kerntruppen, 
sein Durchbruch und seine Umgehung, wodurch das Karree der Römer erdrückt wird, bleibt 
durchaus vorbildlich. 
Geographischen Anklang bietet das Treffen auf den katalaunischen Gefilden zwischen 
l-Iunnenschwärmen, Burgundern und Franken. Wie oft ist auf diesem Schauplatz gestritten 
worden. Goethe in der französischen Campagne erzählte im Zelt des Großherzogs den 
Kameraden 1792 solche verschollene Kriegsxnären, und heut schluckt dieser nimmersatte 
Boden wieder das Blut der Männer. 
Einen Akt Romantik mit Nachhall Walter Scotts bringt noch die in fahlem Licht 
schwebende Belagerung von Akkon mit dem Wandelturm der Kreuzfahrer des Richard 
Löwenherz, dem Ausfall der Besatzung und den Reitern Saladins. 
Dann aber naht unerbittlich die neue Zeit, das Ende des Rittertums, die Schweizer 
Bauern besiegen x 386 bei Sempach die schwer gepanzerten Ritter. 
Belehrsame Formationsstudien lassen sich nun machen. Man sieht die Kombination 
aus Infanterieschützen und Kavallerie mit Lanze; man sieht den „Igel", jene pikenstarrende, 
nach allen Seiten ausstrahlende Sterngruppierung deutscher Landsknechte. Die charakte- 
ristische Aufstellung im Dreißigjährigen Krieg hat die Hellebarden in der Mitte, die Feuer- 
gewehre auf den Flügeln, und eine wichtige Rolle spielen die gellochtenen Schanzkörbe, 
die man mit unseren Sandsäcken vergleichen kann. Bei Malplaquet 1709 wird ein heut 
wieder sehr wirksames Mittel angewendet: die Handgranaten beim Überfall. Und im 
Siebenjährigen Krieg beobachtet man das Zusammenwirken von Infanterie und 
Artillerie, freilich in bescheidenem Maß, mit je zwei Kanonen an den Flanken der 
Infanteriestellungen. Die Verwertung der großen Batterien zu hundert Kanonen wurde 
dann Spezialität von Napoleon. Sein Glück und Ende erscheint hier auf dem meisterhaft 
aufgebauten und gegliederten Tableau der Schlacht bei Leipzig mit allen Kämpfen in den 
umliegenden Dörfern, die schließlich das Ringen dort zu ungunsten der Franzosen ent- 
schieden, während vorher die drei verbündeten Monarchen auf dem von Murat attackierten 
Feldherrnhügel mit knapper Not der Gefangenschaft entgingen. 
1870 zieht vorüber mit Wörth (der niederbrechenden Kürassierbrigade Michel), 
mit Gravelotte und St. Privat. Kolonialkämpfe folgen: Burengefechte gegen Kaifern; 
Lord Roberts gegen afghanische Elefantenartillerie (vielleicht erleben sie die Engländer 
noch einmal); Wißmanns Schutztruppe gegen Neger. Und dann Neuestes, Allerneuestes: 
Sturm der Japaner auf ein russisches Außenfort bei Port Artur mit Kuban-Kosaken, 
die ihre Pferde gegen Maschinengewehrabteilungen als Deckung benutzen, und mit 
ausbrechenden Marinetruppen. Die Tschataldscha-Linie rollt sich auf mit dem Sturm- 
angriff der Bulgaren auf den linken Flügel der Türken. Und als Gegenwärtiges: 
Grenzkampf der Österreicher gegen Serben und Montenegriner. Feldzeugmeister Potiorek 
gegen die serbische Kavallerie; Montenegriner von den Bergen kommend durch öster- 
reichische Jäger gehemmt. Schließlich Hindenburgs Gelände der Masurischen Seen,
	        

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