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Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1868 / 37)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
1355387758001
Titel:
Mittheilungen des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie
Herausgeber:
Selbstverlag des k. k. Österr. Museum (später Carl Gerold's Sohn)
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Mittheilungen des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
1360931167633_0001
Titel:
Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV
Bandzählung:
1868 / 37
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Mittheilungen des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie
Erscheinungsjahr:
1868

Artikel

Titel:
Die kunstgewerbliche Ausstellung in Prag.
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Artikel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Mittheilungen des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie
  • Monatsschrift für Kunst und Gewerbe IV (1868 / 37)
  • Das Kunstleben Wiens im Jahre 1867.
  • Schlussbericht über die Reichenberger Ausstellung.
  • Die kunstgewerbliche Ausstellung in Prag.
  • Kleinere Mittheilungen.

Volltext

lnngen der dreissiger Jahre zusnmmengeworfen werden darf, die eigentlich nur brillant, 
aber kritiklos zusammengestellte Baznrs und mehr aLs geeignet waren, den Anklagen von 
Männern wie Falke und Semper zum Commentar zu dienen, wenn auch die damalige 
Presse, die ex ofiicio allns Heimische schön und gut fand (sogar das "neue Rossthor"), 
sich vor Entzücken darüber nicht zu fassen wusste, „wie wir's zuletzt so herrlich weit 
gebracht". 
,Welchen Zweck die gegenwärtige Ausstellung hat, wird der Leser schon aus dem 
bisher Gesagten entnommen haben. Es sei aber hier statt alles andern eine Stelle aus 
dem Einleitungsschreiben der Prager Handels- und Gewerhekammer citirt: ,.Seitdem die 
Erfolge des Kensington-Muneurns auf der zweiten Londoner und zweiten Pariser Weltaus- 
stellung so glänzend zu Tage getreten und seitdem auf der letzten Ausstellung zu Paris 
auch der Einfluss des k. k. Museums für Kunst und Industrie zu Wien in unverkennbar 
günstiger Weise sich rnanlfestirte, gibt sich in den meisten grösseren Städten das Bestre- 
ben kund, ähnliche Anstalten ins Leben zu rufen. In Berlin wurde bereits ein solches 
Museum gegründet, in Hamburg, Nürnberg, Cüln legt man eben die Hand daran, und in 
Offenbach, Dresden, München ist die Errichtung kunstgewerhlichsr Schulen in Verbindung 
mit Museen im Zuge. In ihrem Bemühen, durch Nachbildung und Vervielfältigung der im 
Museum ausgestellten Originale mustergiltiger Gegenstände sowohl. als durch Filialaus- 
stellungen den Nutzen der Anstalt auch in die übrigen Theile des Reiches zu verbreiten, 
machte die Direction des Wiener Museums der Handels- und Gewerbekamrner das Anr 
erbieten, in diesem Jahre eine Ausstellung von dessen bei Gelegenheit der letzten Pariser 
Ausstellung erworbenen Mustern und vielen anderen Erzeugnissen des Kunstgewerbes in Prag 
zu veranstalten." 
„Durch die herrlichen Gegenstände, welche das k. k. Museum aus Wien eingesan- 
det hat, durch die wahrhaft edle Muuilicenz unseres hohen Adels, welcher die Kostbar- 
keiten seiner Palüste mit grösster Liberalitüt zur Verfügung stellte, durch das gleiche Eut- 
gegenkommen der grossen geistlichen Stifte, durch die Beitrlge aus der eben so kostbaren 
als instructiven Sammlung eines der einsichtsvollsten Kenner und edelsten Kunstfreunde 
- Adalbert Ritter von Lannn - durch reiche Zusendnngen der bedeutendsten Indu- 
striellen, durch die Vereinigung mnsterhafter alter und überaus gelungener, mit jenen 
alten an Kunst und Geschmack wetteifernder neuer Arbeiten ist ein Ganzes entstanden, 
das schon für den Gesammtanblick blendend, in den Einzelnheiten eine Fülle von Genuss 
und Belehrung bietet." 
„So entrollt sich nun in dieser Ausstellung ein Bild des von der Kunst getragenen 
gewerblichen Schadens, wie es kaum jemals in Prag in solcher Beiehhsltigkeit vor die 
Oeifentlichkeit trat. Altes und Neues, den verschiedensten Zweigen Angehöriges, von den 
verschiedensten Nationen Herstnmmendes Endet sich vereinigt nur Anregung und Beleh- 
rung für Jedennann, namentlich für denjenigen, dessen Beruf es ist, sich mit gleichen 
oder verwandten Hervorbringungen zu befassen." 
„Dem denkenden Gewerhsmanne wird es nicht verborgen bleiben, wie er die an ein- 
zelnen Prachtstiicken ausgeprägten Ideen passend bei seinen eigenen, auf ein miissiges 
Kaufvermögen berechneten Erzeugnissen in grüsserer Einfachheit und vielleicht auch in 
minder kostspieligem Materiale zur Anwendung zu bringen vermag. Bei dem Publicum 
im Allgemeinen hinwieder, das als Käufer der Gewerbsartikel auf die Richtung der Pro- 
uction einen so bestimmenden Einduss nimmt, dürfte durch das unbsfangene und sinnige 
Beschauen mustergiltigcr Gegenstände allmlilich eine Läuterung des Geschmacks zum 
Durchbruche kommen, die dem Streben der Männer der Kunst und des Gewerbes nach 
reinen, edlen Formen auf das Wirksarnste in die Hände arbeiten wird." 
,Um die Riesenarheit einer Art der Aufstellung, welche das Instrnctive und die Be- 
quemlichkeit des Besehens mit dem bedeutend und geschmackvoll Wirkenden auf das 
Glücklichste vereinigt, haben sich mehrere der Herren Comitemitglieder, vor allen Herr 
Friedrich Lippmann (Custos des Wiener k. k. Museums, eigens hergesendet) und Herr 
J. U. Dr. Cornellus S chä f f ner osse Verdienste gesammelt, Mit wahrer Unermiidlichkeit 
und mit einer echt wissenschaftlichen und echt künstlerischen Gewissenhaftigkeit waren 
die Herren für die möglichst zweckentsprechende Aufstellungsart bemüht, und haben sich 
Ansprüche auf den wärmsten Dank erworben. Herr Lipiprnaun hat ferner durch Zusam- 
menstellung des gründlich wissenschaftlichen, kritischen und dabei ganz populär gefass- 
ten Katalogs den Besuchern der Ausstellung ein unentbehrliches Hilfsmittel geboten." 
Der Katalog hat die sümmtlichen Gegenstände in zwei Hauptabtheilungen , „E r- 
zeugnisse der Kunstindustrie der Gegenwart" und Jlters Werke" singereiht, 
denen dann noch anhangsweise die Verzeichnisse der Gypsnbgiisse des österr. Museums und 
der im galvanoplastischen Atelier des Museums (geleitet von Herrn C. Haas) angefertigten 
Reproductionen beigefügt sind.
	        

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