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Die Wiener Spitzenausstellung - 1. Teil

Bibliographische Daten

Monographie

Persistenter Identifier:
AC11418781
Titel:
Die Wiener Spitzenausstellung - 1. Teil
Signatur:
Textil III 104 / 1
Erscheinungsort:
Wien
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Monographie
Bestand:
MAK-Hauskataloge
Erscheinungsjahr:
1906
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Kapitel

Titel:
Überblick über die Entwicklungsgeschichte der Spitze
Dokumenttyp:
Monographie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
IV. Die Rokoko-Spitze
Dokumenttyp:
Monographie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Die Wiener Spitzenausstellung - 1. Teil
  • Einband
  • Titelseite
  • Überblick über die Entwicklungsgeschichte der Spitze
  • I. Vorgeschichte der eigentlichen Spitze
  • A. Die Fransenknüpfung und die Klöppeltechnik
  • B. Die Randsäume und die Entwicklung der Nähzacken
  • C. Die durchbrochenen Nähte und die sogenannte "spanische Spitze"
  • D. Die wirklichen Durchbrucharbeiten
  • II. Die Renaissancespitze
  • A. Der orientalisch Einfluß
  • B. Die frühere Renaissancespitze
  • C. Die Spätrenaissancespitze
  • III. Die Barockspitze
  • A. Die großzügige Barockspitze
  • B. Das Entstehen der dichteren Formen
  • C. Die Barockspitze unter französischer Führung (Die Auflösung der Barockspitze)
  • IV. Die Rokoko-Spitze
  • V. Die klassizistische und naturalistische Spitze
  • Abbildung
  • Einband

Volltext

22 
IV. DIE ROKOKO 
SPITZE. 
Ich habe an anderer Stelle 
die Frage aufgeworfen, ob es 
auch in den nicht-nachahmenden 
Künsten, in der Ton- und in der 
Raumkunst, wirklichen Witz ge 
ben könne; ich meine nicht den 
Witz eines Potpourri, den man 
zumeist erst erkennt, wenn man 
das zugehörige Programm liest, 
nicht einen gegenständlichen 
Witz, sondern einen rein formell 
künstlerischen. 
Wenn es zum Wesen des 
Witzes gehört, anscheinend ein 
ander ganz fernliegende Dinge 
in Verbindung miteinander zu 
setzen, dann gibt es Witz sicher 
auch in den nicht-nachahmenden 
Künsten; in der Musik sollen ihn 
moderne Künstler ja erstrebt 
haben. In der Dekoration ist er im 
Rokoko aber jedenfalls nicht nur 
erstrebt, sondern zu glänzender 
Entfaltung gebracht worden. 
Der Stil der Regence und des 
Rokoko, die Stile der beginnenden 
„Aufklärung“, mussten, wenn sie 
den Geist der Zeit wirklich ver 
körpern wollten, naturgemäß zu 
nächst etwas stark Negatives, die 
Auflehnung gegen die Übermacht 
des, alle geistlichen, staatlichen 
und geistigen Kräfte konzentrierenden, Barockgeistes in sich tragen; dabei mußte sich eine starke, wenn auch 
oft auf Umwegen irrende und tastende, Sehnsucht nach der Natur geltend machen. 
Das ist im Rokoko nun auch der Fall. Mit Witz, der kaum dem eines Voltaire nachsteht, vermögen die großen 
Meister des Rokoko die kühnsten Ideenverbindungen zu schaffen: da werden Voluten und Felsen, Blumen und 
reiche Netzgründe, Wasserfälle und Musikinstrumente, chinesische Figürchen und wieder eine Volute oder ein 
netzartiges Muster in geradezu geistsprühender und stets überraschender Weise miteinander in Verbindung 
gesetzt. Aber alles muß leicht und spielend sein, nur keine Grandezza und auch keine bäuerliche Schwer 
fälligkeit! Nur alles Geist, Anmut und Spiel! Außer in den Porzellanfigürchen des Rokoko zeigt sich dieser 
Sinn vielleicht nirgends so rein wie in der Spitze. 
Die Rokokozeit hat in gewissem Sinne die zarteste Blüte der Spitze gezeitigt. Aber welcher Widerspruch nun 
gegen ihre Anfänge! In der Renaissance kam es vor allem auf Formenklarheit, auf den Gegensatz, wenn ich so 
sagen kann, zwischen Form und Nichtform an, jetzt ist das Ganze ein duftiger Hauch, ein kosender Zephir, der 
die zartesten Blüten mit sich führt und um Hals und Gewand anmutig tändelnder Menschenkinder verstreut. 
Der zarte Duft der „Malines“ ist tatsächlich beinahe unfaßbar. Auch hat die Spitze sich jetzt immer mehr von 
ihrem ursprünglichen Boden losgelöst, auf dem sie erwachsen ist. Auf dem Bilde Carlo Dolcis (Abbildung 14), 
Pulzones (Abbildung 17) oder auf dem des van Dyck (Abbildung 16) sehen 
wir recht deutlich, wie die Spitze ursprünglich eng mit der wirklichen 
Wäsche verwachsen ist. Abbildung 18 zeigt uns eines der nicht gerade 
häufigen Beispiele, da schon in der Barockzeit die Spitze von der Wäsche 
vollkommen losgelöst am Obergewände auftritt; immerhin ist wenigstens 
bei der Dame der Typus der Prunkschürze, die sich schon früher und auch 
etwa auf Abbildung 22 findet, unschwer erklärlich. In der Rokokozeit ent 
wickelt sich aber neben den Arm- und Halskrausen die überwiegende Bedeu 
tung der Spitzenvolants und Überwürfe am Oberkleide, die wohl auch noch 
größere Form zeigen (man vergleiche die Abbildungen 23, 24 und 27) oder die 
Abb. 38. „Alencon“, Nähspitze, 3. Viertel des 
XVIII. Jahrhundertes. Gegen */ 2 d. n. Gr. Frau von 
Rosenstock-Rozstocka, Schloß Skalat (Galizien) 
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Abb. 36. Brüsseler Spitze aus dem Nachlasse weiland Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth, kombinierte Arbeit. 
3. Viertel des XIX. Jahrhundertes. */ a d. n. Gr. Ihre k. u. k. Hoheit Frau Erzherzogin Marie Valerie 
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Abb. 37. „Point de gaze“ ans dem Nachlasse weiland Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth, Brüsseler (oder 
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Dreger, Moriz. Die Wiener Spitzenausstellung - 1. Teil. Wien: Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, 1906. Print.
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