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Jahrgang 1 (1909) (15)

Bibliographische Daten

Zeitschrift

Persistenter Identifier:
Inter
Titel:
Internationale Sammler-Zeitung
Dokumenttyp:
Zeitschrift
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
ISSN:
-

Zeitschriftenband

Persistenter Identifier:
Inter_1909_1_15
Titel:
Jahrgang 1 (1909)
Bandzählung:
15
Erscheinungsort:
Berlin
Herausgeber:
Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien
Dokumenttyp:
Zeitschriftenband
Bestand:
Internationale Sammler-Zeitung
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]

Titelseite

Dokumenttyp:
Zeitschrift
Strukturtyp:
Titelseite

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Internationale Sammler-Zeitung
  • Jahrgang 1 (1909) (15)
  • Titelseite
  • Wie Brakteaten
  • Neuerwerbungen des Francisco Carolinum in Linz
  • Aus Wiener Privatbesitz
  • Altbayerisches Porzellan
  • Nationalfondsmarken
  • Chronik
  • Ausstellungen
  • Auktionen

Volltext

unj 
Zenfralblaff für Sammler, Oebhaber und Kunstfreunde. 
Herausgeber: Herbert ehrlich und J. Hans Prosl. 
1. Jahrgang. Wien, 1. September 1909. 
Hummer 15. 
Die Brakteaten. 
Von Or. ferdinand friedensburg (Berlin).* 
eber die Brakteaten sind in früherer Zeit außer 
ordentlich oielc und seltsame fabeln oerbreitet 
geroesen: man kannte sich ihre Erscheinung nicht 
erklären, suchte ihre Vorbilder in den schüssel 
förmigen Hlünzen oon Byzanz oder dem Italien 
der leisten Karolinger und erblickte in ihrer 
Prägung ein Zeugnis für die Unfähigkeit der 
Eisenschneider des 12. Jahrhunderts. Ulan hat 
da coieder einmal den Wald oor lauter Bäumen 
nicht gesehen und sich selbst ein arges Armuts 
zeugnis ausgestellt: bei gehöriger Berücksichti 
gung der Zusammenhänge ist die Erscheinung leicht genug 
oerständlich. 
Der gegen Ende des 10. Jahrhunderts oornehmlich 
in den Harzgegenden, in IHeißen und roeiten Strichen Süd 
deutschlands einreißende Gebrauch, den Schrötling der 
münze zu oergrößern, ohne jedoch sein Gewicht zu er 
höhen, schuf jene überaus dünnen Stücke, deren Gepräge 
beiderseits durchgreifen, so daß oft keines oon ihnen, 
bestenfalls aber nur das eine sichtbar und kenntlich roird. 
Da mar es denn ein Fortschritt, daß man, um diesen 
Greuel zu oermeiden, übeihaupt nur mit einem Stempel 
prägte, man näherte sich damit einer Technik, die die 
Goldschmiede seit uralter Zeit oerroendeten, indem sie in 
Gefäße, Beschläge u. dgl. mittels Punzen oder umfänglichere 
Stempel Verzierungen eindrückten. Besonders roeit war 
man im Horden in dieser Kunst gekommen, roo die Gold 
schmiede schon in der Völkerroanderungszeit die sogenannten 
Schmuckbrakteaten fertigten. Dies sind bis zu 12 cm 
breite Goldbleche in form dünner münzen mit auf der 
einen Seite erhaben heroortretenden, auf der Rückseite 
oertieften Darstellungen, meist llachahmungen römischer 
Goldstücke, die als Beute ins Tand gekommen coaren, aber 
auch mit Bildern eigener Erfindung und in einheimischem 
Geschmack, die zroar noch nicht oöllig gedeutet sind, aber 
Beziehungen auf Odhin, sein Roß und seine Raben, auch 
auf Thor und seine Böcke erkennen lassen. Im felde er 
scheinen fast stets oerschiedene Zieraten, auch das heilige 
Sonnenzeichen kommt häufig oor. Das Ganze ist oft oon 
zahlreichen Rändern in oerschiedenster Ornamentik um 
geben, coie sie sich auch bei den römischen llledaillons 
antreffen ließen. Solche Schmuckbrakteaten mit schönen 
* Wir entnehmen diese Ausführungen dem eben erschienenen 
interessanten Werke „Die münze in der Kulturgeschichte“, Berlin 
1909. Weidmannsche Buchhandlung. 
figürlichen Darstellungen und sauberen Inschriften besißen 
mir auch aus christlicher Zeit: bei Wallsfena auf Goth- 
land fand man ein Stück mit dem Bilde des Weltenrichters 
und der Aufschrift: „Majestas“, dahinter der Harne des 
Künstlers: „Oti me fecit“; eine Bronzeschüssel zeigt das 
6V 2 cm große Brustbild eines Kaisers Otto in der uns 
oon den Siegeln her bekannten Umschrift: „Hierusalem 
visio pacis“. Ähnliche Zierscheiben sieht man an Kreuzen, 
Buchdeckeln und Reliquiaren. 
Den Hlünzen noch näher stehen zcoei bei Klein- 
Roscharden in Schlesroig gefundene Stücke mit dem 
Bilde des deutschen Königs Heinrich I., die nach dem 
Augenscheine als Getoandnadeln gedient haben; auch aus 
dem 11. Jahrhundert kennt man in derselben Technik her 
gestellte Erzeugnisse, die coie besonders groß ausgefallene 
Pfennige aussehen, aber ebenfalls hohl geprägt sind. 
Sehr rasch erkannte man die großen Vorteile der 
neuen Prägeroeise, die das ITUinzgeschäft um die Hälfte 
einfacher gestaltete und den Eisenschneidern zugleich ein 
größeres feld zur Verfügung stellte. In der Blütezeit messen 
die Brakteaten über 3V 2 cm., haben also Taler- bis 
fünfmarkstückgröße. Und die Künstler des 12. und 13. 
Jahrhunderts haben — das Zeugnis dürfen roir ihnen 
geben! — diese Gelegenheit zu mißen oerstanden und eine 
fülle köstlicher kleiner Kunstwerke geschaffen, die sich 
dem Besten, was ihre Zeit sonst auf irgend einem Gebiete 
geleistet hat, getrost an die Seite stellen können, auch 
wenn die offizielle Kunstgeschichte bisher oon ihnen keine 
Kenntnis zu nehmen beliebt hat. 
Die Brakteatenprägung oerbreitete sich rasch übef 
ganz Rorddeutschland, eroberte Hessen und Schwaben oon 
Ulm und Augsburg bis nach Zürich und Straßburg, und 
ließ nur die niederrheinischen Gebiete, sowie Bayern, 
franken und Österreich frei. Drei Candschaften haben die 
oollendetsten Erzeugnisse, das Größte, was die mittelalter 
liche Prägekunst überhaupt je geleistet hat, geschaffen, 
drei Tandschaften, eine jede zur selben Zeit ein IHittel- 
punkt der Geschichte und ein Schauplaß höchster Ent 
wicklung der Kultur. Voran steht der Harz, seit Otto dem 
Großen der Siß eines lebhaft betriebenen Bergbaues auf 
Silber, oon den mächtigen und reichen Kirchenfürsten oon 
ITlagdeburg, Halberstadt und Hildesheim nicht minder, wie 
oon den gefeierien Recken „Hinrik de Ceuw und Albrecht 
de Bar, darto frederik mit dem roten Haar“ und ihren 
troßigen und wilden Vasallen umworben und begehrt. Jm
	        

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“Jahrgang 1 (1909).” Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst, Wien, n.d. Print.
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